Bus-Terminal durch eine P+R-Platz-Tauschaktion

Bahnhofsplanung: Zentrale Umsteigestelle

+
Die P+R-Fläche am Bahnhof ist Eigentum des Investors, die Stadt hat lediglich die Parkplätze eingerichtet. Im Zuge der Busbahnhofplanung zeichnet sich eine Tauschaktion ab.  

Seligenstadt - Die Entwicklung des Seligenstädter Bahnhofsareals, eines der großen Zukunftsprojekte der Stadt, kommt nur Schritt für Schritt voran. Von Michael Hofmann

Einen belastbaren Bebauungsplan 81, das scheint inzwischen festzustehen, wird es auch vor Ablauf der zweiten Veränderungssperre nicht geben, dennoch besteht Hoffnung. Die Entwicklung des Seligenstädter Bahnhofsareals ist eine nicht nur baurechtlich hochkomplexe und bekanntermaßen langwierige Angelegenheit. Nach langen Diskussionen verständigten sich die fünf Stadtverordnetenfraktionen zuletzt im Februar darauf, dass im südlichen Bereich Flächen für ruhenden Verkehr, öffentlichen Personennahverkehr sowie fünf Baufenster für Wohnbebauung (Variante 3 in modifizierter Form als Variante 3B) entstehen sollen. Hinzu kommt nun eine Konkretisierung des Bereichs Busbahnhof/Verkehrsströme.

Entsprechende Verhandlungen mit der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG), die Anfang Mai drei Ausbauvarianten/Anfahrtsrouten im Fachausschuss vorgestellt hatte, laufen. In der Stadtverordnetenversammlung hat sich inzwischen die Erkenntnis eingestellt, „dass wir nach den langen Diskussionen ja alle das Gleiche wollen: die Planung vorantreiben“, fasste CDU-Fraktionschef Joachim Bergmann die Stimmungslage in der jüngsten Parlamentssitzung Mitte Juli zusammen. Vor diesem Hintergrund standen zur „Konkretisierung der Planung Busbahnhof und Neuordnung der Verkehrsströme“ zwei Papiere von den Grünen und von der Koalition SPD/FDP/FWS (Änderungsantrag) zur Disposition. Zum Tragen kam mit großer Mehrheit der Koalitionsantrag, dem auch die CDU zustimmte, „weil er der Weitergehende ist.“ Die Grünen wollten die Vorgabe „ein Minimum an Parkraumverlust“ nicht mittragen, ihr eigenes Papier zielte ansonsten aber in die gleiche Richtung.

Alles zum Bahnhof lesen Sie auf der Themenseite

Nunmehr soll der Magistrat bei der Gesamtplanung des Bahnhofsareals und bei den Gesprächen mit dem Eigentümer des Bahnhofs, dem Investor Karl-Ludwig Toth und seiner Bauträgergesellschaft VT Ingenieurbau (Altenstadt), prüfen, „wie eine zentrale Umsteigestelle für Busse und Anrufsammeltaxen sowie Haltemöglichkeiten für Touristenbusse eingeplant werden können. Im Zuge der Gespräche mit dem Eigentümer sollen die nötigen Flächen für die Umsetzung verhandelt werden.“ Im Anschluss, so der Parlamentsauftrag weiter, soll der Magistrat eine Planung ausarbeiten und Vorzugsvarianten zur Beschlussfassung vorlegen. Zu beachten sind dabei:

  • ein Minimum an Parkraumverlust;
  • dass der Fuß- und Fahrradverkehr aus Gründen der Sicherheit um den Bushaltepunkt geführt wird.

In seiner Antragsbegründung zum Busbahnhof sagte SPD-Fraktionschef Michael Gerheim, Ankunft am Bahnhof und Weiterfahrt ab Feuerwache, das sei der Kundschaft nicht länger zuzumuten. Wichtig sei es zudem, bei der Planung negative Auswirkungen auf die Bahnhofstraße zu vermeiden, die durch die Schließung diverser Geschäfte ohnehin an Attraktivität verloren habe. Nach Gerheims Ansicht sollte vielmehr geprüft werden, ob die Straße im Sog von Touristenbussen belebt werden kann. Gespräche mit Eigentümern dort hätten ergeben, dass diese den Verlust weiteren Parkraums befürchten. Angesichts des großen Parkdrucks müssten die Bedenken in die Pläne einbezogen werden. Ein anderes Ziel sei, so Gerheim mit Verweis auf den Fahrradweg, die Gewähr eines sicheren Schulwegs.

In der Parlamentssitzung trug Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) zudem die Antworten des Magistrats auf eine Grünen-Anfrage zum Bahnhofkomplex vor. Demnach werden derzeit mehrere Gutachten für den südlichen Bebauungsbereich erstellt (Schallschutz, Artenschutz, Bodengutachten). Zudem seien vor der nächsten öffentlichen Auslegung ein entsprechender Beschluss zu fassen und die Bauentwurfsplanung zu erstellen. Diese sei jedoch davon abhängig, „wie viele Parkplätze des bestehenden nördlichen P+R-Platzes ersetzt werden müssen, wenn diese zugunsten einer möglichen Busstation entfallen.“ Klar sei, dass „die Fertigstellung des Bebauungsplans bis zum Ende der Veränderungssperre am 31. Dezember (...) nicht möglich ist.“ Unter anderem sei die weitere Bearbeitung des Bebauungsplans ja erst möglich, wenn Details für eine zentrale Busstation feststünden. Dies wiederum hänge mit den dazu erforderlichen Flächen auf den P+R-Parkplätzen zusammen.

Beispiele aus dem neuen RMV-Preissystem

Nach Angaben des Bürgermeisters haben in diesem Zusammenhang bereits mehrere Gespräche mit Investor Karl-Ludwig Toth stattgefunden, der neben den Bahnhofsgebäuden und Grundstücken im Südbereich des Bahnhofs auch der Eigentümer der P+R-Fläche ist. Der Investor, so Bastian weiter, sei „sehr kooperationsbereit“ und willens, „den P+R-Platz, den Fahrradabstellplatz und gegebenenfalls weiteres Gelände mit der Stadt zu tauschen. Als Ausgleich möchte er Wohnbaufläche im Süden (...) und eine Fläche vor dem Eingang des Bahnhofsgeländes.“

Mehr zum Thema

Kommentare