Alternative zum Privatauto

Carsharing-Angebot ergänzt Mobilitätspalette

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Carsharing-Parkplatz an der oberen Bahnhofstraße: Ein Auto kann problemlos mit einer Chipkarte zum Leben erweckt werden. Im Bild (v.l.): Erste Stadträtin Claudia Bicherl, Bürgermeister Dr. Daniell Bastian sowie die Initiatoren Ilona und Peter Bittner.  

Seligenstadt - Bahnhofsgegend. Klingt üblicherweise nicht sehr prickelnd. Doch in Seligenstadt könnte das von der Bahn-AG einst zur unbemannten Durchgangsstation degradierte Areal bald eine Aufwertung erfahren. Von Michael Hofmann 

Neben der von Investor Karl-Ludwig Toth Toth geplanten Erlebnisgastronomie in einem Neben- sowie Geschäften im Bahnhofshauptgebäude spricht Bürgermeister Dr. Daniell Bastian immer öfter vom „Mobilitätszentrum Bahnhof“. Mobilität und Verkehr sind derzeit zentrale Themen im Seligenstädter Rathaus. Nach ihrer Beteiligung an der flinc-Initiative 2proAuto, einem Mitfahrnetzwerk (wir berichteten), unterstützt die Stadt Seligenstadt jetzt auch das Carsharing-Angebot des Ford-Autohändlers Peter Pittner aus Mühlheim – ein weiterer Baustein hin zum Mobilitätszentrum. Die Stadt stellt dafür einen Parkplatz an der Bahnhofstraße, gegenüber der Gaststätte Kleines Braushaus, zur Verfügung. „Ab sofort können Interessenten das Angebot des Carsharings wahrnehmen“, so der Bürgermeister, der in diesem Zusammenhang Zug, Bus, Fahrrad, Taxi und eben Carsharing als örtliche Angebotspalette auflistet. Weiterer Vorteil: Carsharing koste die Stadt eben nicht mehr als einen Parkplatz, der später auf das derzeit noch in Privatbesitz befindliche P+R-Areal neben dem Bahnhofsgebäude verlegt werden soll.

Ilona und Peter Pittler betreiben beim Rathaustermin dieser Tage Werbung in eigener Angelegenheit: „So was von easy“ sei die Carsharing-Nutzung, die in der anlaufenden Testphase in der Einhardstadt „zu sehr günstigen Preisen“ auf den Markt gehe. Nun ist Carsharing natürlich weder eine Neu- noch eine Pittler-Erfindung, doch haben die Mühlheimer herausgefunden, dass neben der Großstadt auch die ländliche Gegend lohnenswerten Bedarf hat. „Auch gerne nachts, wenn die jungen Leute unterwegs sind.“

„Vernetzt mit dem Nahverkehrsangebot in Seligenstadt bietet das Autoteilen eine nachhaltige, praxistaugliche Alternative zum Privatauto“, sagt Pittner. Er sehe den Einstieg ins Carsharing-Geschäft als Antwort auf ein verändertes Mobilitätsbedürfnis der Kunden.

Seit drei Jahren ist Autohändler Pittner an bislang elf Standorten mit Carsharingplätzen für 14 Fahrzeuge (Modelle Ford Ka, Fiesta, B-Max, Focus und Transit) auf dem Markt. Er arbeitet dabei mit der Deutschen Bahn zusammen, über deren Mietwagen-Partner „Flinkster“ alle Fahrzeuge ebenfalls zu buchen sind. Die entsprechende „Scheckkarte“, die der Kunde erwirbt, öffnet und startet das Fahrzeug, die entsprechende Abrechnung wird dem Fahrer zugestellt. Kontakt über Telefon und Mail.

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