Außerschulischer Chorunterricht der Musikschule:

Gesang statt Computer

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Überzeugendes Kinderchor-Modell: Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, Gudrun Störger (KAS) und Ute Simon (Emmaschule) sowie Johannes Böhn (Chorleiter KAS), Dr. Ingo Negwer und Stefan Weilmünster (beide Musikschule).

Seligenstadt - Eine echte Erfolgsgeschichte: Die Kinderchorarbeit der Musikschule Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen an der Konrad-Adenauer-Grundschule (KAS) sowie an der Emmaschule trägt reiche Früchte. Von Michael Hofmann

Musikschulleiter Dr. Ingo Negwer und sein Stellvertreter Stefan Weilmünster stellten dieser Tage das Projekt im Rathaus vor, an dem sich inzwischen rund 150 Mädchen und Jungen begeistert beteiligen. Seit dem Jahr 2008 bietet die Musikschule an der Konrad-Adenauer-Schule (KAS) sowie seit 2012 an der Emmaschule dem musikbegeisterten Nachwuchs einen außerschulischen Chorunterricht an. Ziel des Projektes ist es, Kindern aus allen sozialen Schichten die Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens zu geben. Die Kurse, die aktuell vom stellvertretenden Leiter der Musikschule, Stefan Weilmünster, und Johannes Böhn geleitet werden, sind für den Chornachwuchs kostenfrei.

Da die Aufwendungen der Veranstaltungen in Höhe von rund 4 600 Euro pro Jahr trotz großzügiger Spenden einiger Sponsoren nicht vollständig gedeckt sind, hat sich Bürgermeister Dr. Daniell Bastian für eine Förderung seitens der Stadt der Seligenstadt in Höhe von 1000 Euro entschieden. Ein Betrag, der die Fortsetzung des Unterrichts sicherstellt.

Dr. Ingo Negwer, Stefan Weilmünster und Johannes Böhn sind merklich stolz auf ihr Kinderchorprojekt. Dahinter steckt die Idee, eine Anlaufstelle für alle interessierten Schulkinder anzubieten. Dies kostenlos und niederschwellig (einfacher Zugang, keine Formalitäten), sowie belohnungsorientiert für die Hauptdarsteller, schließlich winken Aufführungen und Auftritte vor Publikum. Nach Angaben von Ingo Negwer hat alles an der KAS angefangen und sich toll entwickelt, auch die Fortsetzung an der Emmaschule hat sich inzwischen gut etabliert. Die Schülerzahlen sprechen für sich: 80 Kinder an der KAS, weitere knapp 50 an der Emmaschule sowie inzwischen auch rund 30 Mädchen und Jungen in Mainflingen.

Stefan Weilmünster bringt den pragmatischen Aspekt neben der Chorarbeit auf den Punkt: „Eine Stunde Gesang ist schon eine Stunde weniger Computer“, fügt zudem die soziale Komponente (Gemeinschaftsgefühl) und Erfolgserlebnisse mit Außenwirkung (Kindermusicals) hinzu. Musikschulleiter Negwer betont, der Unterricht sei keine Konkurrenz zu den örtlichen Gesangvereinen, sondern vielmehr „ein zusätzliches Angebot an Kinder, um ihr Interesse zu wecken.“ Das sehen auch Gudrun Störger (Schulleitung KAS) und Ute Simon (kommissarische Schulleiterin der Emmaschule) so, die die Chorleiter ins Rathaus begleitet haben.

Auch die Einhardschule mit ihrem erweiterten Musikunterricht sei dankbar über Chorkinder aus der Grundschule, sagt Stefan Weilmünster. Wichtig sei es, dass die Weckung des Interesses für Chormusik bereits in der Grundschule geschehe, danach sei es oft schon zu spät. „Die Chorarbeit in den derzeit sieben aktiven Seligenstädter Gesangvereinen hat eine gute und vielbeachtete Tradition. Es wäre schön, wenn der eine oder andere Grundschüler sich aufgrund dieses Förderprogramms für eine Mitgliedschaft in einem der Vereinschöre entscheiden würde“, so Bürgermeister Dr. Bastian.

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