Finale des Jubiläums beim Musikverein

Festzelt die beste Investition

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Musikalische Glückwünsche aus Bayern entbot den feiernden Welzheimern beim hessischen Landesmusikfest der Musikverein Harmonie Dettingen.  

Seligenstadt - Rundum gelungen vom ersten bis zum letzten Takt - so bilanzierte der Musikverein Klein-Welzheim gestern sein Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen.

Mit Genugtuung blickte Eric Seethaler, einer der beiden Vorsitzenden, auf das Wochenende zurück: „Klein-Welzheim hat darauf gewartet, dass wieder einmal jemand etwas in dieser Größe macht“. Als gestern Morgen ein starkes Team auf dem Festplatz am Mainufer zum Aufräumen antrat, war das eindrucksvolle Finale am Vorabend noch frisch in Erinnerung. Annähernd 200 Musiker hatten die Gastgeber, die Stadtkapelle und das Musikcorps der TGS zum Großen Zapfenstreich aufgeboten, dazu rund 40 Feuerwehrleute mit Fackeln. Mit der feierlichen Zeremonie endete das hessische Landesmusikfest, das zehn Gastorchester und den Präsidenten des hessischen Musikverbandes, Christoph Degen, an den Main geführt hatte. In einem Grußwort lobte Degen den Mut der Welzheimer Musiker, den goldenen Orchester-Geburtstag im größtmöglichen Rahmen zu feiern.

In die Vollen zu gehen, hat sich laut Eric Seethaler für seinen Verein ausgezahlt - auch wenn die Gastgeber die letzten Reserven mobilisieren und über drei Tage fast 450 Helfer einsetzen mussten. Darunter waren nach Worten des Vorsitzenden zahlreiche Mitglieder anderer Klein-Welzheimer Vereine, die sich spontan für den Dienst an der Theke, am Grill oder als Kellner zur Verfügung gestellt hatten. „Es tut einfach gut, diesen Zusammenhalt zu erleben“, so Seethaler. Außer mit Worten werde sich der Musikverein bei allen mit Gegendiensten bedanken.

Gut zu tun hatten die ehrenamtlichen Servicekräfte an allen drei Abenden. Höhepunkt war aus Sicht Seethalers das Rock-Classic-Konzert mit den Musiker-Kollegen aus Dreieich unter dem gemeinsamen Dirigenten Dietmar Schrod am Samstagabend. Im Vorfeld habe es Bedenken gegeben, das ursprünglich als Open-Air-Festival am Wasserschloss konzipierte Programm ins Festzelt zu verlegen, das aber habe bestens funktioniert: „Die Atmosphäre war noch etwas dichter, schon beim zweiten Stück war das Publikum kaum noch zu halten.“ Auch das Glen Miller Orchestra sei am Sonntagabend über zweieinhalb Stunden mit der Akustik bestens klargekommen und habe seine Zuhörer begeistert.

Bilder: Landesmusikfest in Klein-Welzheim

An Festzelt-Bühnen gewöhnt waren die musizierenden Gäste, die den Sonntag über jeweils eine Dreiviertelstunde aufspielten und dabei die gesamte Bandbreite zeitgenössischer Blasmusik von Marsch und Polka über Pop-Evergreens bis zum sinfonischen Klanggemälde boten. Aus dem Kreis Offenbach hatten sich die Musikvereine Offenthal, Dietesheim, Urberach und Viktoria Ober-Roden eingefunden, aus dem Main-Kinzig-Kreis kamen die Feuerwehrkapelle Bruchköbel, Germania Somborn, die Trachtenkapelle Weiperz und die Musikzüge aus Sannerz und Wächtersbach. Mit dem Musikverein Harmonie Dettingen hatte sich auch eine Formation vom bayerischen Mainufer eingereiht.

Richtig gelegen hat der Jubiläumsverein aus Sicht seines Vorsitzenden nicht zuletzt mit der Idee, den Orchesterreigen mit einem Familientag auf dem gesamten Festgelände zu verbinden. Im Vergnügungspark mit Autoscooter, Kinderkarussell und diversen Buden habe ebenso Hochbetrieb geherrscht wie beim Kinderschminken, an der Kletterwand des Wanderclubs Edelweiß, auf der Hüpfburg und bei den Kutschenfahrten. Nicht einmal das chaotische Wetter habe gestört, betonte Seethaler: „Wir hatten ja das Festzelt. Das war wohl unsere beste Investition“.

rdk

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