Bierbotschafter lassen bitten

Glaabsbräu: Neue Anlage, neue Biere, neues Besichtigungskonzept

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Glaab-Braumeister und Biersommelier Julian Menner informiert am Tag der offenen Tür seine Gäste bei einer Bierprobe.

Seligenstadt - In aller Munde war der „Tag des Bieres“ auch in Seligenstadt. Die Glaabsbräu öffnete am Wochenende, passend zum Anlass, ihre Türen, präsentierte Brauphilosophie, Spezialbiere, Braustätte und ihr neues Besichtigungskonzept. Von Armin Wronski

Offene Türen am Tag des Biers: Zahlreiche Besucher der Seligenstädter Glaabsbräu suchten am Samstagnachmittag bei wenig anheimelnden Temperaturen die Nähe der wärmenden Infrarotheizgeräte im Brauereihof.

Bier und Schokolade - wie verträgt sich das? Die Käse-/Bier-Kombination, so scheint es, passt da schon eher. Ein Selbstversuch der Besucher gehörte zum Programm am Tag der offenen Tür der Seligenstädter Privatbrauerei Glaab. Rund 600 Gäste waren es allein am Samstag, die sich gruppenweise den rund 3,2 Millionen teuren Brauereineubau zeigen ließen. „Es ist ein spannendes Erlebnis, wie sich die unterschiedlichen Aromen im Mund entwickeln“, ermuntert Bierbotschafterin Conny Korb einen unschlüssigen Mittfünfziger an ihrer Station vor der blitzsauberen neuen Brauanlage. „Als kleine mittelständische Brauerei sehen wir unsere Stärke in Spezialbieren, die wir mit der neuen Brauanlage bedarfsgerecht herstellen können“, bekräftigt Brauereichef Robert Glaab die Philosophie seines Unternehmens. Spezielle Biersorten - so genannte „Craft Biere“ - gehören selbstverständlich auch dazu. „Ich wehre mich aber den momentanen Hype mitzumachen. Klar ist, dass zum Zunft- und Handwerkermarkt am Wochenende 21./ 22. Mai im Klosterhof ein Sonderbier zum Ausschank kommt. Zudem gibt es in diesem Herbst ein bis drei neue ,Craft Biere’“.

In der Tat sind so genannte Crafts stark im Kommen. In den USA, dem Herkunftsland des Begriffs, bezeichnet man damit Biere handwerklicher Prägung - im Gegensatz zu den Produkten großer Konzerne. Bei uns stehen Crafts für traditionell gebraute und regional geprägte Vielfalt. Anfang April fand in Neustadt an der Weinstraße der dritte „International Craft Beer Award“ statt. Über 700 Biere aus 22 Nationen stellten sich dem Wettbewerb.

Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der neuen Brauphilosophie bei der Glaabsbräu in Seligenstadt hat der aus Oberbayern stammende Braumeister Julian Menner. „Für die neuen Bierkreationen verwenden wir unterschiedliche Malzsorten“, ist von ihm ganz allgemein zu erfahren. Rezeptur und Mischung lässt er sich freilich nicht entlocken. Das sei ein Betriebsgeheimnis. Schließlich stehe man im beinharten Wettbewerb auf einem heiß umkämpften Markt.

Tag der offenen Tür bei der Brauerei Glaab: Bilder

Dagegen herrschten im Brauereihof eher einstellige, erstes Frösteln auslösende Temperaturen, bei denen die Gäste sich unter den wärmenden Infrarotstrahler versammelten, bevor der Hausherr nach offizieller Begrüßung am Samstagnachmittag den Zugang in die Braustätte freigab. Gänge, Kellergewölbe, Zwischenlagerflächen und Brauhalle hatten die Glaab-Mitarbeiter mit den markanten Stationen der Braudynastie ausstaffiert. Den musikalischen Rahmen für das Publikum boten Sven Garecht und Band mit heißen Rhythmen auf der Laderampe neben dem Eingang zum Römischen Kaiser und zum alten Sudhaus, mit seinen 100 Jahre alten Kupferkesseln, die im Kontrast zu der modernen Edelstahlanlage stehen.

Beim Tag der offenen Tür hat das neue Besichtigungskonzept für die Besucher der Seligenstädter Brauerei eine Art Feuerprobe absolviert. Die Gäste werden künftige von speziell geschulten Glaabs-Bierbotschaftern durch das Haus und die Anlage geführt. Immerhin pilgern jährlich über 4 000 Interessenten (mit steigender Tendenz) durch die Braustätte im Altstadtkern.

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