Keine ökologischen oder soziale Komponenten

Grünen-Kritik an Planung „Südwestlich des Westrings“

Seligenstadt - Die Ausweisung des 22-Hektar-Baugebiets „Südwestlich des Westrings“, ein aktueller Antrag der Seligenstädter SPD/FDP/FWS-Koalition, stößt auf massive Kritik der Grünen. Die Öko-Fraktion will das Vorhaben in der Parlamentssitzung am 11. Juli ablehnen.

Inhaltlich, so Adina Biemüller, Grünen-Sprecherin für Stadtentwicklung, fordere die Koalition die Entwicklung eines Baugebiets, „wie sie auch in längst vergangenen Jahrzehnten formuliert worden wäre.“ Nach ihrer Ansicht werden Antworten von gestern auf die Herausforderungen der Wohnungsbaupolitik von heute gegeben. „Der Versuch, ökologische oder soziale Komponenten mit aufzunehmen, wird erst gar nicht unternommen.“ Nutznießer seien die jetzigen Grundstücksbesitzer und spätere Bauträger, „die sich wieder einmal in Seligenstadt eine goldene Nase verdienen können.“ Bei der FDP, der Partei der Besserverdienenden, sei das nicht verwunderlich, „aber dass die SPD auf diesen Kurs einschwenkt, ist schon auffallend“, ergänzt Fraktionssprecherin Natascha Maldener-Kowolik. Die „neue Mehrheit“, blendet nach Ansicht der Grünen „die verheerenden Folgen des Verlusts von 22 Hektar wertvollen Ackerlands für unsere Landwirtschaft völlig aus.“ Das vernichte nicht nur Arbeitsplätze, sondern bedrohe auch Existenzen.

Auch ein Gegenentwurf mit reduzierter Baufläche und ökologischen Vorzeigeprojekten, den die Grünen vorlegen könnten, befreie die Stadtverordnetenversammlung nicht vom grundlegenden Problem, dass auch dann grundsätzliche Überlegungen zu den infrastrukturellen Folgen eines neuen Baugebiets vorangestellt werden müssten, so Biemüller weiter. „Wieder einmal sollen wenige den Rahm abschöpfen können und die öffentliche Hand die Folgekosten für Bau, Betrieb und Unterhaltung der Infrastruktur tragen.“ Es sei unverantwortlich, dass die Antragsteller entsprechend vorgetragene Fragen nicht zur Kenntnis nähmen. „Das ist Blindflug zu Lasten der Steuerzahler.“ Da weder SPD, FDP oder FWS bereit seien, über die aufgezeigten Probleme in eine offene Diskussion zu treten, wollen die Grünen den Antrag in der Sitzung am 11. Juli ablehnen. (mho)

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