Sanierung der Wasserversorgung

Gussrohre aus Vorkriegszeit

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Hospitalstraße: Wegen der Enge des Baufelds wird der Rohrgraben in kurzen Abschnitten geöffnet.

Seligenstadt - Ein umfangreiches Programm zur Sanierung der Seligenstädter Wasserversorgung kündigt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian an. Insgesamt will der Eigenbetrieb Stadtwerke etwa 430.000 Euro in die Infrastruktur investieren.

Grund für die Sanierungsmaßnahmen ist in erster Linie das Alter der Wasserleitungen, verbunden mit den vielen Rohrbrüchen in der Vergangenheit. Auch aggressive Bodenverhältnisse machen nach Angaben des Rathauschefs den Wasserleitungen aus Guss zu schaffen. „Außerdem haben die zum großen Teil aus den Vorkriegsjahren verlegte Wasserleitung so genannte Inkrustierungen, das heißt, natürliche Mineralien, die sich an der Innenseite der Rohre ablagern und im Laufe der Jahrzehnte den Querschnitt der Leitung verengen. Somit wird die Leistungsfähigkeit der Wasserleitungen stark eingeschränkt“.

Der Stadtwerke-Wirtschaftsplan des laufenden Jahres berücksichtigt aus diesen Gründen die folgenden Sanierungsmaßnahmen: Kopernikusstraße (Stehnweg bis Gartenstraße) sowie Stehnweg (Kopernikusstraße bis ersten Zufahrt der Gaststätte „Am Harressee“) sowie Mohrmühlgasse, Kleine Rathausgasse und Hospitalstraße. „Die Anwohner werden in einem gesonderten Schreiben über die Maßnahmen informiert. Auch soll vor Beginn eine Beweissicherung der angrenzenden Gebäude durchgeführt werden, worüber die betroffenen Eigentümer von den Stadtwerken in einem gesonderten Schreiben aufgeklärt werden“, macht der Bürgermeister deutlich.

Die Sanierungsmaßnahme in der Kopernikusstraße und im Stehnweg erfolgt über eine so genannte „Druckrohrverlegung in grabenloser Bauweise im gesteuerten Horizontalspülbohrverfahren“. Dies bedeutet, dass die neuen Wasserleitungsrohre unterirdisch verlegt werden, ohne dazu einen Graben ausheben zu müssen. Das spart Kosten, auch für die Straßenwiederherstellung. Lediglich so genannte Start- und Zielgruben werden an bestimmten Stellen gebraucht. Die Maßnahme ist mit 150.000 Euro veranschlagt und steht im August auf dem Programm.

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In den Straßen der Altstadt sieht es etwas anders aus. Mit Blick auf die Vielzahl anderer Ver- und Entsorgungsleitungen und deren Anschlussleitungen wie Kanal, Gas, Strom, Telefon und Kabelfernsehen haben sich die Experten der Stadtwerke für die offener Bauweise entschieden. Wegen der Enge des Baufeldes und der oftmals fehlenden Unterkellerung der angrenzenden Wohnhäuser kann der Rohrgraben nur in kurzen Abschnitten geöffnet werden. Der Einsatz anderer Verfahren birgt in sich ein zu hohes Risiko, Fremdleitungen zu beschädigen. Diese Maßnahmen kosten 280 000 Euro und sollen Mitte September 2016 beginnen.

Ende November soll die Sanierung bis auf die Wiederherstellung des Pflasterbelages abgeschlossen sein. Wegen der bevorstehenden Winterperiode und aus den Erfahrungen bei der Sanierungsmaßnahme im Bereich Zellhäuser Straße/Rilkestraße werden die aufgebrochenen Oberflächen zunächst mit einer provisorischen Asphaltschicht wiederhergestellt. Erst nach dem Winter oder bei geeigneter Witterung wird das zwischengelagerte Pflastermaterial im Frühjahr 2017 wieder eingebaut. Nach Angaben des Bürgermeisters werden so insgesamt 600 Meter Wasserleitung saniert. (mho)

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