Schießpulver sorgt für Debatte

Umbau des Domizils der St. Hubertus-Schützen dauert bis Jahresende

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Bei den Vorbereitungen zur Sanierung des St.-Hubertus-Vereinsdomizils packten auch Mitglieder der Schützenvereine aus Seligenstadt und Froschhausen mit an.

Klein-Welzheim - Nach etwa sechs Jahren währenden Diskussionen und Planungen sind nun die Umbauarbeiten am Vereinsdomizil der Klein-Welzheimer St. Hubertus-Schützen im Gange. Läuft alles nach Plan, soll die etwa 400.000 Euro teure Maßnahme bis Jahresende abgeschlossen sein. Von Oliver Signus

In Klein-Welzheim wird scharf geschossen. Die Aktiven des Schützenvereins St. Hubertus im Seligenstädter Stadtteil gehören seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Sportlern der Einhardstadt. Aus den Reihen des vor 60 Jahren gegründeten Clubs stammen viele Meister - national wie international. Die Jugendabteilung der Klein-Welzheimer Hubertus-Schützen ist die erfolgreichste weit und breit. Klar, dass ein solcher Verein unter professionellen Bedingungen trainieren muss, doch vom Beginn der Diskussionen um die Modernisierung bis zum Start sind gut sechs Jahre vergangen. Im Jahre 2010 legte ein Sachverständiger im Zuge einer Standabnahme erhebliche Mängel an der Schießanlage offen. Seine Expertise führte sogar zu einer vorübergehenden Schließung.

In der Folge hatte die Stadtverordnetenversammlung einer Sanierung zugestimmt und dafür auch insgesamt fast 400.000 Euro bereitgestellt, sagt Erste Stadträtin Claudia Bicherl. Im Februar 2014 setzte das Parlament auf Initiative der Grünen-Fraktion einen Sperrvermerk auf die Renovierung. 240.000 Euro wurden zunächst auf Eis gelegt. SPD, FDP und FWS unterstützen seinerzeit den Antrag und setzten sich mehrheitlich gegen die CDU-Fraktion durch.

Endlose Diskussionen innerhalb der Stadtverwaltung verzögerten das Vorhaben ebenfalls. So dauerten die Debatten um eine neue Belüftungsanlage ein Jahr. Die Anlage habe komplett erneuert werden müssen, sagt Bicherl und dabei besondere Bedingungen erfüllen müssen, weil die Welzheimer Schützen auch Waffen mit Schießpulver verwenden. Die Rückstände müssten entsprechend gebunden und gefiltert werden. Darüber habe sich eine langwierige Diskussion entsponnen, in deren Mittelpunkt eine Belastung der Luft gestanden habe, obwohl die Anlage mit entsprechenden Filtern ausgerüstet sei, so Bicherl. Probleme habe es auch mit der Schalldämpfung gegeben, zudem musste auf Grund neuer Sicherheitsbedingungen ein zweiter Notausgang eingeplant werden. Zwischenzeitlich sei sogar mal ein komplett neues Vereinsdomizil ins Gespräch gekommen, erinnert die Erste Stadträtin.

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Nun seien die Arbeiten aber im Gange, laufe alles planmäßig könnten sie bis Jahresende abgeschlossen sein. Ob die für das Projekt vorgesehen 400.000 Euro ausreichen, werde sich dann zeigen. Die Welzheimer (mit tatkräftiger Unterstützung der Seligenstädter und Froschhausener Schützen) hätten viel Eigenleistung eingebracht, um Kosten einzusparen. „Sie haben sich immens engagiert“, lobt die Erste Stadträtin.

Während das Problem für die Hubertus-Schützen dann gelöst sei, bleibe das für die Seligenstädter Vereinskameraden weiter ungelöst. Sie trainieren in einem provisorischen Domizil auf dem ehemaligen Stadtwerke-Gelände an der Steinheimer Straße. „Wenn es dort Veränderungen gibt, müssen sie raus“, sagt Bicherl. Was dann mit ihnen passiere, sei unklar, bislang gebe es noch keine Planungen. Dass sie bei den Welzheimer mittrainieren, sei eher unwahrscheinlich, weil deren Belegungspläne voll seien, so die Erste Stadträtin.

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