Nachgeholtes Jubiläumsfest im Freibad aufgrund des Ferienbeginns mit abgespecktem Programm

Jubiläumsfest im Freibad: Eröffnung ohne Badehose

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Zumba geht auch unter Wolken: Die Spaßtänzer aus dem Vita Nova heizten beim Schwimmbad-Jubiläum an beiden Tagen ein.

Seligenstadt - Den sprichwörtlichen Sprung ins kalte Wasser brauchte sich niemand anzutun. Für Badegäste hatte eine nagelneue Solaranlage das mäßig kühle Nass vorgewärmt, für Gastgeber und Akteure hatte die kurzfristige Absage den gründlich vorbereiteten ersten Startversuch im Juni zur Generalprobe gemacht.

So wurde aus dem Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen des Seligenstädter Freibads am Wochenende doch noch ein kleines Volksfest, wenn auch notgedrungen im Sommerferienmodus. Eine Badehose hatte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian am frühen Samstagnachmittag bei der offiziellen Eröffnung nicht dabei. Aus Termingründen bleibe keine Zeit für eine Schwimmrunde, bedauerte der Rathauschef, verabredete sich mit Moderator Michael Millitzer aber spontan für den Sonntag. Im Olympiabecken, wo vereinzelte Teilnehmer des Zwölf-Stunden-Schwimmens ihre Bahnen zogen und in den ersten drei Stunden immerhin 19 Kilometer zusammen brachten, hätte Bastian kaum Gesellschaft gehabt. „Die Wolken weichen nicht und halten viele ab“, musste der Rathauschef feststellen.

Zum ersten echten Taucherlebnis verhelfen Tauchlehrer aus Obertshausen im Springerbecken.

Dabei lagen mit 25 Grad Außentemperatur und einer warmen Brise annähernd ideale Bedingungen für Spiel und Sport im Freien vor. Unverdrossen traten etwa die Zumba-Gruppe aus dem Fitnesszentrum Vita Nova und später Formationen der Tanzschule Rhyze auf der großen Bühne an. Bei THW und DLRG gab es Ausrüstung und Aktionen zu sehen, auf einer Hüpfburg herrschte zeitweise Hochbetrieb. Gut zu tun hatten die Hobbytaucher vom Unterwassersportclub Obertshausen, die im 3,80 Meter tiefen Springerbecken – weniger Mutigen auch nebenan im Olympia-Becken mit nur 2,40 Metern Maximaltiefe – schon Kindern ab zehn Jahren zum ersten echten Taucherlebnis mit Pressluftflaschen und Flossen verhalfen. Auch die Zwölf-Stunden-Schwimmer warteten letztlich mit einem ordentliche Ergebnis auf: 69 Teilnehmer brachten es auf knapp 129 Kilometer, ein Einzelschwimmer legte beachtliche 11,7 Kilometer zurück – nicht weniger als 234 Bahnen.

Voller wurde es am Samstagabend: Mehrere hundert meist jugendliche Besucher feierten nach Schätzung von Schwimmmeister René Rüggenbreer die Jubiläumsparty mit DJ Steve Cult. Am Sonntag eröffnete die Bigband „Frog’N’BeatZ“ beim Frühschoppen ein deutlich üppigeres Programmpaket: Der Wanderclub Edelweiß war mit seiner Kletterwand angesagt, die Jugendfeuerwehr mit der Drehleiter zum Kistenstapel-Wettbewerb. Nachmittags war im Fußball-Parcours der Sportfreunde und beim Schützenfest auf die Torwand der Rasensport Trumpf.

Im Vergleich zum ursprünglichen Programm für das Wochenende 18./19. Juni hatte das Organisationsteam um Andreas Frech, Sport- und Kulturchef im Rathaus, einige Abstriche machen müssen. So fehlten die Hessen-Rock-Formation „Badekapp“ und die Stadtkapelle, der ursprünglich vorgesehene Poetry Slam musste ebenso ausfallen wie das Match Race der Segler vom Wassersportclub. Auch beim Bühnenprogramm gab es Absagen. „Es ist halt Urlaubszeit“, stellte ein Beobachter fest.

50 Jahre Freibad Seligenstadt: Bilder zum Fest

Nicht zu mindern vermochte die Terminverschiebung den Freizeitwert, der das Schwimmbad auch ohne Festivität auszeichnet. „Die 50 Jahre sieht der Anlage niemand an“, meinte Bürgermeister Bastian. Als eines der modernsten in Hessen galt das Bad schon bei der Eröffnung durch den damaligen Bürgermeister Fritz Bruder am 11. Juni 1966. Vorreiter war Seligenstadt auch 1989 mit dem Einbau einer Solaranlage für warmes Badewasser, die dieses Jahr nach über 25 Jahren ersetzt werden musste. 1990 wurde die einfache Betonrutsche am Nichtschwimmerbecken gegen eine größere, gewundene Kunststoffbahn – mit 80 Metern damals die längste im Kreis Offenbach – ausgetauscht. Seit 2003 ist ein Edelstahlmodell in Betrieb. Nach dem Pumpen- und Filterhaus 1991 sind inzwischen auch alle Becken modernisiert: 1993 das Nichtschwimmerbecken, 2005 Schwimmer- und Springerbecken. Im vergangenen Jahr endete die aufwendige Sanierung des Fünf-Meter-Sprungturms.

rdk

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