Stadt investiert 600.000 Euro in Gehweg und Haltebuchten

Kreis saniert Fahrbahn der K185: „Unerwartete Nachricht“

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Kreisstraße K185 zwischen Seligenstadt und Klein-Welzheim: Die Stadt will 600000 Euro in einen Gehweg und vier barrierefrei ausgebaute Bushaltestellen investieren.

Seligenstadt - Sanierung und Ausbau der Kreisstraße K 185 zwischen der Seligenstädter Kernstadt und dem Stadtteil Klein-Welzheim sind hehre Ziele, allein mit der Umsetzung ist es seit Jahren nicht weit her. So lange, dass auch Bürgermeister Dr. Von Michael Hofmann

Daniell Bastian schon von „Tonnen von Anträgen“ spricht, die bislang gestellt worden seien. Doch nun gibt es Grund zum Optimismus, aber wohl auch eine gesalzene Rechnung. Bis in den November 2009 reichen die Seligenstädter Parlamentsinitiativen zur Umgestaltung der K 185 zurück. Damals fand ein CDU-Papier die einstimmige Unterstützung des Plenums, das auf der kerzengeraden Passage zwischen Kernstadt und Klein-Welzheim einen sicheren Radweg, eine Querungshilfe, einen Gehweg sowie weitere Radpiktogramme vorschlug. Ein gutes halbes Jahr dampfte das Parlament, wiederum auf Initiative der CDU, seine Wünsche ein wenig ein: Die Verwaltung sollte dem Kreis einen „kombinierten Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr auf der Südseite der K185“ schmackhaft machen. Das war’s vorerst.

Bewegung kam erst wieder im Frühjahr 2015 in die Angelegenheit: „Einer unerwarteten Nachricht des Kreises“ zufolge, seien zwischen Kreisel Amtsgericht und Kreisel Ortseingang Klein-Welzheim Sanierungsarbeiten auf der K185 geplant, listet der Magistrat in seiner Chronologie auf. Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß: Es handelte sich bei den Aktivitäten des Baulastträgers lediglich um „eine grundhafte Sanierung der Fahrbahn“, weitere bauliche Veränderungen seien nicht vorgesehen. Also weder Geh- noch Radweg. Lediglich beidseitige Schutzstreifen für die Radler stellte der Kreis in Aussicht. Mit Unterstützung von Prof. Dr. Jürgen Follmann beschäftigten sich die Seligenstädter Kommunalpolitiker auf der Grundlage des „Leitbilds Mobilität“ erneut mit der Verkehrssituation auf der K 185 und kamen zum Ergebnis, dass ein Gehweg vom Hörsteiner Weg bis zur Querungshilfe am Verbrauchermarkt, vier barrierefrei ausgebaute Bushaltestellen (analog zur Würzburger Straße, also unter Verzicht auf Parkbuchten) sowie eine erneuerte Straßenbeleuchtungsanlage erforderlich sind. Um das Angebot für Radfahrer zu verbessern.

Da der Kreis ohnehin auf der Straße arbeiten lässt, will sich die Stadt Seligenstadt „dranhängen“, muss dabei gezwungenermaßen in die eigene Kasse greifen. Die Stadtverordnetenversammlung befürwortete deshalb in ihrer Sitzung am Montagabend im Feuerwehrhaus einstimmig und ohne weitere Diskussion einen Magistratsantrag, nach dem die bisherigen Seligenstädter K185-Beschlüsse aufgehoben und statt dessen nunmehr rund 600.000 Euro für die Erfüllung der Seligenstädter Sonderwünsche im Etat 2017 bereitgestellt werden. Der Magistrat soll mit Kreis und dem Straßen-/Verkehrsmanagement Hessen Mobil verhandeln, auch Zuschüsse in Höhe von 130.000 Euro nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sind möglich. Die Stadtverordnetenversammlung hat das letzte Wort, wenn ihr die entsprechende Entwurfsplanung vorgelegt wird. Die Bauarbeiten sollen 2017/2018 beginnen.

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