Bebauungsplan Nr. 85 wird rechtskräftig

Lärm und Naturschutz im Blick

Seligenstadt -  In Froschhausen ist die planungsrechtliche Grundlage für 24 Reihenhäuser in zweigeschossiger Bauweise gegeben: Von Sabine Müller

Einstimmig und ohne Diskussion votierte die Stadtverordnetenversammlung für einen ergänzenden städtebaulichen Vertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 85 „Forsthausstraße 18“ und fasste den Satzungsbeschluss. Wie berichtet, will die DRH Deutsche Reihenhaus AG (Köln) die Brachfläche südlich der Forsthausstraße im Stadtteil Froschhausen zum Wohnpark mit 24 Reihenhäusern entwickeln. Damit bietet die Stadt vor allem jungen Familien erschwingliche Eigenheime an und treibt die Innenentwicklung voran. Mit der Einleitung des baurechtlichten Verfahrens im Februar 2015 hatte das Stadtparlament die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. Im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung gab es eine Bürgerinformationsveranstaltung im Juli. Anschließend waren die Planunterlagen vom 24. Juli bis 7. August im Rathaus zur Einsicht ausgelegt und konnten auf der Homepage der Stadt eingesehen werden; es gingen keine Anregungen ein. Der Bebauungsplanentwurf war vom 19. Oktober bis 20. November im Rathaus öffentlich einsehbar, zeitgleich wurden die von der Planung betroffenen Träger öffentlicher Belange und sonstigen Behörden um Stellungnahme gebeten.

Dabei äußerten sich die Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis Offenbach, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach sowie die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main kritisch, da das geplante allgemeine Wohngebiet in direkter Nachbarschaft zum Gewerbegebiet „Am Sandborn/Am Reitpfad“ liegt: Geräuschimmissionen, denen insbesondere die südlichen Reihenhäuser im Plangebiet ausgesetzt wären, könnten die Interessen der ansässigen Betriebe beeinträchtigen. Deshalb sei adäquater Schallschutz notwendig. Die Seligenstädter Verwaltung bestätigte eine Einschränkung des benachbarten Gewerbes jedoch nicht: Ein Lärmgutachten habe ergeben, dass keine Überschreitungen der Richtwerte zu erwarten seien, zudem sei bereits der Bebauungsplan Nr. 44 „Am Sandborn“ als Mischgebiet ausgewiesen und diene als Puffer zwischen der wirtschaftlichen Nutzung und dem neuen Baugebiet.

Dagegen folgte die Verwaltung einer Anregung des Kreises Offenbach und ergänzte den bereits geschlossenen städtebaulichen Vertrag (Beschluss vom 30. November 2015) mit der Deutsche Reihenhaus AG um einen weiteren, der naturschutzrechtliche Belange berücksichtigt. Die Untere Naturschutzbehörde ist der Auffassung, dass infolge des langjährigen Leerstands von Garage und Stallungen des landwirtschaftlichen Anwesens im Plangebiet Vögel, Fledermäuse und Zauneidechsen Einzug gehalten haben könnten. Der Investor wird nun verpflichtet, die aus einer Quartiersuntersuchung resultierenden Artenschutzmaßnahmen für die Tiere sichern. Da die Abwägungen der Anregungen keine weiteren Änderungen ergaben, die eine erneute öffentliche Auslegung erforderlich gemacht hätten, wurde nun der Satzungsbeschluss gemäß Paragraph 10, Absatz 3 des Baugesetzbuches gefasst. Damit tritt der Bebauungsplan in Kraft.

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