Stromerzeuger reiben sich die Hände

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Wissenschaftler Alexander Heusel erläutert den Schülern die Oberflächenstruktur der Lotusblätter.

Seligenstadt - Am Anfang steht die dumme Frage. Aufgeworfen von einem Wissenschaftler, häufig nicht einmal mit ernsthafter Absicht. Doch aus dem Hirngespinst wird nicht selten eine Entdeckung, die gleich eine Reihe von Experten weltweit in den Bann zieht. Von Jörn Polzin

Und alsbald ist womöglich schon ein weiteres Problem gelöst, das sich nachhaltig auf die Gesellschaft auswirken kann. Und womit - ganz nebenbei - sich die Forscher ein goldenes Näschen verdienen können. . So einfach kann Wissenschaft funktionieren, wenn man den Worten von Alexander Heusel Glauben schenkt. Mit dem Nano-Truck ist der Diplom-Physiker mit seiner Kollegin Dr. Julia Donauer in der gesamten Republik unterwegs. Dahinter steckt eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Heutige Station: Einhardschule. Von seinen Dimensionen hat das riesige Gefährt mit dem Begriff Nano, ursprüngliche Bezeichnung für Zwerg, wenig gemeinsam. Wer den Truck betritt, fühlt sich gleich gefangen in einer anderen Welt. Unterricht im Forschungslabor - für die Schüler der neunten Klasse eine spannende Erfahrung. Und die Chance, mit einer der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts - im wahrsten Sinne - auf Tuchfühlung zu gehen.

Kleine Dinge - große Wirkung

Doch was steckt eigentlich hinter der Bezeichnung Nano im wissenschaftlichen Sinne? Antwort: Alles was kleiner ist als 100 Nano-Meter oder anders formuliert, der milliardste Teil eines Elementes beziehungsweise Gegenstandes. Für das menschliche Auge nur mit Hilfe eines Mikroskops zu erkennen.

Doch kleine Dinge können eine große Bedeutung haben. Dieses Motto zieht sich durch den gesamten Truck. Hier der kleinste Laser der Welt, da die Sonnenbrille und dort die Geheimtinte. Ganz zu schweigen von Handys, Golfbällen, Schuhen, Pflegemitteln oder Fenstern mit Energiespareffekt.

Erstaunlich in welchen Bereichen die Technologie schon Einzug gehalten hat. Finden auch Felix und Benedikt, die es sich im truckeigenen Kino in der ersten Etage gemütlich gemacht haben. „Ich finde es klasse, dass wir hier alles ausprobieren können“, sagt Felix, „schließlich geht es ja auch um unsere Zukunft“. Die Arbeit als Wissenschaftler wäre aber eher nichts für ihn. Vorher habe er nur gewusst, dass es wohl um kleine Teilchen geht, erzählt Benedikt. „Aber wo die überall zum Einsatz kommen ist schon faszinierend.“

Bilder vom Besuch des Nano-Trucks in Seligenstadt

Nano-Mobil an der Einhardschule

Derweil ist am sogenannten „Power-Meter“ kollektives Händereiben angesagt. Das Gerät misst den elektrischen Strom, der durch die Körperwärme - also das Händereiben - erzeugt wird.

Auch Sophie und Emilia legen Hand auf und blicken gespannt auf das Ergebnis, das in der Einheit Megavolt angezeigt wird. „Die Station ist bei den Schülern besonders beliebt, genauso wie das Handy“, betont Wissenschaftlerin Donauer. Doch Forschung ist freilich nicht nur Spaß und Unterhaltung. Die Nano-Technologie wird auch in der Medizin eingesetzt, kann Menschenleben retten. In der Krebstherapie habe man schon große Erfolge erzielen können, berichtet Donauer. Eine Männer-Domäne in der Wissenschaft sieht sie übrigens nicht. „Das kann man ja an mir erkennen“, sagt sie schmunzelnd.

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