Veteranen aus über 60 Jahren Automobilgeschichte

Oldiepräsenta: MG-Coupé macht das Rennen

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Edward Shinko aus Seligenstadt freut sich über seinen Pokal: Stolz hatte er der Jury ein 1957er Mercedes 220 S Coupé präsentiert.  

Seligenstadt - Läuft und läuft und läuft. Das legendäre Lob auf den klassischsten aller Klassiker galt am Sonntag in Seligenstadt nicht nur für VW Käfer.

Zwar war der „Buckelporsche“ auf der 31. Oldiepräsenta am Mainufer zahlreich und in voller Jahrgangsbreite vertreten, teilte sich die Aufmerksamkeit der mutmaßlich mehr als 10.000 Besucher indessen mit Veteranen aus über 60 Jahren internationaler Automobilgeschichte. Rund 300 Oldies fanden sich laut Veranstalter Rudi Rack zur Chromjuwelen-Schau ein. Mutmaßlich bleibt die Besucherzahl, weil das Publikum die Schau wie immer kostenlos genießen konnte und daher niemand verkaufte Eintrittskarten zählen kann. Eine geringe Standgebühr berappen mussten dagegen die Oldie-Fahrer, was deren Elan aber offenbar keinen Abbruch tat: Nicht erst bei der offiziellen Prämierung am Nachmittag bekam das Organisatoren-Team der Wirtschaftswunderwagen-Vereinigung (WWWV) alle Hände voll zu tun. Schon gegen Mittag war das Ausstellungsgelände fast voll – so früh wie noch nie.

Des Wetters wegen hatte es dieses Jahr noch kaum Gelegenheit gegeben, das gute Stück aus dem Schuppen zu holen und vorzuführen. Rund 100 Wagen gehörten in die Kategorie der Youngtimer, vorwiegend aus den 1980er Jahren. Diese Autos werden in der wachsenden Veteranen-Szene immer beliebter. Auch der weite Einzugsbereich belegt den Erlebnishunger der Oldie-Piloten: Aus Lothringen, Saarbrücken und Sachsen-Anhalt reisten einige besonders Eifrige an. Stark vertreten war der Raum Mannheim/Heidelberg. Das mit Abstand älteste Gefährt hatte indessen einen kurzen Rollweg: Das belgische Motorrad aus dem Jahr 1928 hat seine Stammgarage in Seligenstadt.

Vielfalt und Niveau des Teilnehmerfelds spiegelte die Pokalprämierung am Nachmittag. Den Pokal der Stadt Seligenstadt für den „Oldtimer des Jahres“ nahm Egon Fromm aus Maintal mit der Note 1,7 für sein knallrotes, nahezu neuwertig erscheinendes MG A-Coupé aus dem Jahr 1957 in Empfang. Edward Shinko aus Seligenstadt fuhr mit dem Erbstück seines Vaters, einem 1957er Mercedes 220 S Coupé, im Originalzustand vor, erhielt die Note 2,1 und den Pokal für das „beste Auto der 50er Jahre“. Für seinen Messerschmitt-Kabinenroller TG 500 von 1959 erhielt Walter Krech aus Dietzenbach die Note 2,1 und den Pokal in der Kategorie „Originellstes Fahrzeug“. Das Ford Mustang Cabriolet aus dem Jahr 1965 von Peter Meier aus Nidderau beeindruckte die Jury ganz besonders und wurde mit dem Pokal „Bestes Auto der 60er Jahre“ und der Traumnote 1,375 belohnt.

Fotos: Traditionelle „Oldiepräsenta“ in Seligenstadt

Mit einem weiteren Ford, einem silbernen Granada der ersten Serie von 1977, gewann Kerstin Gumpricht in der Klasse „bestes Auto der 70er Jahre“. In der Klasse „Bestes Motorrad“ war die FN Fabrik National M7a „Sahara“ (350 Kubikzentimeter) von 1928 unangefochten Favorit unter allen Krafträdern. Der Seligenstädter Jürgen Wohlrab nahm seinen Pokal in zeitgenössischer Motorrad-Montur entgegen.

Unter den Youngtimern setzte sich Gerhard Weinfurter aus Hattersheim mit seinem Daimler Benz R 107 280 SL Cabriolet von 1985 und der Bestbenotung 1,8 durch. Mit dem „Exoten-Pokal“ fuhr der Dietzenbacher Klaus Buschbaum in seinem orangenen, authentisch und sorgsam restaurierten VW 181 Kübel von 1977 nach Hause. Der Dankeschön-Pokal der WWWV für besonders verdiente Mitstreiter ging dieses Jahr an den Seligenstädter Rainer Alt. (rdk)

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