AK Willkommen will Hilfe organisieren

Roma-Familie vor der Abschiebung

Seligenstadt - Wie der Arbeitskreis „Willkommen in Seligenstadt“ berichtet, droht einer weiteren Roma-Familie die Ausweisung. „Obwohl den Verantwortlichen die prekäre Lage der Roma auf dem Balkan bekannt ist, werden deren Gründe, sich um Asyl zu bemühen, völlig ignoriert“, kritisieren die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer.

Die Familie sei nicht aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland gekommen. Sie habe Albanien schon zum zweiten Mal verlassen, nachdem ihre Unterkunft zerstört und der Vater von der Polizei misshandelt worden sei. Die älteste Tochter besuchte vor der Ausreise eine Schule, wurde aber geschlagen und ausgegrenzt, bis sie verängstigt aufgab und dem Unterricht fern blieb. Einen Kindergartenplatz für die zweite Tochter können die Eltern sich nicht leisten. Die Familie hat außerdem einen knapp zwei Monate alten Säugling, mit dem sie nach ihrer Rückkehr wohl auf der Straße landen werde. Es gebe zwar Verwandte in Tirana, doch diese leben selbst „auf engstem Raum in zum Teil menschenunwürdigen Verhältnissen“.

Weitere Infos:

willkommenskultur-fluechtlinge-seligenstadt.de

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In Deutschland habe die Familie erstmals Anerkennung erfahren und die Möglichkeit, sich zu bilden. Alle sprechen Deutsch, bringen sich im AK Willkommen ein, die ältere Tochter singt im Chor und turnt im Verein. „Wir können der Familie leider trotz aller Argumente nicht zum Bleiberecht verhelfen.“ Die Helfer wollen aber versuchen, Hilfe vor Ort zu organisieren: Ein Kita-Platz sei schon gefunden, er müsse nun noch finanziert werden. Wer die Familie unterstützen möchte, findet weitere Infos auf der Homepage des Arbeitskreises.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

kd

Rubriklistenbild: © dpa

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