Sammler geben bei Tauschbörse Einblick in seltenes Hobby

Zuckersüßer Schatz aus 150.000 Exemplaren

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Karin Rädel organisiert seit 16 Jahren die Tauschbörse in Seligenstadt. Auf dem Bild begutachtet sie mit Sammler Walter Paulen seltene Stücke.

Seligenstadt - Der süße Schatz der Seligenstädter Würfelzucker-Sammlerin Karin Rädel umfasst mehr als 150.000 Exemplare und wiegt geschätzt etwa eine Tonne. Von Armin Wronski 

Einen kleinen Teil präsentierte sie zum Tauschtag des Zuckersammler-Klubs Deutschland am vergangenen Samstag im Vereinsheim an der Steinheimer Straße. Vor 16 Jahren organisierte sie dieses Treffen erstmals in der Einhardstadt. „Bei der Tauschbörse werden erfahrungsgemäß nur die doppelt vorhandenen Stücke gezeigt und zum Tausch angeboten, denn es fließt kein Geld“, erläutert Rädel, die zugleich auch Vorsitzende des DZDF (Der Zuckersammler-Klub Deutschland & Freunde) mit seinen 65 Mitgliedern ist. Mit ihrem ungewöhnlichen Hobby war die Seligenstädterin schon wiederholt im Fernsehen. Zum Beispiel machte der Reisejournalist und Globetrotter Michael Wigge vor drei Jahren bei seiner Tretrollertour durch Deutschland eine Abstecher zur „Zuckersammlerqueen“ in Klein-Welzheim.

Die Zuckersammler sind in der Republik überschaubar. „Wir kennen uns seit Jahren, und die Tauschtage haben den Charme eines Familientreffens“, beschreibt Rädel das Flair um die Sammlertische, auf denen die süßen Schätze ausgelegt sind. Zum 16. Seligenstädter Tauschtag reisten Sammler unter anderem aus Frankreich, Holland, der Slowakei und Tschechien sowie aus ganz Deutschland an. Der Berliner Frithiof Schneider zum Beispiel hat sich auf die verpackten Zuckerstückchen von Gaststätten konzentriert: „Die werden immer seltener, weil die Gastronomen aus wirtschaftlichen Gründen Zuckerstreuer aufstellen“, begründet er seine Motivation.

Walter Paulen aus Manubach im Westerwald ist dagegen ein so genannter Allrounder. Zu seinem Fundus zählt alles, was nur irgendwie etwas mit verpacktem Zucker zu tun hat. „Grundsätzlich hat jeder von uns seine ’blauer Mauritius’ in der Sammlung, die nicht auf der Tauscherbörse gezeigt wird.“ Auf die Frage, wie er seinen Kaffee trinkt, kommt die prompte Antwort: „Natürlich schwarz, ohne Zucker“.

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