Lagebericht gibt Überblick und listet auch Mankos auf

Senioren sind gut versorgt, Betreutes Wohnen fehlt

Seligenstadt - Ein gut ausgebautes Angebot der ambulanten Pflegedienste und der vollstationären Pflege sowie großes ehrenamtliches Engagement von Vereinen und Verbänden prägen das Lebensumfeld älterer Bürger in Seligenstadt. Der ausführliche Bericht für die Jahre 2014 und 2015 fasst ein breit angelegtes Spektrum zusammen.

Der demografische Wandel, also die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung, beeinflusst unterschiedliche Gesellschaftsbereiche und stellt Bund, Länder und Kommunen vor neue Herausforderungen. Der Bericht zur Lage der älteren Mitbürger in Seligenstadt 2014 und 2015, der im April mit einem Aus-blick auf die folgenden Jahre dem Magistrat vorlag, sei „eine Bestandsanalyse und kann als Informationsgrundlage für künftige Maßnahmen herangezogen werden“, so Seniorenberaterin Anke van den Bergh.

„Der umfassende Bericht gibt einen guten Überblick über die bestehenden städtischen, kommerziellen und ehrenamtlichen Angebote für die Vertreter der Generation 60plus und findet große Anerkennung“, lobt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Das Angebot der ambulanten Pflegedienste und der vollstationären Pflege sei gut ausgebaut und ausreichend. In der Klinik für Akutgeriatrie und geriatrische Frührehabilitation der Asklepios-Klinik steht der ältere und alte Patient im Mittelpunkt der Therapie. Zudem, so der Rathauschef weiter, seien viele engagierte Bürger in der ehrenamtlichen Arbeit für die Senioren aktiv. Der Verein „Hilfe Füreinander“ - Seniorenhilfe Seligenstadt, die derzeit acht Seniorenkreise und die Pfarreien böten Hilfen im alltäglichen Leben, Besuchsdienste oder Abwechslung in der Freizeitgestaltung. „Mit diesen vielfältigen bürgerschaftlichen Aktivitäten wird das Leben der älteren Generation vielfältiger und bunter gestaltet“.

Die Stadt würdigt das ehrenamtliche Engagement einmal im Jahr mit dem mit 500 Euro dotierten Ehrenpreis der Senioren, der beim städtischen Seniorennachmittag verliehen wird. Viele örtlichen Vereine haben eigene Seniorensportabteilungen. Menschen mit gleichen Erkrankungen, Süchten oder anderen Problemen können in Selbsthilfegruppen Unterstützung erfahren. Die Hospizgruppe Seligenstadt und Umgebung begleitet ehrenamtlich Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörigen durch Gespräche und ihre Anwesenheit. Beim Dekanatsprojekt „HalteStelle“ können Bedürftige Lebensmittel und Hygieneartikel unbürokratisch erhalten.

Seit 1986 gibt es bei der Stadt die Stelle einer Seniorenberaterin, seit 2012 ist sie mit Anke van den Bergh besetzt. Das Seniorenbüro, seit Dezember 2015 im neuen barrierefreien Raum direkt neben dem Rathaus, ist zentrale Anlaufstelle für Auskünfte und Beratungen in allen Fragen des Alterns. Bei Themen außerhalb der Seniorenberatung wird der Kontakt zu weiteren Stellen hergestellt. Als Moderatorin und Ansprechpartnerin für Fachfragen begleitet die Senioren-beraterin einmal monatlich einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige. Neben der Beratung werden Informationsveranstaltungen und Ausflüge geplant und begleitet.

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Alle drei Monate gibt die Stadt die kostenlose Seniorenzeitung „Für uns“ heraus, die zugleich als Mitteilungsblatt für die Seniorenhilfe fungiert. Berichtet wird zudem über städtische Veranstaltungen, aktuelle Themen und Angebote sozialer Dienste. Die Stadt bietet ihren älteren Bürgern auch eine kostenlose allgemeine Rentenberatung an. Konkrete Beratung und Auskunft im Einzelfall übernimmt die Deutsche Rentenversicherung, die im Rathaus monatliche Sprechtage anbietet. Weitere Ansprechpartner sind VdK, die Schuldnerberatung und der sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Offenbach.

Die Stadt ist Eigentümerin von Sozialwohnungen in Seligenstadt und den Stadtteilen und hat auch das Vorschlagsrecht für öffentlich geförderte Wohnungen anderer Woh-nungsbaugesellschaften. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit ab dem 61. Lebens-jahr eine altengerechte Wohnung anzumieten. Die Wohnungsvermittlung wird im Amt für Soziale Infrastruktur im Nachbarschaftshaus bearbeitet. Die Nachfrage nach Sozial- und Altenwohnungen ist größer als das vorhandene Angebot. Sie entsprechen zum größten Teil nicht den Bedürfnissen der älteren Generation, da diese meist nicht barrierearm oder barrierefrei sind.

Weiterhin mangelt es an Plätzen für die Kurzzeitpflege. Betreutes Wohnen, Tages- und Nachtpflege werden in der Stadt nicht angeboten, hier müssen die Betroffenen auf die Angebote anderer Städte und Gemeinden zurückgreifen. 

mho

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