Bunter Musikmix

„Sound of Seligenstadt“ lockt hunderte Besucher ans Mainufer

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Musikalische Momentaufnahmen lieferte am Freitagabend die Formation „Polaroid“ - eine von vier Formationen beim zweiten Band-Festival „Sound of Seligenstadt“.  

Seligenstadt - Gewagt, geschafft und alles gut. Ebenso erleichtert wie zufrieden zogen am Wochenende die Verantwortlichen des Kunstforums die vorläufige Bilanz ihres zweiten Open-Air-Bandfestivals an der Basilika - nicht nur des Wetters wegen.

Mit gut über 400 Besuchern lauschten laut Pressesprecherin Freya Göttlich deutlich mehr Musikfans dem „Sound of Seligenstadt“ als bei der Premiere im vergangenen Jahr. König Fußball hatte den taktischen Rückzug erzwungen - schon vor Wochen, als klar wurde, dass der zunächst angepeilte Festival-Termin am 2. Juli mit einem EM-Spiel des deutschen Teams zusammen fallen könnte. Die drohende Niederlage vor der aufziehenden Unwetterfront blieb den leidgeprüften Veranstaltern am Freitag dann aber erspart: Bis weit in die Nacht blieb der Bubenschulhof trocken. Und übers Wetter sprach nach den ersten Takten von „Polaroid“ kaum noch jemand. Mit der Verpflichtung der fünf Jungs als Einsteiger untermauerte das Kunstforum seinen Anspruch, Starthelfer für junge Talente zu sein. „Sie sollten was auf dem Kasten haben und in Beziehung zu Seligenstadt stehen“, skizziert Jan Masuhr, selbst profilierter Profi, die Auswahlkriterien für die Bands. „Solange die Qualität stimmt, sind wir zufrieden“.

Sänger und Gitarrist Frederick Nay, Carlos Unger am Bass, Drummer Robin Millitzer und Kevin Disser (Gitarre) stellten sich dieser Herausforderung am Freitagabend erstmals mit eigenen, selbst getexteten und komponierten Songs - musikalische Momentaufnahmen aus dem richtigen Leben, wie der Name sagen will. „Polaroid“ gibt es in dieser Zusammensetzung erst seit Beginn dieses Jahre. Zwischen 19 und 24 Jahren alt, brachten die Musiker gleichwohl einige Bühnenerfahrung aus anderen Formationen mit und überzeugten mit einem groovigen Rock- und Pop-Repertoire.

Alte Bekannte waren mit Rock-Poet Sven Garrecht gekommen. Gitarrist Max Völk und Schlagzeuger Tobias Wehner hatten im vergangenen Jahr unter dem Label „Vanilla Junction“ aufhorchen lassen und lieferten diesmal zusammen mit dem Frontmann, Bassist Max Mörke und Multitalent Simon Seipel (Geige, Glockenspiel, Akkordeon, Ukulele und Gitarre) ein lyrisch-harmonisches Kurzkonzert. Neben bekannten Songs über die „Lüschebank“ und „Mein Sellestadt“ lernten die Zuhörer auch den Kleinstadt-Tiger und den inneren Schweinehund näher kennen, erfuhren, wer Beethoven die Frau ausgespannt hat und warum sich Falschparken gelegentlich lohnen kann. Demnächst kommt eine neue CD. „Eigentlich wollen wir jedes Jahr andere Bands präsentieren“, so Jan Masuhr. Sven Garrecht und seine Freunde allerdings seien „einfach überzeugend“.

Bilder: „Sound of Seligenstadt“

Ebenfalls im Freundeskreis drehte Sängerin Elke Hüfner auf. Bekannt als Frontfrau legendärer Formationen wie „Melibokus“, „Midnight Project“ oder „United“, hat sie die regionale Szene über viele Jahre mit geprägt und für das Kunstforum-Festival ein Kraftpaket aus Frauen-Rocktiteln geschnürt. Mit dem Rodgauer Gitarrenbauer und Musiker Nik Huber, dem Aschaffenburger Schlagzeuger Matthias Ladewig und Bassist Thomas Leilich aus Seligenstadt unterstützte sie ein exzellentes Team.

Bekannte Namen, eine große Fangemeinde und einen Ruf wie Donnerhall brachte „Parason“ zum furiosen Finale mit. Piotr Konczewski (Schlagzeug), Uli Hof (Bass), Rudi Schnetzer (Keyboard) und Willy Spahn (Saxophon, Flöte und Klarinette) hatten sich mit Sängerin Isabella Hof und Ila Zahidova (Percussion) Verstärkung geholt und brannten ein gut einstündiges Sound- und Rhythmusfeuerwerk aus Salsa, Samba, Swing und Latin-Jazz ab.

Im Ablauf gestrafft, mit zugkräftigen Akteuren und gesteigertem Qualitätsanspruch hat „Sound of Seligenstadt“ aus Sicht der Kunstforum-Verantwortlichen gute Chancen, neben dem Gospel-Konzert vor Weihnachten auf Dauer zum zweiten großen Livemusik-Event im Jahresprogramm zu werden - auch wenn die Vorbereitung laut Michael Till, einer der drei Vereinsvorsitzenden, über Monate alle Kräfte der ehrenamtlichen Organisatoren beansprucht hat. „Man zweifelt doch manchmal, ob man das schafft“, sagt Jan Masuhr, dem federführend die Auswahl der Musiker oblag. Am Freitagabend setzte das Kunstforum über knapp fünf Stunden rund 15 Helfer ein.

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