„Katastrophaler Zustand“

SPD-Fraktion besichtigt Baustelle am Bahnhof

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Die Seligenstädter SPD-Fraktion stattete der Baustelle am Bahnhof der Einhardstadt einen Besuch ab und informierte sich über den Fortschritt der Arbeiten.

Seligenstadt - Der Seligenstädter Bahnhof ist in einem insgesamt „katastrophalen Zustand“. Davon überzeugten sich Mitglieder der SPD-Fraktion bei einer Besichtigung unter Leitung des Investors Karl Ludwig Toth.

„Die Wände hatten sich im oberen Giebelbereich wesentlich nach außen verschoben und mussten durch Bandeisen und Maueranker wieder in die Senkrechte gebracht werden. Auch schwere Eisenträger mussten im ganzen Haus eingebaut werden“, beschreibt Michael Gerheim den Zustand des ehemaligen Bahnhofsgebäudes. Bei einem Besuch der Seligenstädter SPD machte sich der Fraktionsvorsitzender gemeinsam mit Parteifreunden ein Bild von der Baustelle und ließ sich von Investor Karl Ludwig Toth über den aktuellen Stand informieren. Bei der Besichtigung des Gebäudes sei den Kommunalpolitikern bewusst geworden, wie viel Geld und Energie der Bauherr bereits in das historische Bauwerk gesteckt habe.

Das Interesse der Genossen galt neben dem Baufortschritt vor allem aber auch der zukünftigen Nutzung des Bahnhofsgebäudes. So sollen im Erdgeschoss eine Bäckerei mit Café, ein Frisörladen und eine Modeboutique eingerichtet werden, die für die Kundschaft auch untereinander verbunden und erreichbar sein sollen.

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Mit einem Zusatzantrag möchte Toth einen begrünten Freisitz vor dem Café schaffen, um damit dem Platz vor dem Gebäude und dem Zugang zur oberen Bahnhofstraße mehr Attraktivität zu verleihen, erläutert Gerheim. Da die Wiederbelebung der Bahnhofstraße vom Bahnhof her auch ein aus dem Wahlkampf aufgeführtes Ziel der SPD gewesen sei, nahmen die Genossen diesen Aspekt sehr positiv auf. Der Fraktionsvorsitzende ist sich dabei sicher, dass auch für die Gelände rechts und links des Bahnhofsgebäudes „eine vor allem für die Bürger Seligenstadts gute Lösung gefunden wird“. Gespräche zwischen Stadt und Bauherr würden dazu bereits geführt.

Aus dem alten Gepäck- und Lagerschuppen wird ein Eventraum mit Bühne, in dem kleine kulturelle Veranstaltungen oder Familienfeiern bis zu 80 Personen durchführbar sein sollen, erläutert Gerheim weiter. Toth habe allerdings bedauert, dass das alte Stellwerk abgebaut worden ist. „Er hätte es doch gerne als Schauobjekt präsentiert“, so der Sozialdemokrat. Die oberen Stockwerke des Bahnhofsgebäudes sollen als Büro- und Praxisräume dienen, wobei Toth mit seiner eigenen Firma VT-Ingenieurbau GmbH in die oberste Etage einziehen will. Die gesamte Sanierung des Bahnhofsgebäudes soll bis März 2017 abgeschlossen sein, sagt der Investor.

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Das Interesse der SPD-Fraktion galt auch dem kleinen Bahnhäuschen zwischen Park- und Fahrradabstellplatz. Dort soll eine Gaststätte mit Innen- und Außenbewirtung fertiggestellt werden, die den Altbau mit einem modernen Anbau aus Stahl, Beton und Glas ergänzt, so Gerheim.

Dem Vernehmen nach wird aus der ursprünglich angedachten Erlebnis-Gastronomie mit dem Seligenstädter Gastronomen Meryem Dikme (unter anderem „Alte Schmiede“ nichts. Er werde das Lokal nun doch nicht betreiben. (sig)

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