Zusätzliche Vereinsförderung

Stadt soll sich an Kosten für kreiseigene Sporthallen beteiligen

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Die Sporthalle der Seligenstädter Einhardschule ist Austragungsort vieler großer Sportveranstaltungen. Für die Nutzung zahlt die Stadt Seligenstadt nichts.

Seligenstadt - Weil die Stadt Seligenstadt nicht - wie viele andere Kommunen im Kreis - über eine eigene Sporthalle verfügt, wird sie künftig eine Umlage zahlen. Knapp 32 000 Euro sollen das in nächsten Jahr sein. Ein entsprechender Magistratsantrag liegt der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vor. Von Oliver Signus

Kommunen, die eigene Sporthallen besitzen, müssen für den laufenden Betrieb recht tief in die Tasche greifen. Hainburg gehört im Ostkreis dazu, nennt die Kreuzburghalle ihr Eigentum. Fast 81.000 Euro lässt sich die Gemeinde den Betrieb jährlich Kosten, geht aus einer Drucksache hervor, die derzeit der Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorliegt. In der Tabelle sind alle 13 Kreiskommunen aufgeführt. Ihr jeweiliger Aufwand für die Nutzung der eigenen Halle wird mit den vom Kreis nicht in Rechnung gestellten Kosten der kreiseigenen Hallen verrechnet. Wer dabei insgesamt ein positives Ergebnis erzielt, soll künftig einen Ausgleich zahlen. Seligenstadt ist eine von neun Kommunen, die zur Kasse gebeten wird. Die Hallen in der Einhardstadt gehören entweder dem Kreis (Schulsporthallen) oder Vereinen (zum Beispiel TGS).

Seit Jahren sehen sich Kommunen mit eigenen Hallen benachteiligt, müssen zur Entlastung ihrer Haushalte einen Teil der Kosten an die Nutzer weitergeben. Nun hat der Kreis ein Konzept entwickelt, den Seligenstadts Bürgermeister Dr. Daniell Bastian „Fairnessausgleich“ nennt. Diesen Ausgleich wird der Kreis an die Kommunen mit einem negativen Ergebnis weiter reichen. Knapp 32.000 sind das im kommenden Jahr - vorausgesetzt, die Stadtverordneten stimmen zu. „Wir profitieren von der Situation, dass wir die Infrastruktur des Kreises mitnutzen“, sagt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und verweist auf hohe Unterhaltungskosten eigener Häuser, zum Beispiel beim Riesen. Ob die 32.000 Euro an die Seligenstädter Vereine weitergereicht werden oder nicht, sei offen. „Geplant ist es derzeit nicht“, sagt Bastian, betont aber, „dass es sich hier um eine zusätzliche Vereinsförderung handelt“.

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Bei der Berechnung des Beitrages für Seligenstadt hat der Kreis Nutzungszeiten von Vereinen und Gruppen in einem Jahr (2014) ermittelt und fiktive Stundensätze festgelegt. Je nach Größe entfielen 17,30 Euro auf Delp-, Emma- und Don-Bosco-Schule, 27,40 Euro auf Konrad-Adenauer- und Merianschule sowie 45,30 Euro auf die Einhardschule. Eine genaue Aufstellung mit der ausführlichen Berechnung findet sich auf der Seite der Stadt (www.seligenstadt.de)

Stimmt die Stadtverordnetenversammlung der Drucksache des Magistrats zu, wird die Ausgleichszahlung erstmals im Haushaltsjahr 2017 fällig. Die Mittel werden daher im Etatplan berücksichtigt. Im kommenden Jahr wird der Kreis Offenbach dann die Höhe der Zahlung neu berechnen.

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