Umgestaltung der Aschaffenburger Straße:

Verkehrsspuren und Schäden

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Aschaffenburger Straße am Zugang zum Klosterbezirk: Diese Ecke soll bei der Neugestaltung besonders berücksichtigt werden.

Seligenstadt - Zu den „Ladenhütern“ auf der langen Liste der verwaisten Stadtverordnetenbeschlüsse zählt die Umgestaltung der Aschaffenburger Straße. Von Michael Hofmann

Problem: Extrem schmal ausgebaute Gehwege.

Weil es nun Anzeichen gibt, dass das Programm der Verkehrsinfrastrukturförderung, Kommunaler Straßenbau, des Landes Hessen (GVFG) 2019 ausläuft, rät der Magistrat zur grundhaften Erneuerung eines Teils der Straße. Das Papier ist zwar im Geschäftsgang, doch vertagte der Haupt- und Finanzausschuss die Thematik in die nächste Runde. Die Geschichte reicht zurück bis in die 1970er Jahre und zur Altstadtsanierung. Damals verlief die Landesstraße L 3065 noch von Zellhausen nach Hainburg über die Aschaffenburger Straße, den Marktplatz und die Steinheimer Straße. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss Mitte der 80er Jahre eine Prioritätenliste zur Neugestaltung der Bereiche Marktplatz, Steinheimer und Aschaffenburger Straße, meldete das Vorhaben für das GVFG-Förderprogramm an. Nach Abschluss der Maßnahmen Marktplatz 1987/88 und Steinheimer Straße 1992/94 flossen die entsprechenden Fördermittel für diese beiden ersten Teilbereiche. Die „Grundhafte Erneuerung der Aschaffenburger Straße (Abschnitt Haus Nr. 51 bis 103)“ war zwar weiter im Programm gelistet, gleichwohl wurden „Planung und die Bauausführung immer wieder verschoben und zurückgestellt“, so der Magistrat. Gegenwärtig gebe es Anzeichen, dass das Förderprogramm 2019 ausläuft. Die Tiefbauabteilung des städtischen Bauamts hat daher eine Aschaffenburger Planungsgruppe mit einem Konzept zur Neugestaltung der Aschaffenburger beauftragt. Um den Förderanspruch geltend zu machen, verlangt Hessen Mobil konkrete Konzeptionen, eine Kostenschätzung sowie Daten für die Genehmigung und einen Zeitrahmen.

Den Straßenzug der Aschaffenburger 51 bis 103 prägt noch der ursprüngliche Ausbaucharakter mit Basaltpflastersteinen im Fahrbahnbereich und den straßenbegleitenden Gehwegen mit Betongehwegplatten. „Der Verkehr der letzten Jahrzehnte hat deutliche Spuren und Schäden an der Fahrbahnoberfläche in Form von Verformungen, Setzungen und losen Pflastersteinen hinterlassen. Des Weiteren sind die Gehwege schmal ausgebaut, so dass die Aschaffenburger Straße im oben genannten Abschnitt mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen nur unter der Mitbenutzung der Fahrbahn passiert werden kann“, beschreibt der Magistrat die Problemzonen.

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Folgende Maßnahmen sind in der Diskussion, eine Anordnung auf Umsetzung wird allerdings „erst nach Bereitstellung der finanziellen Mittel“ erteilt:

  • Die Oberflächen sollen im Gestaltungskanon bereits ausgebauter Altstadtstraßen wie zum Beispiel der Bahnhofstraße, der Großen Maingasse oder der Steinheimer Straße befestigt werden. Dies bedeutet die Verwendung von grauem Granitsteinpflaster im Fahrbahnbereich und rotbraunem Porphyrpflaster im Gehwegbereich.
  • Die Kfz-Stellplätze sollen durch fünf im Winkel gesetzte, farbig unterschiedene Pflastersteine gekennzeichnet und nicht durch eine besondere Pflasterung hervorgehoben werden.
  • Die Entwässerung der Straßenfläche erfolgt beidseitig in Form zweier dreizeiliger, offener Rinnen aus Granitsteinen.
  • Zwischen Einmündung Dr.-Otto-Müller-Straße und Abzweig zum Freihof wird auf der nördlichen Straßenseite (Klosteranlage) aus Platzgründen lediglich ein „Schrammbord“, also kein vollwertiger Gehweg, angelegt. Dieser wird durch einen Hochbord aus Granit abgesetzt.
  • Verkehrstechnisch soll die Trennung von fahrendem bzw. ruhendem Verkehr und dem Fußgängerbereich beibehalten werden. Dabei sollen die Flächen durch Hochborde aus Granit getrennt bleiben. (Ausnahme: Querungsstellen für Fußgänger und Rollatoren/Rollstühle).
  • Im westlichen Straßenabschnitt zwischen Haus Nr. 65 und Haus Nr. 47 soll der Begegnungsverkehr, im östlichen Abschnitt der Einrichtungsverkehr aus Ost, beibehalten werden.
  • Aufgenommen und bei der Neugestaltung der Straßenoberfläche besonders gewürdigt werden sollen im leicht gekrümmten Verlauf der Straße vier Stationen: Der Standort der ehemaligen, geschleiften Torturmanlage (Obertor); der Brunnenstandort an der Einmündung Dr.-Otto-Müller-Straße; der Zugang zum Klosterbezirk Höhe Haus Nr. 79 (Pfarrhaus) mit dem Verlauf des ehemaligen Breitenbaches sowie die Aufgabelung zum Freihof, Höhe Haus Nr. 51.

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