Liste über Zustand städtischer Immobilien

Vieles ist marode: Von Pulverturm bis Sportstadion

Seligenstadt - Ein Liegenschaftsverzeichnis mit 76 Posten hatte der Magistrat den Stadtverordneten vorgelegt. Die nahmen den Bericht über Nutzung, Zustand und Erhaltungsbedarf der Immobilien ohne Kommentar zur Kenntnis. Von Sabine Müller

Größter Einzelposten mit 450.000 Euro ist die Sanierung der Schießanlage im Stadtteil Klein-Welzheim. Gemäß Auftrag des Parlaments aus dem Jahr 2004 hatte das Bauamt eine Auflistung der bebauten städtischen Liegenschaften der Stadt Seligenstadt mit aktueller Nutzung, baulichem Zustand und geschätztem Sanierungsbedarf (Stand: Juni 2015) vorgelegt. Darunter auch jene Immobilien, die von der Baugenossenschaft Steinheim am Main eG verwaltet werden; sie wurden aber nicht bewertet. Kommunen und Kreise verfügen oft über zahlreiche Liegenschaften, die zum Großteil als Verwaltungsgebäude, Schulen, Bürgerhäuser, Veranstaltungsräume, aber auch als Wohngebäude, Grillhütten, Schwimmbäder, Sport- und Kulturstätten genutzt werden. In der Sparte „bebauter Grundbesitz in der Kernstadt“ gibt es einigen Handlungsbedarf, der zu Buche schlägt. So ist der Pulverturm Pfarrbollwerk – wie die Türme Stumpfaue und Muhlaul und die Stadtmauer überwiegend aus Sandstein gebaut – „sehr sanierungsbedürftig“; Putz ist abgefallen und es besteht Unfallgefahr. Die geschätzten Sanierungskosten betragen 200.000 Euro.

In die Jahre gekommen ist das Schwimmbad, das in diesem Jahr 50. Geburtstag feiert und etliche Reparaturen benötigt. Für neue Fenster im Umkleidegebäude, ein neues Herren-WC, Durchschreite- und Schwimmerbecken, Zaunteile sowie Solaranlage sind 203.000 Euro fällig. Das Einhardhaus braucht mittelfristig neue Fenster und Reparaturen an der Außenfassade; dafür veranschlagt sind 120.000 Euro. Außerdem muss die Fahrzeughalle der Feuerwehr für 80.000 Euro renoviert werden.

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8000 Euro wird die Erneuerung der Innentüren in der Jugendmusikschule kosten, 310.000 Euro das Rathaus (Außensanierung und neue Toilettenanlage im Keller). In der Kita Käthe Münch sollten die Bodenbeläge aus dem Jahr 1994 für 65.000 Euro ausgetauscht werden. Ebenfalls aus Altersgründen braucht Seligenstadts „guter Stube“ eine neue Heizungsanlage: Etwa 80.000 Euro wird der „Riesen“ verschlingen.

Risse an der Außenfassade und ein maroder Eingangsbereich im Vereinsheim an der Steinheimer Straße machen Sanierungskosten von 25.000 Euro aus. Auch die Sportanlage ist eine Sparbüchse, die Beregnungsanlage muss saniert, der Stromverteilerschrank erneuert werden: macht 47.000 Euro. Dazu addieren sich 33.000 Euro für die neue Attikaverkleidung am Duschgebäude des städtischen Stadions und ein Zaun zur Zellhäuser Straße.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Im Stadtteil Froschhausen stehen diverse Sanierungsarbeiten an der Feuerwehr mit insgesamt 82.000 Euro an. Auch in Klein-Welzheim ist die Feuerwehr dran: Bei der Fahrzeughalle wird eine Dachsanierung erforderlich – Kostenpunkt: 45.000 Euro, ein neues Tor kostet 6000 Euro. Größter Posten im Liegenschaftsverzeichnis ist das Klein-Welzheimer Bürgerhaus. Hier hat das Stadtparlament beschlossen, die Schießstände modernen Wettkampfrichtlinien anzupassen, was mit 450.000 Euro richtig teuer wird.

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