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So entstand die neue Star-Wars-Welt im Legoland Günzburg

Darth Vader und die kleinen Knöpfe

Das Miniland im Legoland Günzburg ist um eine Attraktion reicher: Im Star Wars Universum sind Figuren und Szenen aus der Science-Fiction-Filmreihe im Maßstab 1:20 zu sehen.

© IWP Press

Angriff der Klonkrieger: Im Miniland des Legolandes in Günzburg sind seit Kurzem alle sechs Episoden der Star Wars Saga aufgebaut

Reiseredakteur Volker Pfau durfte einen Blick in die Werkstatt werfen, in der Darth Vader, Yoda, Luke und die Schauplätze der Sternensaga gebaut wurden.

Das Miniland im Legoland Günzburg ist um eine Attraktion reicher: Im Star Wars Universum sind Figuren und Szenen aus der Science-Fiction-Filmreihe im Maßstab 1:20 zu sehen. Reiseredakteur Volker Pfau durfte einen Blick in die Werkstatt werfen, in der Darth Vader, Yoda, Luke und die Schauplätze der Sternensaga gebaut wurden.

© IWP PressFigurenlehre: Stefan Bentivoglio und einige seiner Modelle

Stefan Bentivoglio reist gerne. Und lässt immer wieder das, was er unterwegs sieht, in seine Arbeit in der Modellbauwerkstatt im Legoland Günzburg einfließen. Seit seiner letzten Reise nach Venedig ist der aus den kleinen Plastiksteinen gebaute Markusplatz im Miniland mit deutlich mehr Tauben bevölkert als zuvor, und neben dem Dogenpalast bietet nun ein fliegender Händler gefälschte Markenprodukte an. Seit einem Trip in die Bundeshauptstadt ergänzt zudem ein Dönerstand den Berlinbereich.

Für sein jüngstes Projekt hatte Stefan Bentivoglio jedoch keine Möglichkeiten, sich Anregungen beim Original zu holen: Die Welt von Star Wars existiert nur auf dem Bildschirm. Und doch hat es der 32-Jährige zusammen mit seinen Kollegen geschafft, in über 13 Monaten auf 140 Quadratmetern aus jeder der sechs Episoden eine komplette Themenwelt fürs Miniland zu schaffen, dazu noch eine zusätzliche zu der Zeichentrickserie The Clone Wars.

Star-Wars-Welt im Legoland Günzburg

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„Das war nicht ganz einfach, denn es musste alles immer erst von Lucasfilm genehmigt werden“, sagt Stefan Bentivoglio. Das US-Unternehmen von George Lucas, dem Erfinder der Star-Wars-Filme, hatte hohe Ansprüche an die Authentizität von Figuren und Landschaften. „Am meisten hatten sie bei den Figuren zu beanstanden.“ So wurde eine erste Version des putzigen Ewoks Tokkat zurückgewiesen, weil sie zu sehr an einen Teletubbie erinnere. „Aber sie haben dann alles genehmigt“, sagt Bentivoglio stolz.

© IWP PressInvasion im Miniland Zur Eröffnung des Star Wars Universums im Miniland kam die German Garrison der 501st Legion mit Darth Vader und Kampftruppen ins Legoland. Sie werden voraussichtlich auch 2012 wieder auftreten.

Seit knapp acht Jahren ist er als Modellbauer im Legoland beschäftigt. Im Fernsehen hatte er eine Sendung über diesen Job gesehen und sich beworben. Der gelernte Telekommunikationselektroniker musste einen Bautest machen – eine Katze aus blauen Steinen in 45 Minuten und eine hohle Kugel mit mindestens zehn Zentimeter Durchmessern in einer Stunde – und bekam eine Stelle. „Jeder hier hat was anderes gelernt“, sagt Stefan Bentivoglio, „wir haben Biologen, Schreiner, Kaufleute.“

Schon als Kind war der in Blaubeuren bei Ulm geborene Schwabe vernarrt in die kleinen bunten Steine. „Lego war für mich immmer das tollste Geschenk.“ Jetzt ist er den ganzen Tag über damit umgeben und kann aus etwa 5000 verschiedenen Formen, die es in rund 50 Farben gibt, auswählen. Zu Hause hat er aber kaum noch Legosteine. „Bei meinen Eltern stehen noch ein paar Kisten.“

Eine der größten Herausforderungen war der Bau der Arena von Geonosis aus Episode II. Vorlagen dafür gibt es nämlich nicht, und auch im Film ist das Monumentalbauwerk nie vollständig zu sehen. Also griff der Legobauer auf das Buch „Star Wars Complete Locations“ zurück, in dem alle wichtigen Schauplätze der gesamten Saga abgebildet sind. Außerdem musste für dieses Modell der sonst übliche Miniland-Maßstab von 1:20 geändert werden, sonst wäre es elf mal elf Meter groß und neun Meter hoch geworden. Im jetzt verwendeten Maßstab 1:180 brauchte der Modellbauer immer noch rund 150 Stunden, um die 45 Kilogramm schwere Arena aus 30 000 Steinen zu bauen.

© IWP PressFix repariert: Ein Mitarbeiter untersucht ein Flugzeug im Miniland. Dass mal was kaputt gehen kann, gehört zur Philosophie des Legolandes.

Über 1,5 Millionen der kleinen bunten Steine haben Stefan Bentivoglio und seine sieben Kollegen zu den mehr als 2000 Modellen des Star Wars Universums verbaut. „Alles aus handelsüblichen Steinen!“ Theoretisch könne man jedes Modell zu Hause nachbauen, denn kein einziger Stein sei verändert oder bearbeitet worden. „Das ist tabu!“ Man hat ja seine Modellbauerehre. Zur Inspiration und Information hat sich Stefan Bentivoglio alle sechs Teile von Krieg der Sterne angesehen. „Ich bin dabei aber kein so richtiger Fan geworden, die Liebe kam erst mit dem Bauen“, sagt er. Immerhin: „Ich kenne jetzt jede Figur mit ihrem Namen.“ Sein Lieblingscharakter ist der Kopfgeldjäger Boba Fett, „der ist cool, sogar im Film“.

Derzeit setzt er wieder Stein auf Stein und baut die Arena von Geonosis. Das Legoland Windsor bekommt demnächst auch ein Star Wars Universum. Langweilig wird Stefan Bentivoglio das nicht. „Zwischendurch baue ich zur Abwechslung mal einen Prototypen“, sagt er und zeigt einen E.T., der in einer Kreativpause entstanden ist. „Ich hab doch den schönsten Job der Welt: Ich darf den ganzen Tag Lego spielen und verdiene damit noch Geld.“ Ein Lächeln huscht über sein Gesicht und er sieht dabei aus, als sei er gerade mindestens 20 Jahre jünger geworden.

DIE REISE-INFOS ZUM LEGOLAND

REISEZIEL Das Legoland in Günzburg ist 140 Hektar groß (das entspricht rund 26 Fußballfeldern) und hat acht Abenteuerwelten mit 50 Fahrgeschäften sowie das Miniland mit Modellen aus 25 Millionen Legosteinen. Es wurde im Mai 2002 eröffnet und gehört inzwischen zur Merlin Entertainments Gruppe, zu der auch Sea Life gehört.

ANREISE Das Legoland Deutschland liegt direkt an der Autobahn A8 München–Ulm an der Ausfahrt Günzburg. Entfernung von München: rund 110 Kilometer.

Bahn: Vom Bahnhof Günzburg (IC-Halt) fahren Shuttlebusse ins Legoland, mit DB-Fahrkarte zum Reiseziel „Legoland“ ist die Fahrt gratis.

EINTRITT Die Tageskarte kostet für Erwachsene 37 Euro, für Kinder (3 bis 11 Jahre) 33 Euro. Die Familien-Tageskarte für 4 Personen (nur online buchbar) kostet 109 Euro. Jahreskarte Erwachsene oder Kinder 59 Euro (online 53,10 Euro).

GEÖFFNET Das Legoland öffnet bis zum 6. November täglich um 10 Uhr und schließt je nach Saisonzeiten zwischen 18 und 22 Uhr.

AUSKUNFT Infotelefon 018 05/70 07 57 01 (14 Cent/Min.), Internet: www.legoland.de.

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