Sportfreunde in Lehnerz auf Prüfstand

Hessenliga: Schmidt fordert mehr Konstanz

Seligenstadt - Als Tabellensiebter haben die Sportfreunde Seligenstadt in der Fußball-Hessenliga in dieser Saison mehr erreicht, als das nach dem großem Umbruch in der Sommerpause zu erwarten war.

Das größte Fragezeichen steht hinter dem Coach: Lars Schmidt plagt sich mit einer Grippe.

Dabei hat der neue Trainer Lars Schmidt ein wichtiges Vorhaben schnell umgesetzt und die Defensive der „Roten“ stabilisiert: Mit nur 23 Gegentoren stellen die Einhardstädter die drittbeste Abwehr der Liga. Da ist es auch zu verkraften, dass die eigene Torbausbeute (27 Treffer in 19 Begegnungen) mager ausgefallen ist. Eines aber hat auch der ehemalige Profi noch nicht geschafft: die Flatterhaftigkeit in den Griff zu bekommen. „Wir haben einfach zu vielen unterschiedliche Phasen“, stellt der 50-Jährige fest. Das zeigte sich auch in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. „Wir hatten einen sehr guten Einstieg in die Testspielphase. Aber dann haben sich schnell Euphorie und Zufriedenheit eingeschlichen. Wir hatten viele guten Halbzeiten, aber auch einige schlechte. Wir haben es nie geschafft, konstant über 90 Minuten unsere Leistung zu bringen“, kritisiert Schmidt. „Es werden schon noch einige Überraschungspakete sein, die wir abliefern.“ So wie in der Hinrunde, als sich glänzende (6:1-Sieg in Lohfelden, zweite Hälfte beim 2:2 gegen Rot-Weiss Frankfurt) und enttäuschende Vorstellungen (1:3 in Baunatal) abwechselten.

Am Samstag (14.30 Uhr) fordert Schmidt eine „90-minütige konzentrierte Leistung, sonst wird es ganz schwer, dort zu bestehen.“ Die Sportfreunde stehen beim Tabellennachbarn TSV Lehnerz auf dem Prüfstand. Die Osthessen liegen zwei Punkte vor Seligenstadt, verpassten in der vergangenen Saison in der Aufstiegsrunde den Gang in die Regionalliga Südwest. Auch dieses Jahr reicht der TSV die Bewerbungsunterlagen für die 4. Liga ein. Schmidt plagt sich derzeit mit einer aggressiven Grippe, wurde bereits am vergangenen Wochenende im Testspiel bei Bayern Alzenau (3:2) von Co-Trainer Karlo Wöll vertreten. „Mal sehen, ob ich am Samstag irgendwie da hinkomme“, ist er skeptisch. Nicht dabei sind definitiv Marius Trippel, der den Verein verlassen hat, und Marcel Kopp, der nach seiner Roten Karte im vorletzten Punktspiel 2015 gegen den KSV Baunatal noch gesperrt ist. Jan Hertrich hat trotz muskulärer Probleme seine Bereitschaft signalisiert, spielen zu wollen. Auf einem guten Weg ist Kapitän Christoph Stefani. „Nach dem Test in Gießen wurde sein Knie schnell dick. Das hat sich gebessert, er ist deutlich belastbarer“, erklärt Schmidt, der sich noch nicht entschieden hat, mit welchem System er in Osthessen spielen lässt. Das neu erprobte System mit zwei Spitzen (Evangelos Bellos und Carlos McCrary) ist eine sehr gute Alternative zum bewährten 4-2-3-1 mit Christopher Reinhard hinter einer Spitze.

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Generell traut Schmidt seiner Truppe in den verbleibenden Partien alles zu. „Wir können jeden schlagen, dürfen aber das untere Tabellendrittel nicht aus den Augen verlieren. Denn an verschlafenen Tagen können wir auch gegen mögliche Absteiger Schwierigkeiten bekommen.“

leo

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