Youngster Pia Dietrich sieht bei Rhein-Main Baskets das Potenzial zum Gewinn der deutschen Meisterschaft

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„In dieser Saison ist alles möglich“

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Langen - Nach der Finalniederlage im Pokalfinale gegen Oberhausen blieb für die Rhein-Main Baskets nicht viel Zeit zum Grübeln. Bereits am Samstag (19.30 Uhr) erwartet die Mannschaft den SV Halle Lions zur ersten Viertelfinal-Begegnung der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft.

© Altschuh

Pia Dietrich (rechts) behauptet sich im Pokalfinale gegen Valerie Nainima von den Baskets Oberhausen.

Im Vorfeld der Begegnung unterhielt sich unser Mitarbeiter Martin Walentowitz mit Pia Dietrich, die zuletzt im Pokal-Halbfinale mit einer hundertprozentigen Trefferquote auf sich aufmerksam machte. Die mit 17 Jahren jüngste Spielerin im Team spricht über ein abgehaktes Wochenende, eine errungene Regionalliga-Meisterschaft und wagt eine Prognose für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

Nach der Niederlage im Pokalfinale flossen bittere Tränen der Enttäuschung. Ist der erste große Frust schon verflogen oder immer noch im Hinterkopf?

Nein, das Wochenende ist für uns abgeschlossen. Zwar ist der erste Platz immer besser als der zweite, aber wir sind stolz darauf, was wir im Pokal erreicht haben. Jetzt gilt der Fokus der Meisterschaft, vielleicht holen wir ja da Gold (lacht).

In der Hauptrunde hat IhrTeam sensationell den zweiten Platz belegt. Wie ist dieser Quantensprung gegenüber der vorigen Saison zu erklären?

Ich denke, das liegt vor allem am besseren Verständnis untereinander. Unsere beiden Amerikanerinnen haben sich super eingefügt. Wir kennen uns untereinander einfach genau, jeder weiß, welchen Pass die Mitspielerin in welchem Moment braucht. Das macht uns so stark.

Im Viertelfinale der Play-offs geht es gegen den SV Halle. Auf was für Duelle dürfen sich die Zuschauer einstellen?

Vor allem auf ein Spiel zwischen einer fast ausschließlich deutschen Mannschaft und einem Team, das von zwei Amerikanerinnen angeführt wird. Es werden sicherlich kampfbetonte Spiele sein. Gegen Halle ist es immer hart zu spielen.

Was ist in den Play-offs möglich?

Wenn wir den Halbfinal-Einzug schaffen, treffen wir dort auf Freiburg oder Wasserburg. Gegen Wasserburg haben wir in der Hauptrunde unser Heimspiel gewonnen dazu das Pokalhalbfinale in Wasserburg, gegen Freiburg sogar Heim- und Auswärtsspiel. Das Halbfinale wäre also auch machbar. Insgesamt denke ich, dass für uns in dieser Saison alles möglich ist, auch die Meisterschaft.

In der Hauptrunde der Bundesliga haben Sie 16 Mal gespielt, gut 100 Minuten auf dem Feld gestanden und 31 Punkte erzielt. Sind Sie damit zufrieden?

Als Rookie im Team waren meine Erwartungen vor Saisonbeginn nicht besonders hoch. Obwohl es sich natürlich blöd anhört, habe ich nun gewissermaßen vom Kreuzbandriss meiner Schwester Nelli profitiert. Denn seit ihrem Ausfall spiele ich pro Spiel nicht mehr ein oder zwei Minuten, sondern eher sieben, acht Minuten. Mit mehr Spielzeit werde ich auch lockerer, dann gelingt mir mehr. Mit der bisherigen Saison bin ich auf jeden Fall zufrieden.

Neben der Saison mit den Rhein-Main Baskets haben Sie als Leistungsträgerin mit dem TV Langen die Regionalliga-Meisterschaft gewonnen. Worin liegen die Unterschiede zwischen erster und dritter Liga?

Diese Unterschiede sind riesig. Das Spiel in der ersten Liga ist viel körperbetonter, schneller und intensiver. Wobei ich dazu sagen muss, dass die erste Liga in diesem Jahr sehr stark ist, die Regionalliga dagegen war lange nicht mehr so schwach wie in dieser Saison. Mittlerweile fällt es mir in der Regionalliga schon richtig leicht, 35 Minuten auf dem Feld zu stehen und die Mannschaft durch das Spiel zu führen. Das ist in der Bundesliga natürlich anders, dort bin ich froh, wenn ich meine Einsatzzeit bekomme und mal ein, zwei Würfe nehmen kann.

Mit den Baskets geht es in die Play-offs, mit dem Regionalliga-Team stehen Ende April Aufstiegsspiele zur 2. Liga an. Wie gehen Sie mit dem Druck um?

Ich spüre keinen Druck. Mit den Baskets haben wir unsere Ziele mit Platz zwei im Pokal und in der Hauptrunde jetzt schon übertroffen. Wir gehen ganz locker in die Play-offs und schauen, wie weit die Reise geht. Ich mache mir da gar keine Sorgen, denn ich weiß, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Was das Regionalliga-Team angeht, sehe ich das ähnlich. Wir haben eine so gute Mannschaft zusammen, dass ich mir sicher bin, dass wir den Aufstieg in die 2. Liga schaffen werden. Das wäre ein toller Erfolg, künftig in der 1. und 2. Bundesliga vertreten zu sein.

Mit 17 Jahren schon Bundesliga-Spielerin. Das wirft natürlich die Frage auf: Was für Ziele haben Sie sich für die nächsten Jahre gesteckt?

Ich möchte mich persönlich verbessern und dem Team noch mehr helfen können. Ich will nicht als Ziel ausgeben, in ein oder zwei Jahren im Schnitt 35 Minuten in der Bundesliga auf dem Feld zu stehen. Viel lieber möchte ich mich Stück für Stück herantasten. Ich versuche mir möglichst viel von meiner Schwester Nelli abzuschauen. Sie ist mein großes Vorbild.

Worin sehen Sie Ihre Stärken, wo das größte Verbesserungspotenzial?

Meine Stärken sehe ich in der Verteidigung und im Wurf. Verbesserungsfähig sind sicherlich meine Spielübersicht und die Gabe, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Aber gerade die Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen, kommt ja auch einfach mit der Zeit und der damit verbundenen immer größeren Erfahrung.

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