Armin Veh ist kein Mann der schnellen Entschlüsse, aus der Emotion heraus will er nichts entscheiden. Wenn er sich aber entschieden hat, dann geht er in seiner Aufgabe auf. Und so hat er Eintracht Frankfurt „mit viel Herzblut“, wie er sagt, zurück in die Bundesliga geführt.
Der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer ist ein Mann der klaren Worte. Vorstände und Aufsichtsräte („Davon gibt es in der Bundesliga viel zu viele“) können nicht auf viel Diplomatie hoffen, wenn sie es mit Veh zu tun haben. „Ich bin in einem Alter, da muss ich nicht mehr drumherumreden“, sagt er. So hat er 2011 Forderungen gestellt und so stellt er jetzt wieder Forderungen. „Aber nichts Unmögliches, sondern nur Nötiges“ lautet sein Credo. Den Fans hat er versprochen, „dass ihr Spaß haben sollt am Fußball, den wir spielen wollen.“ Veh pflegt seine Versprechungen einzuhalten.
Viele Mosaiksteine führten zum Erfolg
Es sind die vielen kleinen Mosaiksteine, die am Ende zum Erfolg geführt haben. Konsequenz in Wort und Tat zieht sich wie in roter Faden durch die Arbeit des Fußball-Lehrers, Glaubwürdigkeit und Authentizität sind die Stützpfeiler seiner Arbeit.
Dies galt vom ersten Tag an. Als Mainz 05 die Eintracht mit dem Angebot einer hohen Millionenablöse in Versuchung bringen wollte, Pirmin Schwegler zu verkaufen, schritt Veh ein. „Ohne mich“, hat er gesagt, „Pirmin bleibt oder ihr könnt euch gleich wieder einen neuen Trainer suchen“. Damit waren die Fronten geklärt. Schwegler blieb, wurde Vehs Kapitän und „rechte Hand“. Und so hat Veh seine Arbeit fortgeführt. Alle konnten sich auf klare Ansagen und klare Entscheidungen einstellen. Hat er einmal etwas für sich als richtig erkannt, gibt es keine Kompromisse mehr.
Und wer gibt mitten in der Saison seinen zweitbesten Stürmer ab? Veh schon. Im Winter hat er die Trennung von Theofanis Gekas (bis dahin sieben Tore) forciert. Gekas hat zu wenig gearbeitet, im Spiel und im Training. Veh sah den Betriebsfrieden gefährdet und hat gehandelt.
Die Sache mit Sascha Rösler
Und dann war da die Sache mit Sascha Rösler. Veh hatte den Stürmer von Fortuna Düsseldorf öffentlich angegangen („Schauspieler und Provokateur“). Im direkten Aufeinandertreffen eskalierte das gestörte Verhältnis dann. Die Eintracht verlor in letzter Minute wegen eines Elfmeters den Sieg, Rösler flog vom Platz, weil er vor der Bank der Eintracht gejubelt hatte. Zudem hat Rösler Veh beleidigt, wurde dafür später als „Rotzlöffel“ bezeichnet. Er habe den Streit aus „Überzeugung“ angezettelt, aber auch kalkuliert, gab Veh zu. Die „Methode Veh“ hatte Erfolg. Düsseldorf und Rösler wurden im Laufe der Rückrunde immer schlechter, die Eintracht zog davon.
Auch in den eigenen Reihen duldet Veh keine Undiszipliniertheiten. Constant Djakpa, der sich gleich drei dumme Aktionen in der Saison geleistet hat, für zwei davon mit Sperren belegt worden ist, wird gehen müssen.
Nun hat der Trainer Verstärkungen gefordert. Drei hat er schon bekommen, mindestens drei weitere sollen folgen. In Frankfurt zweifelt niemand, dass Veh auch diesmal wieder seinen Willen durchsetzen wird.
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