Oczipka und Abraham können spielen

Zwei Sorgen weniger für den ältesten Trainer der Liga

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Nach dem Rücktritt von Huub Stevens in Hoffenheim ist Armin Veh (links) der älteste Trainer der Liga. Hier umarmt er seinen Kapitän Alex Meier.

Frankfurt - Gut dass es fleißige Menschen gibt, die Statistiken führen. Sonst hätte Eintracht-Trainer Armin Veh nichts von seinem Jubiläum erfahren. Zum 300. Mal sitzt er am Samstag beim Auswärtsspiel beim 1. FC Köln in der Bundesliga auf der Bank, davon zum 89. Mal als Trainer der Hessen. Von Peppi Schmitt 

„Das habe ich natürlich nicht gewusst“, sagt der 55 Jahre alte Fußball-Lehrer, der seit dem Rücktritt von Huub Stevens unter der Woche bei der TSG Hoffenheim auch der älteste Coach der Liga ist. Grund genug, sich auch mal ein paar grundlegende Gedanken zu machen. Seit mehr 25 Jahren arbeite er nun schon in diesem Job, sagt Veh, aber er könne nicht erkennen, dass der Druck größer geworden wäre. 1990 hat er seine Trainerlaufbahn begonnen, damals beim FC Augsburg in der Regionalliga. Wer seiner Arbeit leidenschaftlich nachgehe, würde immer Druck verspüren, das sei schon immer so gewesen. „Als Spieler macht Fußball immer Spaß“, sagt Veh, „als Trainer nicht.“

Am Freitagnachmittag um 16 Uhr hatte er aktuell immerhin zwei Sorgen weniger. Bastian Oczipka und David Abraham haben beim Abschlusstraining der Frankfurter Eintracht auf dem Platz gestanden und danach die Reise zum Auswärtsspiel beim 1.FC Köln (Samstag, 18.30 Uhr) mit angetreten. Die Erkältungen vom Vortag hatten sich nicht zu einer Grippe ausgeweitet, Innen- und Außenverteidiger können wohl eingesetzt werden. Und so werden sich die Veränderungen gegenüber der Vorwoche, als die Eintracht dem VfB Stuttgart 2:4 unterlegen war, in engen Grenzen halten. Für den gesperrten Carlos Zambrano und Kaan Ayhan werden diesmal Marco Russ und David Abraham die Abwehrzentrale bilden. Und Makoto Hasebe wird im Mittelfeld für Russ spielen, alles andere bleibt unverändert.

Der Eintracht-Tag im Ticker

Mit der Trainingswoche war Veh sehr zufrieden. „Wir haben gut gearbeitet, sehr konzentriert“, attestierte er seiner Mannschaft, „aber das muss man im Spiel nun auch rüberbringen.“ In jedem Fall gehe seine Mannschaft „gut vorbereitet“ ins Spiel. Das gelte freilich auch für den Gegner, der sich in dieser Saison sehr gut entwickelt habe. „Köln hat genau wie wir eine ordentliche Mannschat, die nur ein paar Punkte mehr hat“, vergleicht Veh. Der Gegner habe in dieser Saison an Stabilität gewonnen, spiele deutlich offensiver als noch vor einem Jahr und habe mit Anthony Modeste einen Spieler im Team, „der Spiele entscheiden kann“.

Das gilt bei der Eintracht auch für Alexander Meier, der gerade gegen Köln sehr gerne trifft. Zuletzt sieben Mal in den letzten drei Begegnungen. Der Frankfurter Trainer freilich würde sich wünschen, dass noch ein paar andere torgefährlich werden. Marco Fabian beispielsweise. Der Neuzugang aus Guadalajara habe eine „sehr gute Entwicklung“ genommen, bemühe sich sowohl auf dem Platz als auch außerhalb bei Sprachkursen, die Integration so schnell wie möglich zu schaffen. „Marco hat eine gute Einstellung, arbeitet auch gut nach hinten, einzig ein bisschen torgefährlicher dürfte er noch sein“, lobt Veh, „ich bin sehr zufrieden mit ihm.“

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Ans einem ersten Bundesligator kann Fabian in Köln wieder von Beginn an arbeiten, während sich Haris Seferovic weiter gedulden muss. Doch auch dem Schweizer Nationalspieler, der zuletzt nur noch zweite Wahl war, macht Veh Hoffnung. Seferovic sei beim Training „sehr fleißig“, habe „angenommen“, was ihm der Trainer in Gesprächen deutlich gemacht hatte. Veh erwartet von Seferovic mehr Leidenschaft, einfach bessere Leistungen. Der Krach nach dem Wolfsburg-Spiel sei längst vergessen. „Ich bin nicht nachtragend,“ versichert der Eintracht-Trainer „es geht einzig allein um die Eintracht und darum, dass wir in der Liga bleiben.“ Veh ist durchaus klar, dass er nicht in jedem Fall gerecht sein kann.

Eintracht-Zeugnis gegen den VfB Stuttgart

„Ich habe 24 Spieler, davon gehören 18 dem Kader an und elf spielen, da kann man im Auge der einzelnen Spieler nicht immer gerecht sein“, gibt er zu. Aktuell mache vor allem Timothy Chandler eine schwere Zeit durch. Der Stammverteidiger aus der vergangenen Spielzeit gehört im Moment nicht einmal dem Aufgebot an. Da könne er eine gewisse Enttäuschung „total nachvollziehen“, sagt Veh, „aber es ist trotzdem wichtig, gut zu trainieren und da zu sein, wenn man gebraucht wird.“ Menschliche Unterschiede dürfe ein Trainer sowieso nicht machen. Veh: „Die Auswechselspieler sind mit genauso wichtig wie die Stammspieler.“

Eintracht: Hradecky – Regäsel, Russ, Abraham, Oczipka – Hasebe, Stendera – Aigner, Fabian, Huszti - Meier

Bank: Lindner – Ignjovski, Ayhan, Djakpa, Medojevic, Seferovic, Ben Hatira

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