Oczipka und Abraham fraglich für Partie in Köln

Eintracht gehen Verteidiger aus

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Freut sich auf die Rückkehr ins Mittelfeld. Makoto Hasebe (rechts, im Zweikampf mit Wolfsburgs André Schürrle) zählt zu den Enttäuschungen der bisherigen Saison.

Frankfurt - Das Training der Frankfurter Eintracht hat nur eine Stunde gedauert. Wohl weil Trainer Armin Veh hinter verschlossenen Türen nicht wirklich etwas einüben konnte. Von Peppi Schmitt

Mit David Abraham und Bastian Oczipka hatten sich zwei Spieler mit Grippe abgemeldet - und drohen für das Spiel in Köln auszufallen. Veh war bedient, versuchte die schlechte Nachricht trotzdem gelassen hinzunehmen. „So ist das in unserem Sport“, sagte er vor seinem 300.Bundesligaspiel als Trainer, „wirklich etwas langfristig planen, geht kaum noch.“ Vor allem bei der Eintracht nicht, die in dieser Saison personell gebeutelt ist. Fallen Innenverteidiger Abraham und Außenverteidiger Oczipka aus, muss Veh drei Viertel der Abwehr neu aufstellen, wegen einer Sperre fehlt Carlos Zambrano sowieso.

Nur etwas gelindert werden die Sorgen durch die Rückkehr von Marco Russ und Szabolcs Huszti, die nach einem Tag Pause wieder mitmachen konnten. Doch ideal sind die Voraussetzungen vor dem Spiel in Köln nicht. Zumal die Frankfurter seit 22 Jahren auf einen Bundesliga-Auswärtssieg beim 1. FC Köln warten. Zuletzt war ihr das am 7.Mai 1994 im Müngerdorfer Stadion gelungen. Damals waren beim 3:2 Ralf Weber, Maurizio Gaudino und Anthony Yeboah die Torschützen bei zwei Gegentreffern durch Toni Polster.

Im neuen Kölner WM-Stadion haben die Frankfurter noch nie drei Punkte mitgenommen. Insgesamt elfmal hintereinander, davon zweimal in der Zweiten Liga, hat es nicht zum Sieg gereicht. Es ist also eine ziemlich niederschmetternde Bilanz, die die Frankfurter vor dem Duell an diesem Samstag (18.30 Uhr) vor sich herschieben. Da ist es gut, dass ihr Trainer auf Statistiken grundsätzlich nichts gibt. Die Negativbilanz in Köln spiele „keine Rolle“.

Zumal es auch ein klein wenig Hoffnung gibt. In Hannover in der Hinrunde hatten die Frankfurter bei einem ähnlich großen „Angstgegner“ nach elf Spielen ohne „Dreier“ zum ersten Mal wieder gewonnen (2:1) und im Hinspiel wurden die Kölner ja mit 6:2 geschlagen. Veh bereitet seine Mannschaft auf ein „ganz schweres Spiel“ vor. Die Kölner könnten sich mit einem Erfolg wohl entscheidend von den Abstiegsplätzen absetzen, die Frankfurter müssten bei einer Niederlage damit rechnen, auf den Relegationsplatz zurückzufallen.

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Veh neigt nicht dazu, große Experimente durchzuführen. Und so hatte er vor - mit Ausnahme der erzwungenen Umstellung durch die Sperre von Carlos Zambrano - die Mannschaft weitgehend so aufzustellen wie zuletzt. Doch die Erkrankungen von Abraham und Oczipka könnten ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Kaan Ayhan und Constant Djakpa wären die Ersatzleute. An der taktischen Ausrichtung wird der Coach trotz aller Engpässe nichts ändern. Im neuen Jahr haben die Frankfurter mit Ausnahme der ersten Hälfte gegen Wolfsburg wieder halbwegs guten Fußball gespielt, mit Mut nach vorne, abgestimmt auf Spielertypen wie Marc Stendera, Szabolcs Huszti oder Marco Fabian.

Im defensiven Mittelfeld soll Makoto Hasebe für Stabilität sorgen. Der Trainer hat ein Vier-Augen-Gespräch mit dem nach einer Sperre wieder spielberechtigten Hasebe geführt und hofft, dass der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft sich wieder in guter Form präsentiert. Hasebe gehört in dieser Saison zu den größten Enttäuschungen. Gerade die von ihm erhoffte Ruhe und Ball- und Passsicherheit konnte er bei seinen 18 Einsätzen nur selten auf den Rasen bringen. Und dies unabhängig ob rechts hinten oder auf der Sechs. „Ich freue mich, wenn ich im Mittelfeld spielen kann“, sagte Hasebe nach dem Training, „ich bin bereit.“ Das kann man aktuell nicht von allen sagen.

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