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Abraham verletzt, Oczipka ins Mittelfeld?

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David Abraham musste das Training verletzt abbrechen. © Hübner

Frankfurt - Die ersten Übungen hatte die Mannschaft am Mittwochvormittag bereits hinter sich gebracht, die Spielformen aber standen noch bevor. Da nahm Armin Veh Bastian Oczipka zur Seite und sprach einige Minuten mit ihm. Von Peppi Schmitt

Im Gespräch ging es ziemlich sicher um eine neue Rolle, die der Trainer der Frankfurter Eintracht für den Verteidiger vorgesehen hat. Oczipka wird beim Spiel in Hannover am Samstag ziemlich sicher aus der Viererabwehrkette ins linke Mittelfeld vorrücken. „Das kann ich mir gut vorstellen“, sagte Veh später. Schon in der letzten halben Stunde des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach war diese Variante zur Anwendung gekommen: Constant Djapka spielte Verteidiger, Oczipka im Mittelfeld. „Er kann da reinwachsen“, glaubt Veh. Freilich ist die Suche nach dem richtigen Personal für das veränderte System noch nicht abgeschlossen.

Am Dienstag und Mittwoch probierte Veh gerade auf der linken Seite mehrere Spieler aus, mal Luca Waldschmidt, mal Marc Stendera, eben auch Oczipka. Und am Donnerstag und am Freitag kann der Frankfurter Trainer unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitere Möglichkeiten testen. Die aktuell so schwierige Situation biete die Chance, „etwas zu erkennen, was man vorher nicht geglaubt hat, in Zukunft aber etwas werden kann.“ Eben der Versuch mit Djakpa und Oczipka auf der linken Seite. Wie schnell selbst schon sicher geglaubte Umstellungen hinfällig sein können, hat das Training am Mittwoch auch gezeigt.

Auf einmal nämlich lag David Abraham auf dem Boden, krümmte sich vor Schmerzen. Jener Abraham, der gemeinsam mit Carlos Zambrano die Innenverteidigung bilden soll. Marco Russ müsste dann wohl erstmals in dieser Saison auf die Bank. Abraham wurde noch auf dem Rasen am rechten Knie behandelt, kurz darauf in die Kabine geschickt. „Ich habe mir das Knie verdreht“, sagte er, „ich glaube aber nicht, dass es so schlimm ist.“ Ob er spielen kann, wird sich erst am Donnerstag beim Training entscheiden.

Der Eintracht-Tag im Ticker

In den vergangenen Tagen wurde in jedem Fall das Bemühen aller Beteiligten deutlich, an der schlechten Situation etwas zu ändern. Die Trainingseinheiten waren länger als sonst, die Zweikämpfe wurden verbissener geführt, die taktischen Übungen ausgeweitet. „Wir arbeiten daran, dass es besser wird“, sagt der Trainer, der immer noch rätselt, „warum bei uns auf einmal der Stecker gezogen war“ und seine Mannschaft „keine Energie und keine Ideen“ mehr gehabt hatte. „Nun müssen wir sehen, dass wir den Stecker wieder in die Dose kriegen“, sagt er, „ich bin da als Trainer noch stärker gefordert als die Spieler“. Veh setzt lieber sich selbst unter Druck als die Spieler, weil er der Überzeugung ist, „dass Draufhauen jetzt völliger Blödsinn wäre.“

Als junger Trainer hätte er in einer solchen Krise die Spieler „rund gemacht“, im Laufe seiner Karriere habe er die Erfahrung gewonnen, dass dies nicht wirklich zielführend sei. Es sei seine ureigene Aufgabe, „dafür zu sorgen, dass die Spieler wieder an ihre Stärken glauben.“ An der grundsätzlichen Qualität der Mannschaft und der Perspektive bei der Eintracht hat er „keine Zweifel“. Auch halte sich die persönliche Enttäuschung in Grenzen. Natürlich habe er gehofft, „dass wir weiter oben spielen“, gibt er zu, „aber ich bin auch kein Phantast und wusste, dass wir auch unten reinrutschen können.“

Dieses Negativszenario droht nun. Veh gibt sich keinen Illusionen hin, dass es sich nur um Formschwankung handeln könnte. „Nein, nein, es ist schon ein bisschen mehr“, sagt er. Personell könne die Eintracht erst im Winter reagieren. Erst dann könne auch eine realistische Analyse erfolgen, jetzt sei es dafür „noch viel zu früh“. In Frankfurter Kader stünden viele junge Spieler, die sich noch entwickeln könnten, genau wie die ganze Mannschaft. So seien nicht nur Spieler aus dem eignen Nachwuchs wie Luca Waldschmidt oder Marc Stendera, sondern auch Neuzugänge wie Luc Castaignos oder Mijat Gancinovic noch „sehr jung“. Den Einsatz aller Talente gerade in der jetzigen Lage zu fordern, sei abwegig. „Ich stelle auf, nachdem was ich sehe“, sagt Veh, „es ist ja nicht so, dass zuletzt immer die schlechteren Spieler gespielt hätten.“

Madlung schließt sich Düsseldorf an

Derweil hat ein ehemaliger Frankfurter einen neuen Verein gefunden. Verteidiger Alexander Madlung schloss sich Zweitligist Fortuna Düsseldorf an. Im vergangenen Sommer war Madlungs Vertrag bei der Eintracht ausgelaufen, seitdem war er vereinslos.

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