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Kevin Trapp ist weg, Sidney Sam ist unterwegs

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Von: Peppi Schmitt

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Was wie Urlaubsidylle aussieht, ist in Neustift-Milders im Stubaital harte Arbeit für die Profis der Frankfurter Eintracht.
Was wie Urlaubsidylle aussieht, ist in Neustift-Milders im Stubaital harte Arbeit für die Profis der Frankfurter Eintracht. © Heiko Rhode

Stubaital - Der Wechsel von Eintracht Frankfurts Torwart Kevin Trapp zu Paris St. Germain (PSG) wird Anfang der Woche zustande kommen, aber noch ist er nicht endgültig perfekt. Trapp ist nicht mit ins Trainingslager ins Stubaital gereist. Dafür könnte kurzfristig ein neuer Spieler nachkommen. Von Peppi Schmitt

Die Eintracht will Sidney Sam von Schalke 04 ausleihen. Am Sonntag hat Sportdirektor Bruno Hübner laut „Bild“ den fünften Neuzugang nach Torwart Heinz Lindner (Austria Wien), Mittelfeldspieler Stefan Reinartz (Bayer Leverkusen), Stürmer Luc Castaignos (Twente Enschede) und Abwehrspieler David Abraham (Hoffenheim) verpflichtet: Sidney Sam von Schalke 04. „Im Moment beschäftigen wir uns mit der Personalie, die finden wir interessant. Wir gehen davon aus, dass er uns deutlich verstärkt“, sagte Hübner. Eine endgültige Einigung mit Schalke stehe aber noch aus. Doch Sam soll noch im Trainingslager im Stubaital zum Team stoßen. Wobei für Sam die Trapp-Millionen nicht angegriffen werden müssen. Denn der 27-Jährige wird zunächst für eine Saison ausgeliehen. Anschließend besitzt die Eintracht eine Kaufoption im nächsten Sommer. Angeblich muss Schalke die Hälfte des Gehalts weiterzahlen. Schalke 04 hatte Sam vor einem Jahr für 2,5 Millionen Euro von Bayer Leverkusen verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet. Im Mai wurde der fünfmalige Nationalspieler zusammen mit Kevin-Prince Boateng als einer der Sündenböcke für die katastrophale Rückrunde suspendiert.

Kevin Trapp hat sich von seinen Kollegen bereits verabschiedet, ist nicht mit ins Trainingslager ins österreichische Stubaital gefahren, um bei einer endgültigen Einigung möglichst schnell in Paris den Medizincheck absolvieren und eine Unterschrift leisten zu können. „Aber noch ist er bei uns unter Vertrag“, sagten Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Bruno Hübner am Sonntag. Trapp sei im Augenblick lediglich „freigestellt“ und wartet in Frankfurt auf die schriftliche Fixierung des Deals.

Der Eintracht-Tag im Ticker

Der Vertrag wurde am Freitag von Vorstandschef Bruchhagen, Finanzvorstand Axel Hellmann, Manager Hübner und Medienchef Markus Jestaedt in Paris ausgehandelt. Wenn Bruchhagen davon spricht, dass die Vereinbarungen „nicht finalisiert“ seien, geht es wohl nur noch darum, die ausgehandelten Vertragspunkte in zwei Sprachen juristisch wasserdicht auf Papier zu bringen. Nicht ganz so einfach, denn der Vertrag wird nicht nur eine festgelegte Ablösesumme beinhalten, sondern zusätzliche variable Komponenten, also Zuschläge, die die Eintracht je nach Trapps Erfolgsgeschichte bei PSG erhält.

„Wir sind sehr entspannt“, sagte Hübner. Womöglich hat die Eintracht ihr Ziel erreicht, dass der Wechsel zumindest die Möglichkeit eröffnet, alles in allem eine Zehn-Millionen-Euro-Ablöse zu erhalten. Dies wiederum würde dem Club die Chance geben, nicht nur einen Nachfolger für Trapp zu finden, sondern die Mannschaft auch auf anderen Positionen weiter zu verstärken. „Wir haben zwei, drei Namen im Kopf, bei denen wir uns vorstellen könnten, dass es bei uns gut funktionieren würde“, sagte Manager Hübner zur Suche nach einem neuen Torhüter. Aktuell im Trainingslager nimmt den Platz des dritten Torhüters neben Heinz Lindner und Yannick Zummack der A-Jugendliche Leon Bäthge ein.

Dass die Eintracht nächste Saison einen andern Fußball spielen wird, ist schon nach wenigen Einheiten im Trainingslager im österreichischen Stubaital ersichtlich. Denn die Herangehensweise der beiden Trainer Armin Veh und Thomas Schaaf könnte unterschiedlicher nicht sein.

Waren bei Thomas Schaaf zu Beginn der Vorbereitung vor einem Jahr Kurzpässe noch verpönt, sind sie jetzt wieder gefordert. Wurden von Schaaf weite Diagonalbälle favorisiert, sind sie jetzt bei Veh unerwünscht. Der neue alte Trainer Veh setzt wieder auf ein gepflegtes Kurzpassspiel, alle Übungen zielen darauf hin, dies zu perfektionieren. Kombinationsübungen sind neben den üblichen Konditionsübungen wesentlicher Bestandteil aller Einheiten.

Schon im ersten Trainingsspiel in Kampl, dort hat die Eintracht gerade Ajax Amsterdam abgelöst, hat Veh auf ein 4-2-3-1-System gesetzt. Auch dies eine Veränderung zu seinem Vorgänger, der häufig im Mittelfeld eine Raute und zwei Stürmer bevorzugt hatte. Obwohl mit den Nationalspielern und den verletzten Profis zehn Spieler gefehlt haben, stand eine ordentliche „erste Elf“ auf dem Rasen. Einzige Überraschung: Slobodan Medojevic spielte als rechter Verteidiger.

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