Letzter Test vor dem Saisonstart

Neuzugang Fabian überzeugt beim 3:3 gegen Braunschweig

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Frankfurt - Torreich war der letzte Test der Frankfurter Eintracht vor dem Saisonstart am nächsten Sonntag gegen den VfL Wolfsburg. Und aufschlussreich war das 3:3 (0:1) gegen Eintracht Braunschweig auch. Von Peppi Schmitt

Sinn und Zweck eines solchen Freundschaftsspiels wurden also durchaus erfüllt. Trainer Armin Veh weiß nun etwas besser, wer bereits in jener Form ist, um in der Liga eine gute Rolle zu spielen. Und wer nicht. Dass Neuzugang Marco Fabian (2) und Mijat Gacinovic die Tore für die Frankfurter erzielten, war jedenfalls kein Zufall. Beide hatten zu den besseren Spielern in einer über weite Strecken noch nicht wirklich in normaler Form spielenden Mannschaft. Gerade die Torschützen gab dem Trainer Anlass zur Freude und Zuversicht. Der Mexikaner Fabian konnte sich im Laufe der für ihn 80 Minuten kontinuierlich steigern. Was durchaus auch mit der zu bekleidenden Position zu tun hatte. Je mehr Fabian ins Zentrum des Spiels rückte desto besser wurde er. In der ersten Halbzeit, als er im linken Mittelfeld spielte, war noch zu sehr von den Kombinationen abgeschnitten. Die beiden einzigen gefährlichen Frankfurter Angriffsszenen bis zur Pause waren trotzdem zwei Schüsse von ihm. „Je mehr Ballkontakte er hat desti besser spielt er“, sagte Trainer Veh. Und im Zentrum war der Millionen-Mann dann wirklich mitten drin und nicht mehr nur dabei. Zudem gelang ihm nach Flanke eines weiteren Neuen, Szabolcs Huszti per Kopf auch das schönste Tor des Tages, es war das zwischenzeitliche 2:3. Beim 3:3 bewies Fabian dann auch „Abstauberqualitäten“.

Den ersten Treffer der gastgebenden Eintracht hatte der fleißige und mutige Gacinovic erzielt. Alex Meier war einmal ein präziser Pass gelungen und Gacinovic hatte die Chance genutzt. Und dies in doppeltem Sinne. Er war nicht nur Torschütze des Ausgleichs, sondern „Gewinner“ des Spiels. Wie schon beim 0:4 gegen Borussia Dortmund hatte der flinke Serbe frischen Wind in ein vor der Pause langweiliges Team gebracht. „Zehnmal agiler“ als sein Vorgänger Stefan Aigner habe Gacinociv gespielt, urteilte sein Trainer, „so präsentiert er sich schon die ganze Vorbereitung.“ Und hat sich damit in Position gebracht für einen Platz in der Anfangself. „Es könnte durchaus sein, dass auch mal einer der Etablierten draußen sitzt“, kündigte Veh an und erhöhte damit den Druck auf einige vermeintliche Stammspieler.

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Womit vieles gesagt ist über die Leistung der Anfangself dieses Freundschaftsspiels. In der ersten Halbzeit spielten die Frankfurter komplett ohne Druck nach vorn und leisteten sich beim 0:1 durch Marcel Correia einen „Blackout“ in der Abwehr. Nach einem Eckball stand der Braunschweiger Kapitän mutterseelenalleine im Strafraum und konnte unbedrängt einschießen. Die Führung für den ambitionierten Zweitligisten war nicht unverdient, die Eintracht aus Braunschweig wirkte entschlossener, bissiger, auch eingespielter. Veh war vor allem wegen des Spiels nach vorne verärgert. „Alle waren hinter dem Ball, wir sind gar nicht richtig nach vorne gekommen“, kritisierte er, „so macht das keinen Sinn.“

Das Offensivspiel wurde nach der Pause und ein paar personellen Änderungen, unter anderem eben mit Gacinovic auf Außen und Fabian in der Zentrale, deutlich besser. Das Verteidigen aber nicht. Mit einem katastrophalen Fehlpass hatte Kaan Ayhan den Gästen nach dem zwischenzeitlichen 1:1 wieder die Führung geschenkt (Adam Matuschyk in der in der 65.) und kurz darauf fiel gar das 1:3 (Orhan Ademi in der 67.Minute). Da war dann zu Recht bedient. Er schimpfte über „völlig unnötige Ballverluste“ und meinte den Neuen Ayhan. Auch der diesmal nicht wirklich sichere Torwart Lukas Hradecky war sauer. „Wir müssen einfach besser verteidigen“, mahnte der finnische Nationalspieler, „in der Bundesliga kann das gefährlich werden“. Sieben Gegentore ein zwei Testspielen, zuvor 0:4 gegen Borussia Dortmund, sollten Warnung genug sein.

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Wie Ayhan hat auch Constant Djakpa, der in der ersten Halbzeit links verteidigen durfte, seine Chance nicht wirklich genutzt. Dem Ivorer sind bei allem Fleiß einfach zu viele leichte Ballverluste unterlaufen. Da auch Marco Russ nicht wirklich sicher spielte, die beiden Rechtsverteidiger Ignjovski und später Chandler in der Offensive sich selbst mehr in Verlegenheit stürzten als den Gegner und Makoto Hasebe von einem unerklärlichen Fehlpass-Virus befallen schien, wirkte die gesamte Mannschaft sehr instabil und wacklig. „Das Ergebnis war zweitrangig“, sagte später Bastian Oczipka, „wichtig ist, dass wir noch mal Praxis sammeln konnten und so langsam in den Rhythmus kommen.“ Eine Woche bleibt noch Zeit, um die Form deutlich zu verbessern.

Eintracht: Hradecky – Ignjovski (67.Chandler), Russ (67.Medojevic), Abraham (80.Kinsombi), Djakpa (46. Oczipka) – Hasebe, Huszti – Aigner (46.Gacinovic), Meier (67.Waldschmidt), Fabian (80.Gerezgiher) – Seferovic (46.Ayhan).

Tore: 0:1 Correia (37.), 1:1 Gacinovic (60.), 1:2 Ademi (66.), 1:3 Ademi (68.), 2:3, 3:3 Fabian (74., 76.)

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