Zambrano rechtzeitig fit

Spiel gegen Wolfsburg: Zuschauer-Minusrekord droht

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Frankfurt - 35 Tage Bundesligapause und genau drei Wochen Vorbereitung inklusive zwei Testspielen liegen hinter der Frankfurter Eintracht, wenn am Sonntag (15.30 Uhr) der Start ins neue Jahr ansteht. Von Peppi Schmitt

Gegen den VfL Wolfsburg beginnt für die Frankfurter der Abstiegskampf, den alle im Klub eigentlich unbedingt vermeiden wollten, den sie nun aber mit allen Konsequenzen wie Existenzängsten bei vielen Mitarbeitern und großer Nervosität im Umfeld annehmen müssen. Der Vorsprung der Frankfurter auf den Relegationsplatz beträgt nur zwei Punkte, der auf den ersten Abstiegsplatz gerade drei. Reaktionen auf die schwache Vorrunde hat es einige gegeben. Die Wichtigste: Die Eintracht hat drei neue Spieler hinzugeholt, mit Szabolcs Huszti und Marco Fabian zwei offensive Mittelfeldspieler und mit Kaan Ayhan einen Defensivspezialisten. „Wir haben ordentlich trainiert und sind gut vorbereitet“, sagte Trainer Armin Veh, „ich gehe mit keinem schlechten Gefühl in die Rückrunde.“

Veh hat sich ganz persönlich in die Verantwortung genommen. Er war deutlich präsenter in den letzten Wochen, hat auf dem Platz immer wieder Fehler korrigiert, ist auch mal laut geworden. Der 54 Jahre alte Fußball-Lehrer wirkt kämpferisch wie selten, hat sehr deutlich gemacht, dass er vorangeht in der schwierigen Situation. „Ich greife selbst mehr ein und delegiere weniger“, sagt er, „ich glaube, die Spieler brauchen das.“ Veh ist fokussiert auf seine Mannschaft, probiert, experimentiert und arbeitet mit der Mannschaft ausgesprochen intensiv. Dabei habe unter anderem auch die Integration der Neuen im Mittelpunkt gestanden. „Was passt am besten zusammen, wo sind sie am besten aufgehoben?“ seien die Fragen gewesen, die er zu beantworten hatte.

Vehs Einschätzungen nach der kurzen Vorbereitungszeit decken sich mit den Beobachtungen von außen. Huszti ist bereits fester Bestandteil der Mannschaft. „Er hat viel Erfahrung und wird uns sofort helfen, da bin ich mir sicher“, sagt der Eintracht-Coach. Bei Fabian hat er eine kontinuierliche Steigerung feststellen können. Der Mexikaner sei in der Lage einen „entscheidenden Pass“ zu spielen und habe gezeigt, „dass er auf allen Positionen im Mittelfeld einsetzbar ist.“ Zentral aber fühle er sich offensichtlich am wohlsten. Womöglich aber brauche Fabian noch ein wenig Zeit. „Er muss sich erst daran gewöhnen, dass er in der Bundesliga sehr früh attackiert wird“, hat der Trainer erkannt.

Veh setzt auf Offensivfußball

Personell wie taktisch hat Veh nicht viele, aber doch einige Möglichkeiten. Grundsätzlich will er seine Mannschaft offensiv spielen lassen, „weil wir da immer am besten ausgesehen haben.“ Bei der Wolfsburger Angriffswucht mit Nationalspielern wie Andre Schürrle, Max Kruse oder Julian Draxler ist es aber nicht angeraten, die totale Offensive zu suchen. „Natürlich“ würde bei Ein- und Aufstellung auch der Gegner eine Rolle spielen, räumt der Frankfurter Trainer ein, „aber darüber dürfen wir nicht zu viel von uns selbst aufgeben.“ Die Fragen nach der Formation reduziert sich am Ende darauf, ob Stefan Aigner oder Marco Fabian beginnen wird. Alle anderen zehn Positionen scheinen vergeben, nachdem sich Carlos Zambrano („Er ist früher dran, als wir gedacht haben“) und Marc Stendera gesund und munter zurück gemeldet haben. Nachdem unter der Woche Wolfsburger Beobachter beim Training gesichtet worden waren, hielt sich Veh in Bezug auf die Aufstellung noch mehr bedeckt.

Eintracht gegen Wolfsburg: Alles zum Spiel im Ticker

„Lassen sie sich überraschen“, beantwortete er demensprechende Fragen ausweichend. Ganz grundsätzlich gebe es eine „Stammelf“ nur noch dann, „wenn keiner verletzt ist und man erfolgreich spielt.“ Diesen Zustand hatte die Eintracht im ersten halben Jahr nie erreicht. Bei der Eintracht war das bislang nicht so. Und auch deshalb gebe es eben mehrere Möglichkeiten, die er im Training probiert habe. „Es hängt von den Trainingsleistungen ab, von de Form der Spieler, auch vom Gegner“, erläutert Veh, „da kann mal einer rein- und einer rausrutschen.“

Bilder: Eintracht verliert knapp in Wolfsburg

Das Interesse am Rückrunden-Auftakt hält sich für Frankfurter Verhältnisse in engen Grenzen. Bislang wurden lediglich 34.000 Karten verkauft, so wenige wie noch nie in dieser Saison. Das ungemütliche Wetter, die nicht gerade überzeugenden Leistungen der Mannschaft, vor allem aber der aus Sicht vieler Zuschauer unattraktive Gegner haben dazu geführt, dass die Eintracht mit einem Minusrekord für diese Saison rechnen muss. Gegen den FC Augsburg waren am 2. Spieltag 45.000 Zuschauer gekommen, diesmal werden es weniger sein. Nach Wolfsburg wurden gerade Mal 310 Karten verkauft, auch das ein absoluter Minuswert.

Eintracht: Hradecky – Hasebe, Zambrano, Abraham, Oczipka – Russ – Aigner (Fabian), Stendera, Huszti – Meier, Seferovic.

Bank: Lindner – Ignjovski, Ayhan, Djakpa, Fabian, Gacinovic, Waldschmidt.

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