Stendera und Kittel wollen bleiben

Veh: „Es dauert, bis Marco Fabian weiß wie wir spielen“

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Eintracht Frankfurts Neuzugang Marco Fabian

Frankfurt/Abu Dhabi - Nach vier Tagen im Trainingslager in Abu Dhabi ist Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh sehr zufrieden. Am Rande des Trainingsplatzes wurde aber auch über die Zukunft einiger Spieler gesprochen. Von Peppi Schmitt

Dass die Bedingungen ideal sein würden, war ja schon aus den letzten Jahren bekannt. Schließlich sind die Frankfurter schon zum vierten Mal ins Emirat am arabischen Golf gereist und haben Quartier im Sieben-Sterne-Luxus-Hotel „Emirates Palace“ bezogen. Im Gegensatz zu manch Konkurrenten, der sich in Portugal oder der Türkei mit viel Regen herumschlägt und deshalb keine wirklich idealen Bedingungen vorfindet, kann sich die Eintracht auch diesmal wieder auf das Wetter verlassen. Bei meistens gut zwanzig Grad Celsius sind die Trainingsbedingungen auf einem gepflegten Rasenplatz ideal. Veh und seine Spieler wollen und müssen dies nutzen, um sich gut auf die Rückrunde zu vorzubereiten. „Bisher haben sie wirklich gut trainiert“, lobt der Frankfurter Trainer die Mannschaft, wohl wissend, dass alles andere nicht wirklich professionell wäre und diese Aussage auch von siebzehn anderen Trainern der Bundesliga so wohl getroffen wird.

Neben den körperlichen Belastungen, um Kondition zu halten oder zu verbessern, legt Veh vor allem Wert auf spielerische Fortschritte. Seit Tagen werden in verschiedenen Formen Kombinationen geübt, dabei hat sich ein 4-2-3-1-System als gewünschte Formation herausgeschält. „Im Moment spielen wir das so“, sagt der Frankfurter Trainer, betont aber, dass er weder über das Personal noch das System eine endgültige Entscheidung getroffen habe. Weitere Fingerzeige könnte ein Testspiel am Sonntag gegen den saudi-arabischen Club Al Ahli Dschidda geben. Es folgen noch ein Spiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Dienstag in Dubai und eine weitere Begegnung nach der Rückkehr in die Heimat. Die will Veh allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchführen.

Der Wunsch nach mehr Eingespieltheit und Harmonie auf dem Platz führt in Abu Dhabi dazu, dass Veh meist die gleiche Formation zusammenstellt. Mit Marco Fabian und Szabolcs Huszti gehören dieser zwei Neuzugänge an. Fabian spielt auf der linken Seite im Mittelfeld, Huszti neben Spielmacher Marc Stendera im eher defensiven Mittelfeld. „Ich probiere ein paar Dinge“, sagt Veh, „aber das heißt noch nichts.“ So offensiv jedenfalls wird er das erste Bundesligaspiel am 24.Januar gegen Wolfsburg kaum angehen. Die Auftritte der Neuzugänge haben die Hoffnungen bislang erfüllt. Vor allem Huszti zeigt sich von seiner besten Seite.

Bilder: Eintracht schwitzt im Trainingslager in Abu Dhabi

Fabian dagegen hat noch ein paar Anlaufschwierigkeiten. „Es ist schon eine Umstellung von Mexiko zu uns“, zeigt Veh Verständnis, „es dauert, bis er weiß wie wir spielen.“ Die Voraussetzungen beim teuersten Neueinkauf seit Jahren (3,5 Millionen Euro Ablöse) jedenfalls seien gut, „denn mexikanische Spieler arbeiten viel und sind sehr diszipliniert.“ Neuzugang Nummer drei, Kaan Ayhan, muss sich aktuell noch gedulden, bei seinem Versuch, sich so schnell wie möglich einen Stammplatz zu erkämpfen. Obwohl Veh den 21-Jährigen in erster Linie als „Innenverteidiger und Sechser“ sieht, also auf zwei Positionen, die derzeit wegen Verletzungen der Stammspieler Carlos Zambrano und Stefan Reinartz nicht endgültig vergeben sind.

Zambrano hat am Donnerstag immerhin mit Lauftraining begonnen. „Es ist nichts Dramatisches“, versichert der Eintracht-Trainer und hofft, dass sein Abwehrchef in den nächsten Tagen ins Mannschaftstraining zurückkehren kann. Reinartz ist ja wegen Leistenproblemen ganz zu Hause geblieben. Auf der Suche ist der Frankfurter Trainer nach wie vor nach dem „idealen“ rechten Verteidiger. „Alle die in Frage kommen, haben ihre Chance, können sich empfehlen“, sagt Veh. Timothy Chandler, Makoto Hasebe und Aleksandar Ignjovski dürfen sich angesprochen fühlen. Ayhan, siehe oben, weniger.

Bei Chandler hofft Veh, „dass er endlich den Fitnessstand erreicht, den er für sein Spiel braucht.“ Mit Wohlwollen beobachtet Veh, dass sich einige jener Spieler, die in der Vorrunde einiges schuldig geblieben sind, deutliche Fortschritte machen. Namentlich nannte er Alexander Meier und Stefan Aigner. „Meier ist richtig gut drauf“, lobt der Trainer, „und Aigner ist ein großes Stück weitergekommen.“

Trainingsauftakt: Eintracht stellt neue Spieler vor

Am Rande des Trainingsplatzes wird in Abu Dhabi auch über die Zukunft einiger Spieler gesprochen. Im Mittepunkt: Haris Seferovic (Vertrag bis 2017), und Marc Stendera (Vertrag bis 2018). Während sich Seferovic auf Nachfrage betont bedeckt hielt („Ich mache mein Spiel bis zum Sommer und dann gucken wir mal“), sagte Stendera: „Es spricht nichts dagegen, dass ich hier bleibe.“

Die komplett in Abu Dhabi vertretene Führungsriege will die Gelegenheit nutzen, in einem Gespräch Stendera die Wertschätzung des Clubs deutlich zu machen. Diese genießt auch ein anderer Spieler. Sonny Kittel, der nach langer Verletzungspause jeden Tag im Kreis der Mannschaft genießt, gab ein klares Bekenntnis zur Eintracht ab. „Ich will hier bleiben, ich bin ein Frankfurter Junge“, sagte der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler. Dass der Verein trotz der vielen Verletzungen seinen Vertrag verlängern will, sei „eine gute Sache“.

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