Aufsichtsrat sucht Sportvorstand

Veh vor dem Augsburg-Spiel: „Ganz langer Abstiegskampf“

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Beim 1:1 im Hinspiel gab es viel Kampf aber keinen Sieger.

Frankfurt- Am Donnerstag waren die Schotten wieder dicht beim Training der Frankfurter Eintracht. So wie es Trainer Armin Veh zwei Tage vor dem Spiel in dieser Saison eingeführt hat. Hinter einem Sichtschutz wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Von Peppi Schmitt

Viel Neues hätten „Spione“ aus Augsburg aber auch ohne diese Beschränkung wohl kaum gesehen. Alle aktuell gesunden Spieler waren dabei, auch Marc Stendera hat nach einer zweitägigen Pause wegen einer Knöchelblessur wieder trainiert. Der Frankfurter Trainer kann also seine aktuell beste Mannschaft aufstellen. Dazu wird an diesem Samstag (15.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Augsburg Haris Seferovic ziemlich sicher nicht gehören. Der Schweizer Nationalspieler hat seinen Stammplatz zumindest vorübergehend verloren und auch diesmal wieder in der B-Elf geübt. An der grundsätzlichen Einstellung wird die Aufstellung sowieso nichts verändern. Die Eintracht will versuchen, bei einem von ihr „ungeliebten“ Gegner eine schlechte Serie mit Offensive zu beenden. Dafür ist es ziemlich egal, ob Seferovic oder eben der Mexikaner Marco Fabian spielen. Seit sechs Begegnungen sind die Frankfurter gegen Augsburg ohne Sieg, zuletzt gab es ein 1:1 zu Hause in der Hinrunde (Torschützen: Caiuby für den FCA und Marco Russ) und ein 2:2 letzte Saison in Augsburg (Torschützen Klavan und Bobadilla sowie Aigner und Meier für die Eintracht).

Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ sollen nun endlich drei Punkte her gegen den Heimatverein von Trainer Veh. Diese Einstellung hat nach der miesen ersten Halbzeit gegen Wolfsburg am letzten Sonntag ja auch noch zum Erfolg geführt. Mit Stendera, den beiden Neuzugängen Szabolcs Huszti und Marco Fabian sowie Stefan Aigner und Alexander Meier werden wieder fünf Spieler von Anfang an auf dem Platz stehen, die sehr offensiv „denken“. „Wir fahren dahin, um zu gewinnen“, sagte der Jüngste, der 20 Jahre alte Stendera, wohl wissend, dass dies eine sehr schwere Aufgabe werden wird.

2000 SGE-Fans in Augsburg

Denn die Augsburger haben nach einem schwachen Start in die Saison längst wieder Fahrt aufgenommen und liegen gleichauf mit der Eintracht. Zum Rückrundenstart haben sie aus Berlin einen Punkt (0:0) mitgebracht. Der Sieger könnte sich beim Programm der Konkurrenten im Abstiegskampf schon ein kleines Polster verschaffen. „Es wäre schön, wenn uns das gelingen würde“, sagt Trainer Veh, „aber ich bin überzeugt, dass es bis zum Ende hinten eng bleiben wird, es wird ein ganz langer Abstiegskampf.“ Darauf müssten sich alle bei der Eintracht einstellen, die Spieler, natürlich die Trainer, aber auch das gesamte Umfeld. „Das müssen alle wissen und danach handeln“, sagt der Cheftrainer. Die Fans sind jedenfalls entschlossen, den schweren Weg mitzugehen, nach Augsburg werden wieder mehr als 2000 Anhänger mitfahren.

Der Eintracht-Tag im Live-Ticker

Veh hofft, dass die beiden jüngsten Heimsiege gegen Bremen und Wolfsburg der Mannschaft das in der Vorrunde verloren gegangene Selbstvertrauen wieder zurückgebracht hat. Er ist überzeugt, dass gerade die Psyche im Abstiegskampf eine entscheidende Rolle spielen wird. „Ich hoffe, dass uns das Erfolgserlebnis gegen Wolfsburg weiterhilft“, sagt er. Mit Ausnahme der Irritationen um Seferovic, die aber innerhalb der Mannschaft „keine Rolle gespielt haben“, wie Youngster Stendera versichert hat, ist die Vorbereitung in dieser Woche reibungslos verlaufen. Damit das so bleibt, haben die Frankfurter diesmal eine andere Art der Anreise gewählt. Statt mit dem Bus geht es an diesem Freitag nach dem Abschlusstraining per Bahn nach Augsburg.

Zum einen wolle man eventuellen Staus auf den Autobahnen aus dem Weg gehen, zum anderen waren die Erfahrungen mit längeren Busreisen in dieser Saison eher schlecht. „Lange im Bus zu sitzen, tut uns scheinbar nicht gut“, sagte Veh mit einem Augenzwinkern und verwies auf die Spiele in Ingolstadt (0:2), in Aue (0:1) und sogar auf das Freundschaftsspiel in Dubai gegen Borussia Dortmund (0:4), als die Frankfurter fast drei Stunden aus ihrem Trainingslager in Abu Dhabi unterwegs gewesen waren. Veh: „Vielleicht hilft’s ja, wenn wir entspannt im Zug sitzen“.

Bilder aus dem Hinspiel

Marco Russ rettet der Eintracht einen Punkt: Bilder

Ziemlich entspannt geht auch der Aufsichtsrat (AR) bei der Suche nach einem Nachfolger für den im Sommer ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen zu Werke. In einer Sitzung am Mittwoch wurde vom sogenannten Hauptausschuss (AR-Boss Wolfgang Steubing, Präsident Peter Fischer, Philipp Holzer) die Kandidatenliste dem kompletten AR vorgestellt. Eine große Personalberatungsagentur hat erste Bewertungen vorgenommen. Nun sollen Gespräche mit den Kandidaten folgen. Gesucht wird ein Sportvorstand, der in Zukunft gemeinsam mit Axel Hellmann (Marketing) und Oliver Frankenbach (Finanzen) die Geschicke des Clubs leiten soll. Zu keinem der in den Medien genannten Kandidaten wie u.a. die ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder und Jens Lehmann, der in Kaiserslautern zurückgetretene Stefan Kuntz oder der Noch-Schalker Horst Heldt, einst Spieler bei der Eintracht, hat der AR einen Kommentar abgegeben. Womöglich ist der Favorit aber keiner aus dieser Riege und die Eintracht wird überraschen.

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