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Bruchhagen enttäuscht über das Verhalten einiger Zuschauer

Eintracht-Spieler haben Angst vor eigenen Fans

Frankfurt - (sp) Eintracht Frankfurt kann sich über seine Zuschauer freuen. Sie kommen in Scharen ins Stadion. Gegen Mönchengladbach war die Arena mit 51.500 Zuschauern zum vierten Mal in dieser Saison ausverkauft. Und für die restlichen drei Heimspiele gibt es kaum noch Karten.

Dennoch hat die Eintracht ein massives Fanproblem, das sich seit Wochen in Richtung einer Eskalation entwickelt. „Funkel-Bashing“, also „öffentliche Beschimpfung“ des Trainers, nennt sich das Treiben.

Gegen Mönchengladbach hat dieser neue Verbalsport absurde Züge angenommen. Schon vor dem Anpfiff gab es „Funkel-raus“-Rufe. Nach einer halben Stunde hieß es dann Richtung Mannschaft „Wir wollen euch kämpfen sehen“, obwohl es am nötigen Einsatz wirklich nicht gefehlt hatte. Und natürlich wurde der Brasilianer Caio mal wieder lautstark gefordert. Mit Funkel stehen Spieler wie Alexander Meier oder der diesmal verletzte Benjamin Köhler am Pranger. „Es ist eine Schande, was die Zuschauer mit dem Trainer und den Kollegen machen“, gab ein Spieler später zu Protokoll - mit dem Zusatz: „Nenn meinen Namen nicht, sonst pfeifen sie mich auch noch aus.“ So weit ist es gekommen: Die Spieler haben Angst vor den eigenen Fans.

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Die Frankfurter haben inzwischen bei Heimspielen nicht nur den Gegner zu bekämpfen, sondern auch Teile ihrer Anhängerschaft. „Ich will auf diese Dinge nicht eingehen, weil wir sie nicht beeinflussen können“,meint der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen, „aber es ist einfach enttäuschend.“

Gegen Mönchengladbach hat die Eintracht - wie schon zuvor in den wichtigen Spielen gegen Bochum und Hannover - vier Tore geschossen, Die Vorwürfe, der Trainer lasse zu defensiv spielen, überraschend insofern. Zudem hat der Trainer gegen Mönchengladbach mit allen personellen Maßnahmen richtig gelegen. Dass ihm von Teilen der Fans eine „Demütigung“ Caios angelastet wurde, weil er ihn eine Minute vor Schluss für den verletzten Zlatan Bajramovic eingewechselte, passte ins Bild.

Funkel versuchte nach dem Abpfiff Gelassenheit zu demonstrieren. „Diese Dinge höre ich nicht und sie interessieren mich nicht“, sagt er. Es ist die einzige Möglichkeit für den Frankfurter Trainer einigermaßen konzentriert weiterarbeiten zu können. Alexander Meier, Schütze des wichtigen 1:0, hat auch versucht, die Anti-Stimmung auszublenden. „Man darf sich davon nicht beeinflussen lassen, sonst geht gar nichts“,sagt Meier. In den Internetforen und seit neuestem auch im Videotext des Hessenfernsehens sind die anonymen Beschimpfungen Mode. Nach dem Sieg gegen Gladbach gab es aber auch Gegenwind für die Tribünenhetzer. „Es war ein beschämender Auftritt unserer Fans“,schrieb der User „Yeboah“.

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