Frankfurt (sp/app) - Vor einem halben Jahr hat das Derby zwischen dem FSV und Eintracht Frankfurt die Massen elektrisiert. Es war das erste Duell der Nachbarn um Punkte nach fast 50 Jahren, 50.000 Zuschauer wollten die Partie sehen.

© Hübner
FSV-Verteidiger Gledson (oben) soll im Derby gegen die Eintracht wieder in die Startelf rücken. Benjamin Köhler zählte beim 4:0 im Hinspiel zu den Torschützen der Eintracht.
Wenn an diesem Samstag (13 Uhr) das Derby in der 2. Liga wieder stattfindet, ist das Interesse daran gesunken, obwohl die sportliche Brisanz durch den Saisonverlauf deutlich höher geworden ist. „Nur“ 38 000 Karten hat die Eintracht bisher verkauft, vor allem, weil der FSV aus dem ihm zur Verfügung stehenden Kontingent von 5000 Karten lediglich 900 an Frau und Mann gebracht hat.
Das 1:1 in Düsseldorf hat die Eintracht komplett abgehakt, der Trainer hat sogar auf eine Analyse verzichtet. Armin Veh setzt darauf, dass das Negativerlebnis in letzter Minute automatisch zu einer Gegenreaktion führen wird. „Ich hatte vor einiger Zeit davon gesprochen, dass mir hier alles zu lasch ist“, sagte er gestern, „vielleicht tragen die Vorkommnisse von Düsseldorf dazu bei, dass jetzt alle noch enger zusammenrücken.“ Die Fans im Stadion und an den Fernsehschirmen hätten gespürt, dass alle in der Mannschaft unbedingt aufsteigen wollen. Veh: „Das schweißt zusammen.“
Innenverteidiger Gledson ist wieder ins Training eingestiegen und dürfte ein Kandidat für die Startelf sein. Der Einsatz von Stürmer Momar N’Diaye (krank) und Chadli Amri (Leistenbeschwerden) ist aber noch fraglich. Bei der Eintracht dürfte der beste Stürmer Mohamadou Idrissou zum ersten Mal im neuen Jahr von Beginn an spielen - auch wenn Veh mit Jimmy Hoffer zuletzt zufrieden war.
Einstellen wird sich die Eintracht auf eine Systemänderung beim FSV und die neu gewonnene Angriffsstärke des Nachbarn. Amri und Ilian Micanski hätten die Mannschaft deutlich verstärkt, sagt Veh, „die Zugänge tun ihnen gut, da hatten sie ein glückliches Händchen.“ Dem 4-4-2 des FSV will die Eintracht wie schon am Montag in Düsseldorf mit Defensivdisziplin begegnen. Sein Kollege Möhlmann habe „immer Ordnung in seiner Mannschaft“, sagte Veh voller Respekt, „aber sie waren auch unter Hans-Jürgen Boysen geordnet.“
Disziplin und Ordnung haben sich allerdings auch bei der Eintracht verbessert. Was auch mit Zugang Heiko Butscher und der Formsteigerung von Gordon Schildenfeld zu tun hat. Butscher sei seiner Rolle als „Führungsspieler“ bisher gerecht geworden, sagte Veh, und Schildenfeld habe sich in vielen Bereichen verbessert. Der Innenverteidiger, gerade wieder ins Aufgebot der kroatischen Nationalteam berufen, würde mehr reden, was ein Fortschritt sei. „Ich habe ihm gesagt, er muss die anderen auch verbal führen“, erzählte Veh, „das hat er geändert und das ist gut für uns.“ Allerdings ist es nicht sicher, ob der Kroate auch spielen wird, denn seine Frau erwartet in diesen Tagen ein Kind. „Bei der Geburt will ich dabeisein“, sagte er. Der Geburtstermin ist erst nächste Woche. Nun hofft die Eintracht, dass sich das Baby daran hält.



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