Die Erfüllung eines Kindheitstraums

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Aus Sicht der OFC-Fans traurig, aber wahr: Sebastian Rode im Trikot seines neuen Klubs Eintracht Frankfurt.

Frankfurt ‐ Was unsere Zeitung bereits am Donnerstag angekündigt hatte, ist inzwischen amtlich: Mittelfeld-Talent Sebastian Rode wechselt vom Drittligisten Kickers Offenbach zum benachbarten Erstligisten Eintracht Frankfurt. Von Christian Düncher und Peppi Schmitt

Der 19-Jährige hat beim Tabellenzehnten der abgelaufenen Bundesligasaison einen Vertrag bis 2014 unterschrieben und wurde von den Frankfurtern gestern offiziell als Neuzugang vorgestellt.

„Bei einem Bundesligaverein zu spielen, war schon als Kind mein Traum. Jetzt ist er in Erfüllung gegangen“, sagte Rode, der bei der Eintracht das Trikot mit der Nummer 20 tragen wird. Das Shirt mit der 31 auf dem Rücken erhält der für die linke Abwehrseite verpflichtete Grieche Georgios Tzavellas, der gestern ebenfalls von der Eintracht offiziell als Neuzugang vorgestellt wurde. Zuvor hatten die Frankfurter bereits Angreifer Theofanis Gekas (zuletzt Hertha BSC) verpflichtet.

„Wir freuen uns und sind gut gelaunt, weil wir einen weiteren Schritt getan haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Eintracht, Heribert Bruchhagen. Auch Trainer Michael Skibbe, in der Vergangenheit oft nicht ganz zufrieden mit der Personalpolitik des Klubs, war diesmal voll des Lobes. „Die Eintracht hat es hinbekommen, in Planung und Sichtung ein bisschen fixer zu sein als in der Vergangenheit“, sagte er

Für Rode, der bei den Kickers ursprünglich noch einen Vertrag bis 2011 hatte, zahlt die Eintracht angeblich 250 000 Euro Ablöse. Weitere 50 000 Euro sollen verrechnet werden, da der OFC noch Geld aus dem Pokalspiel 2009 schuldig sei. Thomas Kalt wollte diese Zahlen aber nicht bestätigen. Der kaufmännische Geschäftsführer der Kickers GmbH sprach lediglich davon, dass noch eine „Summe offen“ sei, die im Verhältnis zur Ablöse jedoch eher gering ausfalle.

Über die Höhe der Ablöse sei Stillschweigen vereinbart worden, betonte Kalt, stellte aber zugleich klar: „Wenn es diese Summe ist, dann sind 250.000 Euro für einen Drittligisten viel Geld.“ Zumal Rode nur noch ein Jahr Vertrag beim OFC hatte und lange verletzt war. Der Transfererlös soll nun jedoch, so Kalt, nicht in neue Spieler investiert, sondern zur Schließung einer finanziellen Lücke verwendet werden, die im April und Mai angesichts der damals geringen Zuschauerzahlen entstanden sei.

An Rode sollen neben der Eintracht auch die Bundesligisten Dortmund, St. Pauli, Hannover und Freiburg interessiert gewesen sein. Dass der Blondschopf letztlich nur die Mainseite wechselte, hat einen einfachen Grund: „Die Eintracht war für den Fall eines Wechsels in die Bundesliga mein Wunschverein“, sagte er. In den Gesprächen mit Rode sei schnell klar geworden, dass Rode „ausschließlich zu Eintracht Frankfurt wechseln will“, so Kalt.

„Wir müssen herausragende Talente aus der Region integrieren“, betonte derweil Michael Skibbe, „und Sebastian ist ein hochtalentierter Junge“. In seinem Heimatort Alsbach-Hähnlein sei die Begeisterung groß, erzählte der ehemalige Offenbacher: „Dort gibt es viele Eintracht-Fans.“ Bis zum Trainingsauftakt am 5. Juli wird Rode zu Hause bleiben, „WM schauen und mich vorbereiten auf den Trainingsstart.“

Deutlich mehr Geld als für Rode muss die Eintracht für Georgios Tzavellas (22) zahlen. Von rund 1,2 Millionen Euro Ablöse an Panionios Athen ist die Rede. Gut angelegtes Geld, wie der Trainer glaubt. „Wir haben ein sehr gutes Gefühl“, sagte Skibbe und zeigte sich durchaus erfreut, dass der Neuzugang aus dem griechischen WM-Aufgebot gestrichen wurde. „So wird ihm die Integration erleichtert.“ Der Spieler sah dies naturgemäß anders, erkennt aber auch die Vorteile, schon am 5. Juli mit der Vorbereitung bei der Eintracht zu beginnen: „In der Bundesliga zu spielen, ist eine großen Chance für meine Karriere.“

Weitere Zugänge wird es bei der Eintracht nur geben, wenn sie auf Ausfälle oder Abgänge, vor allem im Angriff, reagieren muss. Die vordringlichste Aufgabe bestehe nun darin, „den Kader zu verkleinern“, so Bruchhagen.

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