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Kampf um die Macht bei Eintracht hat begonnen

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Von: Peppi Schmitt

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Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner sind überrascht von den Indiskretionen.
Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner sind überrascht von den Indiskretionen. © Hübner

Frankfurt - Mitten in der sportlichen Krise wird die Frankfurter Eintracht nun auch von Streitigkeiten in den Führungsgremien erschüttert. Die Sport-Bild berichtete von einer „Revolution“, die angeblich der Aufsichtsrat plane.

Laut einer schriftlichen Vorlage der letzten Sitzung soll der Vorstand von zwei auf drei Personen um einen Sportvorstand erweitert werden. Dieses Thema stehe auf der Agenda für die Sitzung am Freitag. Sollte dies zutreffen, wäre es quasi eine Entmachtung von Sportdirektor Bruno Hübner, dessen Vertrag erst in diesem Frühjahr bis zum 30. Juni 2016 mit einer Kompetenzausweitung verlängert worden war. „Wir haben Geschlossenheit und Gemeinsamkeit vereinbart“, sagte der sichtlich geschockte Hübner, „solche Schlagzeilen sind nicht hilfreich“.

Vorstandschef Heribert Bruchhagen versuchte, den Schaden in Grenzen zu halten. „Wir haben den Vertrag mit Bruno Hübner verlängert, weil wir vollstes Vertrauen in ihn haben“, versicherte er, „daran hat sich nichts geändert.“ Aufsichtsratschef Wilhelm Bender sagte: „Das ist absoluter Quatsch.“ Es gebe keinen Anlass, an der sportlichen Führung „zu zweifeln“.

Aber hinter den Kulissen ist bei der Eintracht längst der Kampf um wichtige Ämter ausgebrochen. Vor allem geht es dabei um die Nachfolge von Vorstandschef Bruchhagen, der im Juni 2016 ausscheiden wird. Der Vertrag von Bruchhagens Vorstandskollege Axel Hellmann läuft bereits im Sommer 2015 aus, soll allerdings in diesen Tagen verlängert werden. Bruchhagen versichert, dass es einen dritten Mann bis zum Ende seiner Amtszeit „nicht geben wird“. Lediglich die Einarbeitung eines Nachfolgers kurz vor seinem Ausscheiden könne er sich vorstellen.

Im Grunde geht es darum, wer nach der Ära Bruchhagen das Sagen bei der Eintracht und die sportliche wie unternehmerische Richtlinienkompetenz haben wird. Die Entscheidung darüber wird im neunköpfigen Aufsichtsrat (AR) getroffen, der die Vorstandsmitglieder der „Fußball AG“ bestellt und im kommenden Juni neu zusammengestellt werden wird. Gerade deshalb wird um die Plätze im AR hart gekämpft. Angeblich soll dessen Vorsitzender Bender, der ehemalige Flughafen-Manager, längst keine Mehrheit mehr im höchsten Kontrollgremium des Klubs hinter sich haben.

Investoren im Fußball

Diese Gemengelage wiederum führt nun auch zu einem Wahlkampf im Verein (e.V.) Eintracht Frankfurt, wo es zum ersten Mal seit 15 Jahren mit Reiner Schäfer einen Gegenkandidaten für den amtierenden Präsidenten Peter Fischer geben wird. Der Verein als Hauptaktionär der AG entsendet drei Mitglieder in den Aufsichtsrat. Aktuell sind dies Präsident Fischer, Schatzmeister Thomas Förster und Wolfgang Steubing. Bei einer Wahl von Schäfer auf der Versammlung im Januar würden sich auch die Gewichte im AR verschieben. Es geht also nicht in erster Linie um Hübner, es geht um die Macht bei Eintracht Frankfurt.

Bruchhagen stört sich vor allem am Zeitpunkt der Nachfolgediskussion. „Das kommt mir alles viel zu früh“, sagte er gestern, „schließlich bin ich noch eineinhalb Jahre hier.“ Und in dieser Zeit will er die Zügel nicht aus der Hand geben, daran ließ er keine Zweifel. Für die sportliche Entwicklung kommen die Streitigkeiten zur Unzeit. Denn Hübner steht gerade in Vertragsgesprächen mit Torwart Kevin Trapp und Abwehrchef Carlos Zambrano, die mit Hilfe privater Investoren langfristig gebunden werden sollen. Laut Sport-Bild habe Hübner bei einem Abendessen mit Trapp aber noch kein Angebot vorgelegt. Bruchhagen zeigte sich „irritiert“ darüber, dass auch von diesem Treffen nun in der Zeitung stehe. Die Indiskretionen bei der Eintracht nehmen zu, die Irritationen auch.

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(sp)

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