001.09.09|Eintracht|Eintracht|
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Frankfurt - (sp) Der Frankfurter Eintracht hat gestern Abend bis kurz vor dem Ende des Transferfensters um Mitternacht gekämpft, um den Brasilianer Lincoln von Galatasaray Istanbul zu verpflichten.

© imago
Lincoln im Trikot von Galatasaray Istanbul.
Doch in letzter Minute schien der Transfer gestern Abend geplatzt zu sein. „Wir haben ernsthaft verhandelt und waren optimistisch, dass es klappt“, sagte Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen gestern Abend um 22.30 Uhr, „aber dann haben wir leider feststellen müssen, dass die Gehaltswünsche des Spielers und unsere Möglichkeiten nicht kompatibel waren.“ Die Verhandlungen allerdings waren nach dieser Aussage bis nach Redaktionsschluss dieser Zeitung weitergegangen, Bruchhagen hatte noch eine „geringe Hoffnung“, dass Lincoln mit seinen Forderungen runter gehen würde.
Die Frankfurter wollten den brasilianischen Nationalspieler für ein Jahr ausleihen und hatten sich mit Galatasaray über die Bedingungen bereits geeinigt. 750.000 Euro Leihgebühr sollte bezahlt werden, dazu war eine Kaufoption mit einer Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro vereinbart worden. Sogar ein medizinischer Test wurde bereits durchgeführt. Der Poker und die Verhandlungen um Lincoln hatten sich gestern über mehr als zehn Stunden hingezogen. Die Eintracht hatte wohl vor allem deshalb gute Chancen, weil Lincoln in der vergangenen Saison in Istanbul bereits mit Trainer Michael Skibbe vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte.
Letzte Woche hatte sich Michael Skibbe mit Lincoln in Frankfurt getroffen. Der Trainer der Eintracht und der brasilianische Nationalspieler hatten zusammen Kaffee getrunken. „Rein privat“ wie es hieß. Doch aus dem privaten Kontakt ist dann ein ganz heißer beruflicher Flirt geworden. Auf der letzten Transferliste, die gestern um 12 Uhr am Mittag geschlossen wurde, war Lincolns Name aufgetaucht. Schon bald war klar, dass es in Frankfurt Verhandlungen mit dem ehemaligen Schalker gegeben hatte. Diese Gespräche wurden dann am frühen Nachmittag auch von Eintrachts Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen gegenüber der Offenbach-Post bestätigt. Der Hauptausschuss der Eintracht, jene Mitglieder des Aufsichtsrates, die ihre Zustimmung bei einem Transfer, der mehr als 500.000 Euro umfasst, geben muss, war ebenfalls informiert.
Lincoln hatte von 1997 bis 2001 bei Atletic Mineiro in Brasilien gespielt, dann drei Jahre bis 2004 beim 1. FC Kaiserslautern, bevor er im Unfrieden die Pfälzer verließ. Auf Schalke wurde Lincoln dann zu einem echten Star der Liga, bevor er auch dort wegen etlicher Undiszipliniertheiten in Ungnade fiel. Auch unter Michael Skibbe in Istanbul galt er „enfant terrible“, wurde zwischenzeitlich vom Istanbuler Klub mit der Rekordstrafe von 105 000 Euro belegt, weil er vier Tage zu spät zum Trainingsstart erschienen war.
Dass die Eintracht tatsächlich Lincoln verpflichten wollte, ist auch ein klarer Fingerzeig, dass der Glaube an den Durchbruch des 23 Jahre alten Caio nicht mehr so recht vorhanden ist. Lincolns Landsmann war mit einer Ablösesumme von vier Millionen Euro im vergangenen Jahr der teuerste Transfer in der Geschichte des Klubs. Unter Ex-Trainer Friedhelm Funkel hatte Caio den Sprung in die Stammelf nicht geschafft Unter Michael Skibbe hat er dagegen bisher immer gespielt, aber nur selten überzeugt. Eine Aufstellung mit Lincoln und Caio wäre jedenfalls kaum vorstellbar.
Gestern hat die Eintracht Abwehrspieler Habib Bellaid bis zum Saisonende an den französischen Erstligisten Racing Straßburg ausgeliehen. Der 23-Jährige war im Sommer 2008 von Straßburg zur Eintracht gewechselt, für die er 22 Bundesligaspiele bestritt. Vor Beginn dieser Saison war der französische U21-Nationalspieler von Trainer Michael Skibbe ausgemustert worden, seine Rückkehr fast logisch.
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