Schaaf-Rückkehr spielt keine Rolle

„Wir werden die drei Punkte gegen Hannover holen“

Eintracht Frankfurt: Bilder zum Sieg in Hannover
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Ein seltener Glücksmoment: Marc Stendera jubelt über sein Tor im Hinspiel gegen Hannover.

Frankfurt - Niko Kovac ist voller Vorfreude. Das erste Heimspiel mit der Frankfurter Eintracht ist für den neuen Trainer etwas ganz Besonderes. Zumal es am Samstagabend (18.30 Uhr) stattfindet. Von Peppi Schmitt

„Bei Abendspielen ist die Atmosphäre immer anders“, sagt er, „als Spieler habe ich diese Begegnungen geliebt.“ Für die Deutsche-Fußball-Liga und den übertragenden Sender „Sky“ ist die Begegnung Eintracht gegen Hannover 96 das „Topspiel“ des 27. Spieltages, das in viele Länder übertragen wird. Realistisch gesehen ist es das Spiel der beiden aktuell schlechtesten Mannschaften der Liga. So sehen das wohl auch die Zuschauer. Nur 40.500 Tickets wurden im Vorverkauf abgesetzt, das ist für Frankfurter Verhältnisse mehr als dürftig und der Bedeutung des Spiels nicht angemessen. Es ist allerdings die Fortsetzungen eines schleichenden Prozesses des Zuschauerrückgangs. Noch weniger Interesse gibt es offenbar in Hannover. Von dort sind die meisten der knapp 5000 zur Verfügung stehenden Karten zurückgekommen, nur ein paar Hundert Anhänger werden die Niedersachsen begleiten.

In Hannover scheint die Hoffnung im Umfeld des Clubs auf eine Rettung nur noch minimal, aber auch in Frankfurt fehlt trotz des Trainerwechsels die Aufbruchstimmung. Dabei wird Niko Kovac nicht müde, die Bedeutung der Unterstützung herauszustellen. Er hofft, „dass die Fans von hinten schieben“. Und er ist überzeugt, dass die Spieler viel Unterstützung erfahren werden, wenn sie nur die Grundtugenden einbringen. „Wenn die Zuschauer sehen, dass wir um jeden Zentimeter kämpfen, dann werden sie hinter uns stehen“, glaubt er. Bislang konnte sich die Eintracht meist auf ihre Anhänger verlassen, nimmt man diejenigen aus, die ihre eigenen Interessen über jene des Vereins stellen. Laut Mittelfeldspieler Marc Stendera (20) habe sich die Mannschaft vorgenommen, „den Fans ein gutes Spiel zu zeigen.“ Das wird auch nötig sein, um den ersten Sieg nach fast zwei Monaten (3:2 am 24. Januar gegen Wolfsburg) einzufahren. Alle wüssten natürlich, um was es geht, sagt der jüngste Spieler des Teams. „Wir werden diese drei Punkte holen“, ist Stendera überzeugt.

Den Eintracht-Tag im Ticker verfolgen

Die Spieler jedenfalls müssen nun endlich einmal in Vorleistung treten, gegen den Tabellenletzten gelten keine Ausreden mehr. Dass beim Gegner der von vielen Eintracht-Profis ungeliebte ehemalige Trainer Thomas Schaaf auf der Bank sitzt, wollen sie ausblenden. „Wir haben ein paar schöne Erinnerungen an die vergangene Saison“, sagt Marc Stendera, „aber so ist das Geschäft.“ Mit dem alten Trainer werde er vor dem Spiel sicher nicht reden. Vielleicht sei nach dem Abpfiff Zeit, „ein paar Worte zu wechseln“. Auch Trainer Kovac will den Trainer des Gegners nicht thematisieren. Schaafs Rückkehr spiele „keine Rolle“, versichert er.

Bilder des Hinspiels in Hannover

Bilder: Eintracht gewinnt in Hannover

Verbissen hat der neue Coach in den vergangenen Tagen daran gearbeitet, die Spielweise umzustellen. Zwar wird die Eintracht weiter im gewohnten System (4-2-3-1) antreten, aber vieles soll dann doch anders aussehen. Vor allem soll mehr gelaufen werden. In Mönchengladbach wurde bereits der Anfang gemacht, als die Frankfurter vier Kilometer mehr liefen als ihre Gegner, was den Schluss nahe legt, dass es eben doch nichts mit dem konditionellen Zustand zu tun hat. Gegen Hannover nun soll diese erhöhte Laufbereitschaft auch von Erfolg gekrönt werden. „Laufen und kämpfen“ sei der grundsätzliche Ansatz, sagt Kovac, „zu Hause brauchen wir aber auch Ballbesitz.“ Ganz nach dem einfachen Motto: „Nur wer den Ball hat, kann auch Tore schießen.“ Natürlich habe er noch viel mehr Ideen, wie das Spiel seiner Mannschaft verbessert werden können, aber die Zeit reicht in diesen Tagen nicht für fundamentale Umstellungen. „Wir dürfen nicht überziehen“, mahnt er sich selbst zur Geduld.

Eintracht-Zeugnis gegen Gladbach

Die Spieler spüren den frischen Wind, nehmen ihn aber völlig unterschiedlich wahr. Der neue Trainer mache „vieles anders“ als sein Vorgänger, sagt Stendera, „das Training ist sehr intensiv, keiner kann sich ausruhen.“ Ganz wichtig sei zudem, „dass keiner sicher sein kann, dass er spielt.“ In der Tat plant Kovac wohl einige personelle Veränderungen, Stammplätze sind keine Stammplätze nicht mehr. Carlos Zambrano und Stendera, die in Gladbach wegen Verletzungen gefehlt hatten, werden zurückkehren.

Andere werden ihre Plätze verlieren oder haben sie schon verloren. Slobodan Medojevic ist verletzt (Achillessehne), Alex Meier auch (Knie). Bastian Oczipka ist seit dem Trainerwechsel nur noch zweite Wahl, aktuell hat Constant Djakpa die Nase vorn. Das war durchaus nachzuvollziehen. Dass auch David Abraham und Marco Fabian wohl auf die Reservebank müssen, ist dagegen nicht ganz so einfach zu verstehen. Andererseits: Mit dem alten Personal ist nicht wirklich viel gelaufen, vielleicht klappt‘s ja mit dem neuen besser.

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