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Funkels mahnende Worte zum Abschied von der Eintracht

„Nicht übermütig werden“

Frankfurt - Draußen im weiten Rund der Arena hatten sie Friedhelm Funkel einen würdigen Abschied bereitet. Der Trainer wurde vor dem Spiel gegen den Hamburger SV mit Beifall begrüßt und nach dem Schlusspfiff mit Applaus entlassen.

© Foto: Storch

Herzliche Umarmung zum Abschied: Friedhelm Funkel (links) und Eintracht-Präsident Peter Fischer.

Funkel, der Eintracht Frankfurt nach fünf Jahren verlässt, war sich auch am letzten Arbeitstag treu geblieben. Als Letzter war er vor dem Spiel zur Bank geeilt, als erster war er nach dem Schlusspfiff in der Kabine verschwunden. Er mied den Gang vor die Fankurve, wo seine lautstärksten Kritiker standen, ebenso machte er einen Bogen um den VIP-Raum, wo seine größten Gegner speisten. Drinnen im Presseraum wartete schon Heribert Bruchhagen, und dem ging die Trennung sichtlich nahe. „Wir sind weiter als vor fünf Jahren, als du gekommen bist“, sagte der Vorstandschef, bevor er Funkel zum Abschied eine wertvolle Uhr überreichte, „wir werden in der Spur, die du gelegt hast, weitergehen.“

Dass es ganz am Ende fast noch peinlich geworden wäre, lag nicht an Bruchhagen oder Funkel. Ausgerechnet Herbert Becker, der Aufsichtsratsvorsitzende und schärfste Kritiker des Trainers, musste auf die Bühne des Presseraums und Funkel verabschieden. Beide würdigten sich keines Blickes, Becker presste mit Mühe ein „viel Gesundheit und Erfolg“ heraus. Die Abschiedsworte anderer waren herzlicher. Präsident Peter Fischer, dessen Sohn Luc eine „Danke Funkel“-Plakat gemalt hatte, oder das ehemalige Vorstandsmitglied Heiko Beeck umarmten den scheidenden Trainer ergriffen. „Ich hatte hier fünf fantastische Jahre und möchte keine Minute missen“, versicherte Funkel. Ein „bisschen Wehmut“ sei natürlich dabei, aber Gefühle hätten nicht viel Platz im Profifußball. „Tschö, das war’s“, sagte er - und ging. Gestern flog er in den Urlaub.

Zuvor hatte Funkel der Eintracht und ihrem Umfeld noch einiges ins Stammbuch geschrieben. Er wünsche der Eintracht, „dass sie eine stabile Einheit bleibt und alle hier zu schätzen wissen, dass sie in der Bundesliga spielen“.Man sei etabliert im Oberhaus, und das allein sei schon ein hohes Gut. „Wenn man übermütig wird und mehr erreichen will als man kann, steigt man schnell ab“, mahnte er. „Wir sind in dieser Saison 13. geworden. Das ist genau der Platz, wo wir nach all dem Pech der letzten Monate auch hingehören.“

Funkel selbst hatte um Vertragsauflösung gebeten und war damit wohl seiner Entlassung zuvorgekommen. Einen neuen Job wird er schnell finden. So gilt er beim FC Kaiserslautern, für den er einst gespielt hatte, als einer der Wunschkandidaten.

Als Nachfolger Funkels bei der Eintracht werden viele Namen gehandelt, ein Favorit hat sich offenbar noch nicht herausgeschält. Michael Skibbe, Mirko Slomka, Thomas Doll und Benno Möhlmann sollen auf der Liste stehen. Ein interessanter Kandidat könnte Klaus Toppmöller werden, mit dem es offenbar schon Gespräche gab.

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