Die wichtigsten Eindrücke aus dem Training

Niko Kovac mit Crashkurs für die Eintracht

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Frankfurt - Mit einer knappen halben Stunde Verspätung hat heute das Training bei der Frankfurter Eintracht begonnen. Der neue Coach Niko Kovac hatte zunächst eine kleine theoretische Einheit in der Kabine abgehalten, dazu Video-Sequenzen gezeigt. Von Peppi Schmitt

„Wir haben nicht so viel Zeit, deshalb müssen wir einen Crashkurs machen“, sagte er, „aber es darf auch keinen overload geben.“ Die Mannschaft soll also schon bis zum Spiel am Samstag in Mönchengladbach möglichst viel lernen, aber auch nicht mit Informationen überfrachtet werden. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat aufgezeichnet, wie Kovac arbeitet, was er verändern will, auf was er hofft und wie er Mönchengladbach begegnen will.

Zur Trainingsarbeit in diesen Tagen und zur Vorbereitung aufs Gladbach-Spiel: „Wir versuchen, alle Bereiche abzudecken. Heute haben wir den Defensivpart abgearbeitet, morgen ist die Offensive dran, sodass alle wissen, was sie zu machen haben. Wir wollen ihnen gewisse taktische Dinge an die Hand geben, was macht der Gegner, was wollen wir dagegen tun. Gladbach war am Dienstag und Mittwoch ein Thema und ist es am Donnerstag und Freitag. Am Samstag geht es dann nur noch um uns, da wird der Gegner nicht mehr erwähnt. Die Jungs sind sehr hellhörig uns passen genau auf. Deshalb bin ich sehr optimistisch.“

Zu den allgemeinen Prioritäten: „Wir müssen als Einheit auftreten. Jeder hat bisher alles gegeben, was in seiner Macht stand, aber vielleicht nicht als Team. Wir müssen alle mit ins Boot nehmen, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Dass sie Fußball spielen können, haben die Jungs ja schon bewiesen. Die Köpfe waren zuletzt ein bisschen blockiert, aber ich glaube, die Blockade löst sich langsam. Und Gladbach weiß ja nun auch nicht so genau, was auf sie zukommt. Das könnte ein kleiner Vorteil sein.“

Zur Verletztensituation: „Stendera (Leiste, die Red.) ist sicherlich out, bei Meier (Knie) und Zambrano (Oberschenkel) haben wir noch Hoffnung. Wir werden aber kein Risiko eingehen. Es wäre fatal jemand ins Feuer zu werfen, der dann länger ausfällt. Lukas Hradecky (Hexenschuss) baut sich langsam wieder auf, der wird sicherlich dabei sein.“

Niko Kovac als Eintracht-Trainer vorgestellt: Bilder

Zur Übungseinheit am Mittwoch, als taktische und personelle Veränderungen sichtbar waren: „Wir müssen ein paar Sachen probieren. Wir haben Gladbach beobachtet und die Erkenntnisse daraus versuchen wir auf den Platz zu bringen. Die personelle Aufteilung vom Mittwoch heißt noch nicht, dass es auch am Samstag so sein wird. Da müssen wir auch noch schauen, was mit Meier und Zambrano ist. Das sind sicher Leute, die eine Rolle spielen. Ich freue mich aber, dass sich das Lazarett lichtet und Reinartz und Castaignos dabei sind. Das ist eine Wertsteigerung der Mannschaft. Wir müssen aber schauen, wie viel Kraft schon ihnen steckt.“

Über die Aufstellung: „Die Trainingseindrücke werden eine große Rolle spielen. Ich schaue darauf, wie sich der Spieler taktisch verhält, ob er sich ins Konzept eingliedert. Denn die Taktik kann entscheidend sein. Jeder hat die Chance, sich zu empfehlen. Ich bin unvoreingenommen, ich kenne keinen. Das macht die Sache für mich einfacher.“

Über die personellen Varianten beim Training beispielsweise mit Stefan Aigner auf links, Haris Seferovic auf rechts: „Aigner ist ein gradliniger Spieler mit einem guten Schuss. Wenn er von links nach innen zieht, kann er auch mal aus der Distanz erfolgreich sein. Wenn wir dagegen mit Flanken operieren, brauchen wir drinnen schon einen langen Spieler, der das auch verwertet. Wir eruieren im Moment, was da geht. Ich werde auch mit den Spielern sprechen, wo sie sich am wohlsten fühlen. Denn es immer besser, wenn sie auf ihrer Lieblingsposition spielen, da fühlen sie sich am besten und können ihr Maximum geben. Ich versuche es auf die Schnelle umzusetzen und hoffe, dass ich es zumindest bis zum Hannover-Spiel hinkriege.“

Bilder: Eintracht gegen Gladbach ohne Chance

Ist das Gladbach-Spiel nur ein Bonusspiel? „Wir sind nicht in der Situation, dass wir etwas herschenken können. Wir müssen in jedem Spiel versuchen Punkte zu sammeln. Wir wollen natürlich gewinnen, auch wenn ich weiß, dass es schwierig werden wird. Wir werden jedenfalls nicht die weiße Flagge hissen.“

Zu den Fans, die sehr zahlreich beim Training zugeschaut haben: „Ich bin sehr positiv überrascht, das freut mich. Es herrscht nicht nur innerhalb der Mannschaft und dem Verein Aufbruchsstimmung, sondern auch bei den Fans. Ich hoffe, sie werden auch zahlreich in Gladbach sein.“

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