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Vehs Geduld mit Occean am Ende

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Von: Peppi Schmitt

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Starker Auftritt: Der 19-Jährige Shawn Parker (links) war beim Mainzer 3:1-Sieg in Frankfurt an drei Toren beteiligt. Frankfurts Sebastian Jung (rechts) könnte aufgrund der Personalnot auch in Düsseldorf als Innenverteidiger gefragt sein.
Starker Auftritt: Der 19-Jährige Shawn Parker (links) war beim Mainzer 3:1-Sieg in Frankfurt an drei Toren beteiligt. Frankfurts Sebastian Jung (rechts) könnte aufgrund der Personalnot auch in Düsseldorf als Innenverteidiger gefragt sein. © dpa

Frankfurt - Viele Verletzungen, eine verdiente Niederlage im Derby gegen Mainz und ein Stürmer außer Form. Bei der Eintracht läuft es im Moment nicht rund.  Von Peppi Schmitt

Für Heribert Bruchhagen ist es ein „tragisches Szenario“. Der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht hat mit diesen drastischen Worten nicht die 1:3-Niederlage im Derby gegen den FSV Mainz 05 beschrieben, sondern die Personalnot, die mit der Niederlage einhergegangen ist. Beim Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) in Düsseldorf müssen die Frankfurter auf die Innenverteidiger Bamba Anderson (verletzt) und Carlos Zambrano sowie Kapitän Pirmin Schwegler (beide gesperrt) verzichten. Zudem steht hinter Sebastian Rode ein Fragezeichen. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass unser Aufgebot auf Kante genäht ist“, klagt Trainer Armin Veh, „jetzt haben wir ein Problem.“ Abwehr und Mittelfeld müssen umgestellt werden, für den Angriff kehrt immerhin der gegen Mainz Gelb-Rot gesperrte Karim Matmour zurück.

Der Algerier ersetzt den Ex-Offenbacher Olivier Occean. Von der SpVgg Greuther Fürth hat die Eintracht den Kanadier für 1,2 Millionen Euro losgeeist. Occean hatte Fürth mit 17 Treffern in die Bundesliga geschossen, wollte nun beim anderen Aufsteiger seine steile Karriere weiter fortsetzen. Herausgekommen ist eine Bruchlandung, die zu großen Sorgen Anlass gibt. Selbst in den guten Spielen der Eintracht war der Kanadier der schwächste Spieler. Technisch kann er nicht mithalten, Torgefahr strahlt er in der Erstklassigkeit keine aus. Erst ein Tor hat er erzielt.

Rhythmus verloren

Occean hat, auch durch zwei Verletzungen, seinen Spielrhythmus verloren, die Mängel im Kombinationsspiel treten immer offener zutage. Bei den Fans hat er keinen Rückhalt mehr. Gegen Mainz durfte Occean wegen Matmours Sperre dennoch von Anfang an ran. „Er braucht einfach nur mal ein Tor“, glaubt Trainer Armin Veh. Doch davon war der 31 Jahre alte Stürmer meilenweit entfernt. In der Halbzeit war Vehs Geduld zu Ende, er nahm seinen Wunschspieler vom Platz. „Er ist völlig neben der Spur“, gab der Trainer zu, „zurzeit schafft er es einfach nicht.“ Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ spekuliert schon über eine Ausleihe an den Zweitliga-Nachbarn FSV. Diese Meldung bezeichnete Veh als „völligen Quatsch“.

Besonders groß ist die Not in der Abwehr. Die Innenverteidigung mit Zambrano und Anderson fällt aus, auch Vertreter Vadim Demidov ist verletzt. Bei Anderson hat sich die auf Schalke zugezogene Verletzung als „Teilabriss der Bauchmuskulatur am Beckenkamm“ herausgestellt. Der Brasilianer wurde gestern operiert. „Wir gehen fest davon aus, dass er uns in der Rückrunde wieder zur Verfügung steht“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner.

Bilder der Niederlage

Trainer Veh wird weiter dem 17-jährigen Marc-Oliver Kempf vertrauen. Der Jüngste aus dem Eintracht-Talentschuppen hat gegen Mainz ein durchwachsenes Debüt gefeiert. Er habe eine „überragenden Job“ gemacht, lobte Alexander Meier. Aus Sicht von Kapitän Schwegler hatte Kempf „sehr gut“ gespielt. Die Lobeshymnen waren ein netter Versuch, das Nesthäkchen für Düsseldorf aufzubauen. Denn Kempf hatte zwar ordentlich gespielt, bei zwei der drei Gegentore aber nicht besonders gut ausgesehen. Aus Sicht von Veh vereint Kempf grundsätzlich aber alle Qualitäten, die einen guten Profi ausmachen.

Eintracht-Zeugnis gegen Mainz

Kempf wird gegen die Fortuna also erneut verteidigen. Aber mit welchem Partner? Demidov hat nur Lauftraining absolviert, Anderson kann in diesem Jahr wegen einer Bauchmuskelverletzung gar nicht mehr spielen, Heiko Butscher genießt wenig Vertrauen. Gegen Schalke hat Außenverteidiger Sebastian Jung innen ausgeholfen. Doch der könnte auf Schweglers Position gefragt sein, so Veh nicht auf Martin Lanig setzt.

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