Schaaf braucht ihn für das neue System

Valdez würde vieles ändern

Nelson Valdez soll der Frankfurter Eintracht im Angriff helfen. Für Werder Bremen (2002 - 2006) und Borussia Dortmund (bis 2010) hat der 30 Jahre alte Paraguayer in 193 Bundesligaspielen 37 Tore erzielt.
+
Nelson Valdez soll der Frankfurter Eintracht im Angriff helfen. Für Werder Bremen (2002 - 2006) und Borussia Dortmund (bis 2010) hat der 30 Jahre alte Paraguayer in 193 Bundesligaspielen 37 Tore erzielt.

Frankfurt - Am Freitag hat Lucas Piazon einen Vertrag bei Eintracht Frankfurt unterschrieben. Schon Montag könnte der nächste Zugang perfekt gemacht werden. Die Verpflichtung von Nelson Valdez scheint kurz bevor zu stehen.

Meldungen, es sei bereits Einigung erzielt mit dem 30 Jahre alten Paraguayer, der bei Al-Jazirah in Abu Dhabi unter Vertrag steht, wurden am Sonntag allerdings noch dementiert. „Das stimmt nicht“, sagte Hübner. Wie unsere Zeitung erfuhr, gibt es zwar Gespräche mit Valdez, der einst bei Werder Bremen unter Thomas Schaaf spielte, aber noch keinen Vollzug. Es hakt bei einer Ablösesumme in Millionenhöhe, die die Frankfurter nicht bezahlen wollen. Womöglich können nun die in den letzten beiden Jahren im Wintertrainingslager in Abu Dhabi geknüpften Kontakte helfen. Dafür ist inzwischen der Serbe Stefan Scepovic (Sporting Gíjon) aus dem Kandidatenrennen ausgeschieden.

24 Tage ist Thomas Schaaf im Amt als Trainer der Frankfurter Eintracht, gut die Hälfte der Vorbereitung ist vorbei. Zeit, sich kennenzulernen. Zeit, Spielideen zu entwickeln. Der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer will anders spielen lassen als sein Vorgänger, aber genauso offensiv. Über das künftige System hat er sich noch nicht endgültig ausgelassen. In Bremen hatte er es meist mit zwei Spitzen versucht, in Frankfurt mangels Sturmalternativen bislang meist mit einer. Drei Wochen vor dem Start in die Saison mit dem Pokalspiel in Berlin ist das Aufgebot noch unvollständig und doch sind erste Tendenzen erkennbar. Im Tor ist Kevin Trapp die unumstrittene Nummer eins, Felix Wiedwald ein sehr guter Vertreter. Offen ist noch die Besetzung der dritten Position. Da lassen sich Hübner und Schaaf Zeit.

In der Abwehr kann der neue Coach ziemlich unverändert gegenüber der letzten Saison planen. Für Sebastian Jung wird in Zukunft Timothy Chandler rechts verteidigen. Aleksandr Ignjovski ist seit Wochen verletzt, wäre nur der „Backup“ für Chandler. Spannend könnte es in der Abwehrzentrale werden. An Carlos Zambrano geht kein Weg vorbei. Aber wer wird Partner des Peruaners? In der vergangenen Rückrunde war es Alexander Madlung, er hatte Bamba Anderson den Rang abgelaufen. Bei Schaaf sind nun wieder Tendenzen zu Anderson zu erkennen. Sollte Marco Russ nicht im Mittelfeld gebraucht werden, wäre er ein weiterer Kandidat. Links hat bislang Bastian Oczipka die Nase ein wenig vorn vor Constant Djakpa. Für beide Außenverteidiger, rechts wie links, gilt in Zukunft: Nicht mehr ganz so hoch stehen, das Spiel von weiter hinten aufbauen oder aufrollen. So ist die Maßgabe von Schaaf.

Alle Zu- und Abgänge der Eintracht

Alle Zu- und Abgänge der Eintracht

Von der taktischen Ausrichtung im Mittelfeld hängen viele personelle Entscheidungen ab. Lässt Schaaf mit einer Raute spielen, ist nur Platz für einen „Sechser“. Das dürfte Makoto Hasebe sein. Rechts ist Stefan Aigner der einzige Kandidat., Links kommt es zum Duell zwischen Takashi Inui und Neuzugang Lucas Piazon. Die offensive Position gehört Alexander Meier. Diese Raute wäre außergewöhnlich offensiv, wenn dann noch zwei Stürmer davor spielen würden. Die defensiven Kandidaten fürs Mittelfeld sind Johannes Flum und, wenn im 4-2-3-1 gespielt wird, als zweiter „Sechser“ Russ oder Martin Lanig. Von seiner Grundüberzeug ist der neue Coach ein Freund von zwei Spitzen. Aber was soll er machen, wenn er im ersten Teil der Vorbereitung in Vaclav Kadlec nur einen Stürmer hat? Natürlich hat er Meier weit vorne spielen lassen, so wie alle seine Vorgänger auch. Aber eine Dauerlösung dürfte dies wohl nicht sein. Kommen tatsächlich noch zwei Angreifer in den nächsten Tagen, würde sich vieles ändern. 

Umfrage: Eintracht-Fans zur neuen Saison

(sp)

Kommentare