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Formel 1: Nick Heidfeld: Siegkandidat statt Ersatzmann

Nick Heidfeld: Siegkandidat statt Ersatzmann

Melbourne - Nick Heidfeld will mehr als nur ein Ersatzmann sein. Der Mönchengladbacher will bei Renault als Vertreter des verletzten Robert Kubica vor allem um seinen ersten Grand-Prix-Sieg Sieg kämpfen.

© dpa

Nick Heidfeld.

Die ersten Trophäen der neuen Saison hat Nick Heidfeld bereits im Empfang genommen. Nach einem Schnupperkurs in Australiens kernigem Nationalsport Aussie Rules Football bekam „Quick Nick“ am Mittwoch ein von zwei Profis handsigniertes Football-Ei und ein Trikot. „So richtige Trophäen sind das natürlich nicht“, sagte Heidfeld dem Sport-Informations-Dienst (SID). Viel lieber würde er in diesem Jahr seinen ersten Siegerpokal in der Formel 1 stemmen. „Wenn es das Auto hergibt, ja“, sagte „Quick Nick“ und formulierte damit im SID-Interview ein hohes Ziel.

Dabei hatte er sich noch im Januar damit beschäftigt, der kompletten Arbeitslosigkeit durch ein erneutes Engagement als Ersatzfahrer bei Mercedes zu entgehen. Doch dann veränderte der schwere Rallye-Unfall von Robert Kubica auch für Heidfeld schlagartig die Situation. „Das war natürlich unerwartet und kam sehr überraschend. Ich war in den letzten Jahren auch schon mal im Winter eine Zeit lang auch nicht sicher, wie es weitergeht. Aber so kurzfristig ist das noch nie passiert“, sagte der 33-Jährige, der nur sechs Tage nach Kubicas Unfall für Renault testete und sich mit einer sensationellen Bestzeit nachdrücklich für seine Verpflichtung empfahl.

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Dass diese Wendung noch einmal kommt, damit hatte Heidfeld nicht mehr gerechnet. „Man macht sich Hoffnungen, dass man noch irgendwo in ein vernünftiges Auto kommt. Natürlich wünscht man keinem das, was Robert passiert ist. Ich dachte zu dem Zeitpunkt eher, dass ich vielleicht in der Saison irgendwo reinrutschen kann. Aber von Anfang an dabei zu sein und das auch noch in einem guten Team, ist natürlich unglaublich“, sagte Heidfeld, der sich eigentlich schon wieder auf der Mercedes-Ersatzbank als dritter Mann hinter Nico Rosberg und Michael Schumacher gesehen hatte.

Ganz offen gibt „Quick Nick“ zu, dass es „sehr, sehr komisch und schwierig zu verdauen“ sei, vom Unfall seines früheren BMW-Kollegen zu profitieren, ein „sehr komisches und beklemmendes Gefühl“. Sobald er im Auto sitze, seien diese Gedanken natürlich weg. „Aber das heißt nicht, dass sie dann nicht wiederkommen“, sagte Heidfeld, für den aber sofort klar war, dass er die Chance wahrnehmen würde. „Man wünscht niemandem, dass es ihm schlecht geht. Auf der anderen Seite ist der Wunsch, in der Formel 1 erfolgreich zu sein, natürlich auch riesengroß“, sagte der Routinier, der bereits 173 Grand Prix auf dem Buckel hat, aber noch immer ohne Sieg ist.

Auf dem Weg dahin hilft ihm jetzt vielleicht sein „Aushilfsjob“ aus dem letzten Sommer, als er zu Beginn der Testarbeit des neuen Reifenherstellers Pirelli für die Italiener unterwegs war. „Ich war in der Anfangsphase dabei, als wir die Konstruktionen entwickelt haben“, sagte Heidfeld, dem die Reifenkonstruktionen „zumindest gefallen“ haben: „Ich habe aber schon mehrfach betont, dass ich natürlich nicht versucht habe, einen Reifen zu bauen, der nur mir passt und keinem anderen. Das ist zum einen unmöglich, und zum anderen bin ich vom Charakter her nicht so ein Arschloch, dass ich das probieren würde.“

sid

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