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Bayerischer Sportpreis für Sepp Maier

Bayerischer Sportpreis für Sepp Maier

München - Sepp Maier, Torwart-Legende, Ex-Welt- und Europameister und langjähriger Schlussmann des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München, ist für sein sportliches Lebenswerk mit dem Bayerischen Sportpreis 2009 ausgezeichnet worden.

Laudator Oliver Kahn (links), ehemaliger Fußball-Nationaltorhüter, umarmt Torwart-Legende Sepp Maier bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises.

© dpa

Laudator Oliver Kahn (links), ehemaliger Fußball-Nationaltorhüter, umarmt Torwart-Legende Sepp Maier bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises.

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte zur Verleihung des Bayerischen Sportpreises ins Münchner Messezentrum geladen. Die knapp zweistündige Veranstaltung hatte zwei große Höhepunkte. Die Laudatio von Oliver Kahn auf Sepp Maier, bei der Jürgen Klinsmann denkbar schlecht wegkam. Und den Auftritt des Sängers Campino, der die an Brustkrebs erkrankte Schwimmerin Janine Pietsch ehrte.

Bei Ehrungen wird naturgemäß das milde, auf Harmonie und Lobpreis bedachte Wort gepflegt. Als bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises aber Oliver Kahn als Laudator im überfüllten Münchner ICM auftrat, um die Torhüterlegende Sepp Maier, 65, für sein Lebenswerk zu ehren, da mischten sich in den insgesamt launigen Vortrag auch kritische Zwischentöne. Zwischendurch klang es sogar wie eine späte Abrechnung. „Es tut mir heute noch weh“, sagte der frühere Welttorwart, wenn er sich daran erinnere, auf welche Weise Maier im Oktober 2004 aus seinem Amt als Bundestorwarttrainer vertrieben worden sei. „Das war unwürdig für jemanden, der so viel für Deutschland getan hat und der immer ehrlich mit anderen Menschen umgegangen ist.“ Aber wer so unbequem sei wie Maier („ein Mensch der klaren Meinung“), der zahle heutzutage mitunter „einen hohen Preis“.

Kahn: „Du warst eine Art Pionier“

Kahns Einlassungen galten Jürgen Klinsmann, und seine Attacke hatte durchaus die Wucht einer befreienden Faustabwehr. Gerd Rubenbauer, der sich als Moderator immer noch in guter Form präsentierte, sah sich sogleich zu der Anmerkung veranlasst, da sei man aber froh, dass der Klinsi nicht zur Preisverleihung eingeladen worden sei. Maier, einst auch als urbayerischer Gaudibursch berühmt, verhielt sich indes nahezu versöhnlich: „Man muss auch vergessen können,“ sagte er.

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Mehr für Lautstärke und brachiales Temperament ist Campino bekannt, Sänger der Band „Die Toten Hosen“. Doch der von hartem Rock und Punk beseelte Barde sorgte für die anrührendsten Momente des Abends. Er war seiner guten Freundin zuliebe gekommen, der an Brustkrebs erkrankten früheren Weltklasseschwimmerin Janine Pietsch. Die beiden hatten sich bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen kennen gelernt, Campino zeigte sich, wie er erzählte, auf Anhieb beeindruckt von der „wunderbar lockeren Ausstrahlung“ der Sportlerin. Pietsch, die mit dem Jetzt-erst-recht-Preis ausgezeichnet wurde, habe ihm die Nachricht von der Krebsdiagnose per SMS mitgeteilt, und zwar „in einem Tonfall, als hätte sie sich gerade einen kleinen Husten eingefangen“. Mit ihrer Krankheit, so Campino, gehe sie nun auf bewundernswerte Weise um. Es gäbe „viele schockierend junge Frauen, die an Brustkrebs erkranken und sich einsam und allein gelassen fühlen“. Das Beispiel der unerschrockenen Schwimmerin gebe ihnen „Mut und Hoffnung, die sie zum Überleben brauchen“. Dabei zitierte er aus der Hymne seines Lieblingsvereins FC Liverpool „You never walk alone“: „Wenn du mit Hoffnung im Herzen gehst, bist du nie allein.“

Den zweiten Jetzt-erst-recht-Preis erhielt der Penzberger Behindertensportler Wolfgang Sacher. Als 15-Jähriger hatte er bei einem Unfall einen Arm verloren, bei den Paralympics 2008 gewann er als Radfahrer Gold. Seine Laudatorin, die Schauspielerin Julia Dietze, formulierte für den 42-Jährigen das Lebensmotto: „Wer kämpft, kann vielleicht verlieren. Wer aufgibt, hat schon verloren.“ Am Abend der Sportstars von heute und gestern wurde auch noch ein Geheimnis gelüftet. Sepp Maier, so erzählte Kahn, sei der einzige Fußballer auf der Welt, der winters und sommers ausschließlich barfuß in seinen Kickstiefeln trainiere. Auf Nachfrage erklärte der Weltmeister von 1974 mit einem typischen Maier-Sepp-Grinsen auch den Grund: „Ich hab’ des 40 Jahre g’macht und somit nie einen Zehenkas g’habt.“

Armin Gibis

Die Preisträger

Hochleistung plus: Philipp Lahm (Laudator: Roman Herzog). Innovation im Sport: Prof. Dr. Bernd Heesen (Laudator: Kati Wilhelm).

Herausragende Nachwuchssportlerin: Miriam Gössner (Laudator: Magdalena Neuner).

Jetzt-erst-recht-Preis: Janine Pietsch (Laudator: Campino), Wolfgang Sacher (Laudator: Julia Dietze).

Herausragende Präsentation des Sports: Karin Sturm (Laudator: Mario Theissen).

Sportliches Lebenswerk: Sepp Maier (Laudator: Oliver Kahn). Botschafter des bayerischen Sports: Tobias Angerer (Laudator: Alex Huber).

Sonderpreis 2008/09: Maria Riesch, Kathrin Hölzl, Kati Wilhelm, Alexander Grimm, Maximilian Müller (Kultusminister Ludwig Spaenle). Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten: Bernhard Langer, Rosi Mittermaier-Neureuther (Ministerpräsident Horst Seehofer).

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