Offenbach - In Wiesbaden gibt es eins, in Frankfurt sogar zwei. Mainz bekommt eins, und auch die Offenbacher Kickers werden bald in einem neuen Stadion spielen. Das Rhein-Main-Gebiet ist dabei keine Ausnahme.

© Jan Hübner
Das Stadion Bieberer Berg in Offenbach.
Der Bau moderner Arenen floriert seit Jahren. Und zwar bundesweit - weil durch die vielerorts veralteten Stadien nur geringe Gewinne zu erlösen sind. Einer Studie der Zeitschrift „Sponsors“ zufolge haben in den vergangenen zwei Jahren 23 der 56 deutschen Erst-, Zweit- und Drittligisten Investitionen in einer Gesamthöhe von mehr als 500 Millionen Euro in ihre Stadien geplant oder zumindest beschlossen. Walter Hellmich wundert das nicht: „Alle Vereine müssen sich an den heutigen Standards orientieren, wenn sie im Profifußball überleben wollen“, sagt der Unternehmer, der gleich an zwei Fronten mit dem Fußball verbunden ist.
„Moderne Stadien geben Zukunftssicherheit“, weiß Hellmich, dessen Firma dem Drittligisten FC Ingolstadt bis Mitte 2010 ein neues Zuhause bauen wird und sich zudem verantwortlich zeigt für den Bau der Schalke-Arena, die Modernisierung des Millerntor-Stadions in St. Pauli und den neuen Aachener Tivoli, der kürzlich eröffnet wurde.
Der OFC soll ab der Saison 2011/12 auf dem umgebauten Bieberer Berg spielen. Die „neue“ Spielstätte entsteht an der Stelle der aktuellen, wobei das Flair des ebenso alten wie ehrwürdigen Stadions erhalten bleiben soll. Eng und nah dran am Spielfeld. Kurzum: „Feeling Bieberer Berg“.
Dass durch ein umgebautes Stadion nicht automatisch alle Probleme gelöst werden, zeigt das Beispiel FSV Frankfurt. Die Bornheimer verfügen seit Juli zwar über eine moderne Arena, sind deshalb aber keineswegs frei von Sorgen. Erst gab's Zoff wegen der Haupttribüne, die nicht umgebaut werden kann und deshalb für viel Geld neu errichtet werden muss. Dann machten die Flutlichmasten Probleme, deren Strahler die Autofahrer auf den benachbarten A661 blenden könnten. Das alles ist inzwischen geklärt - im Gegensatz zur Parkplatzproblematik. Vor allem wenn zur gleichen Zeit nebenan die Lions ihre Eishockeyspiele austragen oder die Dippemess' stattfindet, ist das Chaos vorprogrammiert. „Bei eins, zwei Heimspielen könnte es Probleme geben“, gibt Geschäftsführer Bernd Reisig zu. „Das gehört aber beim urbanen Leben dazu.“
Sein „Stimmungsproblem“ hat der FSV, dessen Fans bei Heimspielen weiterhin oft in der Unterzahl sind, ebenfalls noch nicht gelöst. Zuletzt kamen gegen den SC Paderborn lediglich 3 800 Zuschauer und äußerten dann zum Teil auch noch lautstark ihren Unmut. „Wir haben auf der Tribüne einige merkwürdige Leute sitzen, die kommen seit Jahren, um ihre Neurosen zu pflegen“, sagt Reisig. Das dürfe man nicht überbewerten.
FRANKFURT
Commerzbank-Arena
Erbaut: 2005
Bauzeit: drei Jahre (Umbau des Waldstadions)
Baukosten: 150 Millionen Euro
Fassungsvermögen: 52.00
Volksbank-Stadion
Erbaut: 2009
Bauzeit: 20 Monate (Umbau des Stadions am Bornheimer Hang)
Baukosten: 17,5 Millionen Euro
Fassungsvermögen: 10.300
Besonderheiten: Die Haupttribüne konnte noch nicht umgebaut werden. Hierfür fallen noch einmal Kosten in Höhe von 10 Millionen Euro an.
OFFENBACH
Erbaut: 1921
Erweiterungen/Sanierungen: 1952, 60, 68, 73, 98, 2007
Fassungsvermögen: 25.000
Besonderheiten: Der Bieberer Berg soll für 25 Millionen Euro umgebaut werden und dann nur noch 18.000 Zuschauer fassen. Bei Bedarf kann um 3 000 Plätze aufgestockt werden.
MAINZ
Stadion am Bruchweg
Erbaut: 1929
Sanierungen: 1947, 51, 53, 65, 81, 97, 2002
Fassungsvermögen: 20.300
Coface-Arena
Baubeginn: Mai 2009
Fertigstellung: 2010
Baukosten: 45 Millionen Euro
Fassungsvermögen: 35.000
WIESBADEN
Brita-Arena
Erbaut: 2007
Bauzeit: vier Monate
Baukosten: 14 Millionen Euro
Fassungsvermögen: 12.066
Besonderheiten: Das Stadion gilt als Provisorium, eine langfristige Nutzung ist aber denkbar.
(cd/dpa/sp)



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