Die Lage der Bundesliga

Trotz Nullnummer: Titel-Rennen noch nicht entschieden

Thomas Müller (r.) warnt seine Mitspieler nach dem 0:0 gegen Borussia Dortmund. Foto: Peter Kneffel
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Thomas Müller (r.) warnt seine Mitspieler nach dem 0:0 gegen Borussia Dortmund.

Berlin - Auch nach dem torlosen Topspiel zwischen Dortmund und Bayern ist das Titelrennen weiter nicht entschieden. Am anderen Ende der Tabelle droht einem Trainer jetzt der Rauswurf.

Nach der Nullnummer im Bundesliga-Gipfel sieht der FC Bayern seinen Erzrivalen Borussia Dortmund im Titelrennen noch nicht geschlagen. "Es bleibt spannend, wir stehen auf jeden Fall weiter unter Druck", warnte der Münchner Torjäger Thomas Müller.

Mit fünf Punkten Vorsprung geht der Titelverteidiger in die verbleibenden neun Spieltage. "Wir haben jedes Spiel ein Finale", sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola. Die Dortmunder indes vermieden nach dem hochklassigen 0:0 weitere Kampfansagen an den Rekordmeister. Thomas Tuchels Aufforderung, sein Team müsse sich "den Hunger bewahren" durfte immerhin als Resthoffnung auf den Titel gewertet werden.

Ein Blick auf die Lage der Liga nach den Samstagspielen.

TORLOS-GIPFEL: Pierre-Emerick Aubameyang gegen Robert Lewandowski - das Duell zwischen Dortmund und Bayern sollte auch zum Wettschießen der beiden Top-Torjäger der Liga werden. Doch im Getümmel einer rasanten Partie blieben die beiden Superstürmer zumeist Randfiguren, die besten Chancen hatten andere. So blieb der Vergleich zwischen den beiden Branchengiganten nach neun Jahren und 25 Spielen zum ersten Mal wieder torlos.

SCHLEUDER-SITZ: Armin Veh scheint mit seinem Latein bei Eintracht Frankfurt am Ende. Auch in Überzahl kamen die Hessen nicht über ein 1:1 gegen Ingolstadt hinaus - in einem Spiel, das über die Zukunft von Trainer Veh entscheiden sollte. Argumente für seine Weiterbeschäftigung konnte der Coach zuletzt nicht mehr sammeln. Nun könnten die Gesetze der Branche greifen. "Man kann ja keine Mannschaft austauschen", sagte Abwehrspieler Marco Russ.

TRIBÜNEN-FLUCHT: Der Platz des gesperrten Leverkusener Trainers Roger Schmidt auf der Augsburger Tribüne blieb leer. Der Coach war schon vor dem Spiel weitergereist, um den nächsten Europa-League-Gegner Villarreal zu studieren. "Kein Problem", sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade zu Schmidts Entscheidung. Allerdings verpasste der Trainer so die bemerkenswerte Aufholjagd der Werkself, die aus einem 0:3 beim FCA noch ein 3:3 machte.

STIMMUNGS-WENDE: Nach zwei Siegen ist der FC Schalke 04 plötzlich wieder ganz dick drin im Geschäft um einen Champions-League-Platz. Das verdiente 3:1 in Köln gibt dem nicht unumstrittenen Trainer André Breitenreiter Rückenwind für den Saisonendspurt - auch weil die Konkurrenz wie Gladbach und Leverkusen regelmäßig Punkte lässt. Die Gerüchte um einen Wechsel von Breitenreiter zu Lucien Favre setzten bei den Königsblauen offenbar Kräfte frei. "Wer uns intern kennt, der weiß, dass jeder für den Trainer durch das Feuer gehen würde", sagte Mittelfeldspieler Johannes Geis.

ABSTURZ-ANGST: Hannover verliert 1:4 in Bremen, Hoffenheim wird 1:5 in Stuttgart abgefertigt - die beiden Letzten der Tabelle kassierten kräftige Dämpfer im Kampf gegen den Abstieg. Thomas Schaafs Rettungsmission bei den Niedersachsen scheint schon jetzt fast gescheitert. In Hoffenheim indes muss Jungtrainer Julian Nagelsmann nun beweisen, dass er auch mit Debakeln umgehen kann.

dpa

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