Duell mit Vorgänger Veh

Schaaf gegen Stuttgart vor 750. Bundesliga-Spiel

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Das Duell mit seinem Vorgänger Armin Veh bedeutet für Thomas Schaaf ein ganz besonderes Jubiläum.

Frankfurt/Main - Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart - das ist für Thomas Schaaf am Samstag sein insgesamt 750. Bundesliga-Spiel. 262 davon bestritt er als Spieler, seit 1999 fast doppelt so viele als Trainer.

Alle sprechen von Armin Veh vor diesem Spiel. Der Trainer des VfB Stuttgart tritt am Samstag bei seinem alten Verein Eintracht Frankfurt an, es ist eine „Rückkehr in mein Wohnzimmer“, wie er sagt. Was dabei etwas untergeht: Auch für seinen Nachfolger Thomas Schaaf ist das ein ganz besonderer Tag. Der 53-Jährige erlebt sein 750. Bundesliga-Spiel, wenn man seine erfolgreiche Zeit als Spieler (deutscher Meister 1988 und 1993) und als Trainer (deutscher Meister 2004) zusammenzählt.

„Ich bin nicht derjenige, der bei sowas nachzählt. Aber das zeigt schon eine gewisse Wertschätzung“, sagte er am Freitag dazu. „Wenn man das nicht halbwegs anständig gemacht hätte, hätte man eine solche Zahl nicht erreicht. Aber Punkte kriegen wir dafür am Samstag nicht. Das müssten wir beantragen.“

Sein erstes Bundesliga-Spiel fand am 18. April 1979 statt. Als 17-jähriges Nachwuchstalent von Werder Bremen wurde Schaaf im Spiel beim VfL Bochum (0:3) eingewechselt. „Ich bin bis heute Werders jüngster Bundesliga-Debütant“, erzählte er dem „Kicker“. Von seinen damaligen Mitspielern seien später auch „Uwe Reinders, Benno Möhlmann und Jürgen Röber Bundesliga-Trainer geworden“.

Allerdings hat niemand von ihnen diese Liga so geprägt wie Schaaf. Nach 262 Spielen als Werder-Profi kamen seit 1999 noch bislang 487 als Trainer in Bremen und Frankfurt hinzu. Der gebürtige Mannheimer wurde sowohl im Trikot als auch im Trainingsanzug deutscher Meister - das schafften neben ihm nur Helmut Benthaus, Jupp Heynckes, Franz Beckenbauer, Matthias Sammer und Felix Magath. Wenn sich schon sein alter Lehrmeister Otto Rehhagel immer als „Kind der Bundesliga“ bezeichnet hat, dann gilt das für Schaaf längst auch.

In diesem Sommer wagte er noch einmal einen tiefen Einschnitt in seinem Leben. Nach mehr als 40 Jahren als Jugendspieler, Profi und Trainer bei Werder Bremen ging er zu Eintracht Frankfurt. „Ich möchte keinen Tag in Bremen missen. Ich habe dort so viel Schönes und Wunderbares erlebt. Aber die Arbeitsstelle Werder ist abgeschlossen. Ich freue mich, bei der Eintracht zu arbeiten, es ist eine tolle, faszinierende Aufgabe“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

Nur zwei Vereine in 35 Bundesliga-Jahren - das macht ihm so bald kaum jemand nach. Denn wie schnelllebig dieses Geschäft geworden ist, zeigt auch sein Jubiläumsspiel gegen Stuttgart. Es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass sein Vorgänger die Frankfurter Trainerbank räumte. Aber vom Kern jener Mannschaft, mit der Veh im Sommer den Klassenverbleib schaffte, werden am Samstag wohl nur noch Marco Russ und Alexander Meier von Beginn an auflaufen. Fünf Leistungsträger (Rode, Schwegler, Jung, Joselu, Barnetta) haben die Eintracht verlassen, drei weitere (Trapp, Zambrano, Djakpa) sind zurzeit verletzt. „Das ist nicht mehr meine Mannschaft“, sagte Veh vor seiner Rückkehr. Das ist jetzt das Team von Thomas Schaaf.

Der erfahrene Coach hat sich in seine 15. Bundesliga-Saison als Trainer gestürzt, als wäre es seine erste. „Er ist, glaube ich, noch ehrgeiziger geworden“, verriet Nelson Valdez der „Frankfurter Rundschau“. Der Stürmer aus Paraguay spielte schon bei Werder unter Schaaf. Er erzählt: „Es gab in Bremen damals eine Karikatur, da waren zehn Bilder von Thomas Schaaf. Darunter stand: glücklich, traurig, zornig, enttäuscht, lachend und so weiter - es war immer dasselbe Bild. Heute ist das anders. Da sieht man, ob er sauer oder zufrieden ist. Es macht heute mehr Spaß, unter ihm zu trainieren als vorher.“

dpa

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