Gleich mehrere Bundesligaklubs sind an dem Offenbacher Nationalspieler interessiert

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Auch Eintracht will Kickers-Talent Rode

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Offenbach ‐ Wenn ein Trainer einen Spieler vom Platz holt, ist der Handschlag nach der Auswechslung üblich. Wenn der Trainer den Spieler innig umarmt, dokumentiert dies besondere Wertschätzung. Von Jochen Koch

© Hübner

In dieser Saison werden sie noch zwei Punktspiele und vielleicht zwei Pokalspiele zusammen bestreiten. Wie es dann mit Kickers-Trainer Wolfgang Wolf (rechts) und Sebastian Rode weitergehen wird, ist völlig offen.

So wie am Freitagabend auf dem Bieberer Berg, als Wolfgang Wolf den nach 58 Spielminuten ausgewechselten Sebastian Rode fest in die Arme nahm und ihm anerkennend den Kopf tätschelte. Beim 3:0-Sieg über den SV Wehen Wiesbaden stand Rode erstmals nach seinem Kreuzbandriss (15. September in Bremen) wieder in der Startelf. „Es war ein kleines Risiko, weil die Kraft höchstens für eine Stunde reicht. Aber großes Kompliment an Sebastian Rode, der gut gespielt hat“, lobte Wolf.

Ob der Trainer und der hoch veranlagte U20-Nationalspieler nächste Saison zusammenarbeiten werden, ist weiterhin unklar. Bis Ende der Woche will sich Wolf entscheiden, ob er seinen Vertrag beim OFC verlängert. „Wir hätten schon gern ein Signal von Wolfgang Wolf“, sagt Sportmanager Andreas Möller, dessen Personalvorstellungen für die neue Saison offenbar nicht immer mit denen von Wolf übereinstimmen. Wolf hat eine Liste mit potenziellen Verstärkungen vorgelegt. Aber Möller hat nach eigenem Bekunden noch keine Personalgespräche geführt. Weder mit den eigenen Spielern, deren Verträge auslaufen („Wir wollen die Spannung hochhalten und werden erst nach der Saison Verhandlungen führen“), noch mit etwaigen Neuzugängen („Da haben wir noch niemand angesprochen“). Außer Absichtserklärungen können die Kickers bislang nichts vorweisen.

Finanzlage muss verbessert werden

Warum Stillstand bei den Planungen herrscht, macht Möller auch deutlich. „Wir müssen erst die Vorgaben und Rahmenbedingungen schaffen.“ Soll heißen, die Finanzlage muss verbessert werden. „Dafür werden zur Zeit intensive Gespräche mit unseren Partnern geführt.“ Unter anderem auch mit der Sparda-Bank Hessen, dem Namensgeber des neuen Stadions. „Es ist leicht gesagt und gefordert, die Mannschaft müsse verstärkt werden. Aber zunächst muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stimmen“, sagt Möller.

Und bei diesem Punkt kommt Sebastian Rode wieder ins Spiel. Rode spielt in Wolfs Überlegungen eine zentrale Rolle, steht in der Personalplanung ganz weit oben. „Wir wollen um Sebastian Rode herum eine schlagkräftige Truppe aufbauen“, kündigt Möller an. Doch das „absolute Juwel“, so Möller, hat längst Begehrlichkeiten geweckt.

Das Hessen-Derby in Bildern

Der U20-Nationalspieler steht zwar noch bis 2011 beim OFC unter Vertrag, doch spätestens nach seinem Comeback am Freitag steht er auch im Schaufenster für finanzkräftige Klubs. „Ja, es gibt Anfragen für Rode“, bestätigt Möller, dass sich „mehrere Bundesliga-Klubs“ für Rode interessieren. Dabei soll es sich unter anderem um Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt handeln. „Die Eintracht gehört dazu“, bestätigt Möller. Vergangene Woche in Stuttgart und nun gegen Wehen Wiesbaden hat ein Scout eines englischen Premier-League-Klubs Rode beobachtet. Sein Kommentar: „Der Junge hat gute Anlagen, das kann etwas werden.“

Zinnow und Huber zieht es offenbar weg vom OFC

Abgewimmelt hat Möller keinen Interessenten, schließlich sei „kein Spieler unverkäuflich“. Eine festgeschriebene Ablösesumme gibt es im Vertrag nicht. Die Kickers müssen nun entscheiden, ob sie Rode noch eine Saison bis Vertragsende 2011 halten, und der Nationalspieler dann ablösefrei wechseln kann – oder ob sie jetzt Ablöse in sechsstelliger Höhe kassieren. Eine Vertragsverlängerung (inklusive Ausstiegsvereinbarungen), wie sie die Kickers Rode vor drei Monaten angeboten hatten, ist unwahrscheinlich. „Wir müssen nicht verkaufen“, sagt Möller, fügt aber hinzu. „Wenn alles stimmen sollte, würden wir auch einen Weg finden.“

Weg vom OFC zieht es offenbar Stefan Zinnow und Alexander Huber. Während Möller bei beiden „auf ein Bekenntnis zum OFC wartet“, liegt Zinnow ein Angebot vom SV Wehen Wiesbaden vor, und Huber wird von zwei Zweitligisten umworben. Zweifel, dass die Kickers nächste Saison keine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen können, wischt Möller schnell beiseite. „Wir werden nicht schlechter als diese Saison sein.“

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