410.01.11|Kickers|Kickers|48
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Antalya ‐ Der eine war ganz fest als Leistungsträger eingeplant, der andere hat sich in kürzester Zeit zu einem entwickelt - beide standen den Offenbacher Kickers jedoch nicht wie gewünscht zur Verfügung. Von Christian Düncher

© Düncher
Drei Bälle braucht der Mann. Olivier Occean gestern in Antalya.
Olivier Occean war in der ersten Hälfte der Saison zwar mit neun Treffern bester Torschütze des OFC, kam aber nur in 14 von 19 Partien zum Einsatz und wurde vor allem in den letzten Spielen arg vermisst.
Von sechs Spielen ohne ihn gewannen die Kickers zwei, erzielten nur noch 1,33 Tore pro Spiel und fielen auf Platz drei zurück. Mit Occean hatten sie 2,15 Tore pro Spiel erzielt. Alexander Huber fiel aufgrund einer Knieverletzung sogar die gesamte Vorrunde aus. Im Trainingslager arbeiten beide nun an ihrem Comeback.
„Über die Qualitäten eines Alexander Huber müssen wir nicht sprechen, er gehört zu den besten Spielern der 3. Liga“, lobt Kickers-Sportmanager Andreas Möller den rechten Außenverteidiger. „Und dass uns Olivier Occean vorne gewaltig gefehlt hat, liegt ebenfalls auf der Hand.“ Der Kanadier, mit seiner körperbetonten Spielweise, Kopfballstärke und technischen Raffinesse wohl der beste Stürmer der 3. Liga, ist nach Erwin Kostedde und Manfred Ritschel (1976) wieder der erste A-Nationalspieler für Kickers Offenbach. Er sei ein Ausnahmespieler, der auch ein, zwei Klassen höher mithalten könne, meint Trainer Wolfgang Wolf. „Wenn beide wieder spielen, hebt das die Qualität der Mannschaft natürlich gewaltig an“, sagt Möller. „Huber ist quasi ein Neuzugang, nachdem er fast ein halbes Jahr gefehlt hat.“
Nach einem Riss des hinteren Kreuzbandes, zugezogen Mitte Juli in einem Vorbereitungsspiel gegen PAOK Saloniki, war der 24-Jährige erst Ende des vergangenen Jahres ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. „Ich hatte mich in meinem ersten Profijahr mal schwer am Sprunggelenk verletzt, aber so lange wie diesmal bin ich vorher noch nie ausgefallen“, sagt Huber, der schon dreimal sein Comeback geben sollte. Doch die Spiele fielen jeweils aus. „Darüber bin ich allerdings nicht so traurig“, gesteht er. „Jetzt kann ich vorher erstmal die komplette Vorbereitung mitmachen, das ist optimal.“
Occean zog sich im Gegensatz zu Huber zwar nur einen Muskelfaserriss zu, musste sich aber auch erst wieder langsam heranarbeiten. „Ich will immer 100 Prozent geben“, sagt der Stürmer. „Aber ich musste lernen, nicht zu überdrehen, sondern alles Schritt für Schritt zu machen.“ Inzwischen fühlt sich Occean wieder fit - auch mental. Dafür hat auch der Besuch in der Heimat gesorgt. „Ich habe das erste Mal seit zwei Jahren wieder mit der gesamten Familie Weihnachten gefeiert. Das war eine schöne Sache“, sagt Occean, der sich ebenso wie Huber bereit sieht für das Spiel gegen Nürnberg.
Wenig später müssen die Kickers dann wohl wieder auf ihren besten Angreifer verzichten, aber nur für ein paar Tage. Kanada spielt am 9. Februar in Larisa gegen Griechenland - und Occean ist wohl dabei. Das habe ihm der Nationaltrainer signalisiert. Wolf hätte nichts dagegen: „Griechenland ist ja keine Weltreise.“

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